Briefspiel:Kaiserjagd/Frische Wunden

Aus Liebliches-Feld.net
Version vom 17. März 2026, 20:28 Uhr von Gonfaloniere (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: „{{Halboffiziell}}{{:Briefspiel:Kaiserjagd}} ==Frische Wunden== ''1. Firun 1046 BF, mittags, Aldyra'' '''Autoren:''' Amarinto, …“)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Zur Navigation springenZur Suche springen

Auge-grau.png

Kaiserjagd.png Städteübergreifendes Briefspiel Kaiserjagd.png
Datiert auf: 1.-6. Firun 1046 BF Schauplatz: von Aldyra in den Wald von Persenciello Entstehungszeitraum: ab März 2024
Protagonisten: Khadan II. Firdayon, etliche Hochadlige und weitere Noble des Reiches Autoren/Beteiligte: Haus Amarinto.png Amarinto, Familie ter Braken.png Atagon, Familie Solivino.png Bella, Familie della Carenio.png Carenio, Familie ya Malachis.png Cassian, Reichswappen.png Dajin, Haus della Pena aeH.png Dellapena, Haus Sirensteen.png Erlan, Familie Flaviora.png Flaviora, Familie d'Antara.png Fürst Federkiel, Familie Gerber.png Gerberstädter, Haus Urbet.png Gonfaloniere, Haus della Pena jH.png Horasio, Haus d Illumnesto.png Illumnesto, Familie van Kacheleen.png Kacheleen, Familie Luntfeld.png Luntfeld, Haus Legari.png Nebelzweig, Haus Carson.png OrsinoCarson, Familie di Cerrano.png Princeps, Haus di Salsavur.png Rondrastein, Familie Aspoldo.png Salkyo, Haus Romeroza.png Savinya Romeroza, Haus Veliris.png Schatzkanzler, Familie Ventargento.png Silberwind, Familie A Temelon.png Temelon, Haus Tribec.png Tribec, Wappen fehlt.png Vairningen, Haus ya Pirras.png VivionaYaPirras u.w.
Zyklus: Übersicht · Teilnehmer · Schauplätze · Regeln · Erster Tag · Zweiter Tag · Dritter Tag · Vierter Tag · Fünfter Tag · Sechster Tag · Individuelle Auswertung · Gerüchteküche
– 4. Firun:
– 5. Firun:
...
– 6. Firun:
...
– Geschichten nach der Jagd:
...


Frische Wunden

1. Firun 1046 BF, mittags, Aldyra

Autoren: Amarinto, VivionaYaPirras

Cariana Amarinto

Cariana hatte kaum Dareius’ letzten Worten gelauscht, da hatte sie ihr Pferd bereits gewendet.
Ein kurzer Druck der Schenkel, ein leises Zungenschnalzen, und die Stute setzte sich in Bewegung. Orleane folgte ihr ohne Zögern.
Sie verließen den sich sammelnden Jagdtross, ließen Hörnerklang, Bannerflattern und höfische Aufregung hinter sich, und ritten nebeneinander in Richtung des Hospitals von Aldyra.
Cariana hielt den Blick starr nach vorn gerichtet. Ihre Schultern waren angespannt, der Kiefer fest geschlossen. Das Haar hatte sie schlicht gebunden, die Ringe unter den Augen deutlich sichtbar.
Zwischen ihnen lag etwas Ungesagtes wie ein dritter Reiter.
Die Nacht. Vinsalt. Alt-Bosparan. Das Zimmer. Drei Körper im Rausch.
Cariana spürte noch immer das Echo davon in ihren Muskeln. Das dumpfe Pochen hinter den Schläfen, den bitteren Nachgeschmack von Wein auf der Zunge, das brennende Ziehen tief im Bauch. Und darunter etwas anderes. Etwas Schwierigeres.
Scham vielleicht. Oder Sehnsucht. Oder beides, ineinander verkeilt. Sie war es nicht gewohnt, Kontrolle zu verlieren. Und sie war es noch weniger gewohnt, dass sie sich danach nicht einmal wünschte, es wäre nie geschehen. Sie war es gewohnt, Entscheidungen zu treffen.
Sie riskierte einen Seitenblick zu Orleane. Cariana schluckte.
Josmina …“, begann sie, mehr um die Stille zu brechen als um wirklich etwas mitzuteilen.
Ihre Stimme klang rau. „Sie ist stolz. Und stur. Und sie hat nur eine Schwäche, ihren Sohn Tiro.“ Der junge Bastard des Hauses Amarinto hatte Orleane zu Dareius begleitet und war danach zu seinem Schwertvater ins Lager der Vinsalter zurückgekehrt. Nur kurz bevor Cariana mit der Nachricht über seine verwundete Mutter eingetroffen war. Vermutlich wusste er nicht einmal, dass sie im Hospital lag.
“Ich habe ihn getroffen. Signor Tiro. Heute. Im Lager. Wir haben uns zufällig getroffen und ich habe seinem Schwertvater die Aufwartung gemacht. Danach sollte er mich zurück begleiten und wir trafen sie. Esquiria Ursophyne de Maltris.”
Cariana zog die Augenbraue hoch, als der Name Ursophyne de Maltris fiel. Sie sagte nichts dazu. Kein Kommentar, keine Frage.
Orleane wirkte nervös, fahrig. Ihre Gedanken kreisten um die letzten Tage. Das Treffen mit ihren Eltern, Alt-Bosparan, die Geschehnisse in der Nacht. Verlegen, fast schon schüchtern blickte sie zu Cariana. Sie hatten noch kein Wort darüber verloren über das, was geschehen war. Ob sie das gleiche fühlte wie sie? Scham, das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben? Sie war verwirrt, empfand sie doch auch Wärme und Geborgenheit, die sie so vermisst hatte. Ihr Herz begann stärker zu schlagen. “Wir sollten einen Boten zu Signor Tiro schicken, sobald wir wissen, wie es seiner Mutter geht.”
Als Orleane jedoch von Tiro sprach, nickte Cariana sofort, sachlich, klar. „Ja. Sobald wir wissen, wie es um Josmina steht, informieren wir ihn.“ Ihre Stimme blieb ruhig, aber unter der Ruhe lag ein harter Kern. „Er hat ein Recht darauf.“
Und wieder schweiften ihre Gedanken ab. Die Überfahrt nach Aldyra, diese Hexe Dalia Ollantur, das Schweigen der Geschwister Amarinto und ihr Unwohlsein, welches sie auf irgendeines dieser Pulver zurückführte. Ihr Kopf schien zu platzen. “Eure Großcousine, sie ist stolz sagtest du, nein ihr. Das hat sie wohl mit allen aus eurer Familie gemein.” Sie lachte kurz auf.
Carianas Mundwinkel zuckten. Ein winziges Lächeln, das eher ein Reflex war als Freude. „Einer erfahrenen Dottora wie dir entgehen solche … offensichtlichen Eigenschaften natürlich nicht“, sagte sie trocken.
Sie schaute dabei nicht zu Orleane, sondern auf die Straße vor ihnen, auf die Hufe, die gleichmäßig in den Boden schlugen, als könnten sie Gedanken glätten.
„Es ist eine unserer Traditionen“, fügte sie an, und jetzt schlich sich etwas Bitteres in den Ton, „besonders schlecht darin zu sein, Schwäche zu zeigen.“
Ein knapper, sarkastischer Ausstoß von Luft. „Gerade dann, wenn man sie am dringendsten zeigen sollte.“
“Vielleicht sollte ich mit ihr alleine reden. Mit Josmina meine ich. Es wäre vielleicht besser. Ich …” Ihr Hals wurde auf einmal trocken und sie bekam kein weiteres Wort heraus.
„Ja.“ Ein kurzer Atemzug. „Rede allein mit ihr.“
Danach entstand Stille. Keine höfische Stille, keine bequeme.
Cariana wirkte, als würde sie innerlich Kraft sammeln. Ihre Finger lockerten sich an den Zügeln, dann schlossen sie sich wieder. Einmal. Zweimal.
Dann sprach sie, leise, ohne Pathos, als hätte sie es sich selbst abgerungen. „Orleane … was in der Nacht passiert ist …“
Sie schluckte.
„… ich glaubte, ich würde es bereuen, aber das wäre eine Lüge.“ Carianas Blick blieb nach vorn gerichtet. „Ich weiß natürlich um deine Gefühle für meinen Bruder. Und um seine für dich.“
Ein kurzer, kaum wahrnehmbarer Zug um ihre Augen, schwer zu deuten. „Dennoch habe ich inmitten des Chaos … zumindest für einen Moment wieder das Gefühl gehabt, ich selbst zu sein.“
Ihre Mundwinkel hoben sich, nur ein Hauch, dünn wie ein erster Strich mit Tusche. Sanft.
„Das war … schön.“ Und dann war wieder Stille.
Nur das Geräusch der Hufe.

Orleane ya Pirras

Sie sagte, es war schön. Ein feines Lächeln umspielte Orleanes Gesicht. Sie dachte kurz an die vielen Gespräche mit ihr nach der Feuernacht von Amarinto und ihrer Gefangenschaft dort. Wie lange sie gebraucht hatte, damit sie sich ihr öffnete.
“Auch ich wollte mir etwas vormachen. Wollte mir einreden, es wäre falsch. Aber nein, es war schön. Sogar mehr. Du hast mir etwas gegeben, was dein Bruder mir lange versagt hat. Selbst als wir unten in diesen Katakomben waren, hat er …” Orleane brach mitten im Satz ab. “Du hast mir wieder das Gefühl gegeben, begehrt zu sein. Als Frau.” Wieder konnte sie nicht weiter sprechen. “Ja, ich habe Gefühle für deinen Bruder, aber ich denke, es ist umsonst.”
Wieder die Stille, nur unterbrochen von dem Schlagen der Hufe auf dem Boden.
Cariana atmete langsam aus. Nicht scharf, nicht resigniert, sondern mit jener kontrollierten Ruhe, die sie sich antrainiert hatte, um nicht an den eigenen Gedanken zu ersticken.
Sie ließ Orleanes Worte erst wirken. Dann hob sie den Blick, musterte einen Moment lang den grauen Himmel über Aldyra, als suche sie dort nach einer Antwort.
„Sag das nicht.“ Ihre Stimme war leise, aber fest.
Sie wandte den Kopf zu Orleane, und jetzt lag in ihrem Blick nichts Kämpferisches mehr.
„Ich werde meinen Bruder nicht schönreden. Er ist egoistisch. Er ist stur. Er läuft vor Entscheidungen davon, wenn sie ihm zu nahe kommen. Vor Konsequenzen sowieso.“
Ein kurzes, bitteres Schnauben.
„Glaub mir, ich kenne jede einzelne seiner Schwächen.“
Dann hielt sie kurz inne.
„Aber ich liebe ihn.“
Sie sagte es schlicht. Nicht pathetisch. Nicht dramatisch. Wie man etwas sagt, das so tief sitzt, dass es keiner Verzierung bedarf.
„Er ist der Mensch, der immer für mich da war. Seit wir Kinder waren. Wenn ich gescheitert bin, war er derjenige, der mich aufgerichtet hat. Wenn ich gezweifelt habe, war er derjenige, der mich verstanden hat, noch bevor ich wusste, was ich eigentlich sagen wollte.“
Carianas Finger schlossen sich fester um die Zügel.
„Er kennt mich wie sonst niemand. Und ich kenne ihn.“ Sie schwieg einen Moment, dann fuhr sie fort, leiser: „Ich habe ihn mit so vielen Frauen gesehen, Orleane.“
Ein kaum wahrnehmbares Kopfschütteln.
„Ritterinnen. Kriegerinnen. Bewunderinnen. Frauen, die ihn wollten. Frauen, die er wollte. Es waren einzelne Nächte dabei, Affären, manchmal sogar längere Tändeleien.“
Sie atmete ein.
„Aber das, was zwischen euch ist … das habe ich so noch nie gesehen.“
Ein Seitenblick.
„Vielleicht mit Ursophyne. Ein bisschen. Damals.“
Ein Schatten huschte über ihr Gesicht.
„Aber selbst das war anders.“ Cariana richtete den Blick wieder nach vorn.
„Vielleicht liegt es daran, dass du keine Ritterin bist. Keine Kriegerin.“ Ihre Stimme wurde ruhiger, fast nachdenklich.
„Bei den Ritterinnen, bei Frauen wie Ursophyne, aber auch solchen wie der Baronessa Ollantur, die ebenso kämpfen, nur eben mit anderen Waffen, erlaubt er sich keine Schwäche. Da ist er der strahlende Ritter. Der siegreiche Turnierstreiter. Der Mann mit dem Schwert und den edlen Gedichten. Er zeigt keine Risse in diesem Panzer, weil er glaubt, er dürfe sie nicht zeigen.“
Sie schluckte.
„Aber bei dir …“ Ein kurzes Zögern.
„Bei dir muss er das nicht.“
Ihre Worte wurden vorsichtiger, als würden sie über dünnes Eis gehen.
„Du bist jemand, vor dem er sich öffnen kann. Jemand, dem er sein Innerstes zeigen kann, ohne Angst zu haben, schwach zu wirken. Ohne Angst, nicht alles unter Kontrolle zu haben.“
Cariana sah Orleane jetzt offen an.
„Das ist selten für ihn. Und es ist kostbar. Und es macht ihm Angst.“
Sie presste die Lippen aufeinander, als müsste sie den Rest der Gedanken darin festhalten.
„Also sag nicht, dass es umsonst ist.“
Ein Hauch von Nachdruck schwang mit.
„Ist es nicht eher so, dass ihr beide Angst habt? Du sagst selbst, dass du die gestrige Nacht nicht bereust.“ Sie sah Orleane nun direkt in die Augen. “Vielleicht bist du ihm in deinem Innersten ähnlicher als du dir eingestehen willst?” Ihre Oberlippe zuckte, als ob sie sich gegen eine schmerzhafte Erkenntnis wehren wollte. “Vielleicht sind wir ihm beide ähnlicher als wir uns eingestehen wollen?”
Dann ließ sie den Blick wieder nach vorn gleiten, dorthin, wo das Hospital nun deutlich vor ihnen lag.
Keinen Blick, kein weiteres Wort fiel, bis sie das Hospital erreichten. Sie schwangen sich von den Rücken der Pferde und drückten die Zügel einem ihnen entgegen gekommenen Burschen in die Hand. Cariana erkundigte sich nach dem Aufenthaltsort von Josmina und bewegte sich schnellen Schrittes in die ihr gewiesene Richtung.
In einem der Gänge rief Orleane: “Warte, Cariana.” Diese blieb stehen und Orleane trat auf sie zu. Sanft ergriff sie die Hände der Kriegerin. “Ich kenne sie nur vom Sehen her. Stell mich ihr vor, erkläre ihr, wer ich bin und wofür ich in eurem Hause da bin. Und dann lass mich mit ihr reden. Allein, wie gesagt. Ich werde versuchen, ihr zu helfen. Wie deinem Bruder. Und auch dir. Aber bevor wir das machen….” Sie sprach nicht weiter und überraschte Cariana mit einem schnellen Kuss. Sanft berührten sich ihre Lippen. Erst flüchtig, dann inniger, fördernder. Genauso schnell löste sich Orleane von ihr.
Cariana erstarrte für den Bruchteil eines Herzschlags, als Orleanes Lippen die ihren berührten.
Nicht aus Ablehnung. Eher aus Überraschung. Dann ließ sie es geschehen.
Ihre Hände blieben ruhig in Orleanes Griff, ihre Schultern spannten sich nicht, sie wich nicht zurück. Als Orleane sich wieder löste, lag in Carianas Blick kein Unbehagen, kein Zorn. Nur etwas Leises, Nachdenkliches. Vielleicht sogar Dankbares. Sie sagte nichts dazu. Aber sie hielt Orleanes Hände noch einen Atemzug länger fest, bevor sie sie losließ.
“Du hast mehr mit deinem Bruder gemein. Deine Augen, deine Lippen, deine Ausstrahlung." Ein leidender Ausdruck lag in ihren Augen. “Aber wieso ich ihm ähnlicher sein sollte, erschließt sich mir nicht. Noch nicht.” Dann straffte sich ihr Körper. “Lass uns gehen.”
Cariana wandte sich um, ging voran den Gang entlang, die Schritte zielgerichtet, als hätte sie all ihre Gedanken in eine schmale Linie gepresst. Vor einer schlichten Tür blieb sie stehen, tauschte wenige leise Worte mit einer Medica und trat dann allein ein. Orleane blieb zurück.

Die Minuten dehnten sich. Geräusche aus dem Hospital schwammen durch den Flur: gedämpfte Stimmen, das Klirren von Gegenständen, das leise Scharren von Schuhsohlen.
Dann öffnete sich die Tür wieder. Cariana trat heraus. Ihr Gesicht war kontrolliert, doch die Spannung lag noch immer in den Augen.
„Du kannst jetzt zu ihr“, sagte sie leise. „Sie ist wach.“ Ein kurzer Blick, ernst, aber vertrauensvoll.
„Ich warte hier draußen."
Orleane nickte.
Sie atmete tief ein und schob die Tür auf.

Josmina Amarinto

Der Behandlungsraum war klein und schlicht.
Ein Bett, ein niedriger Tisch mit Schalen und Tüchern, der scharfe Geruch von Kräutern und Alkohol hing noch in der Luft.
Josmina Amarinto lag auf dem Lager, den Oberkörper leicht erhöht. Ihr Torso war fest bandagiert, die Wickel sauber angelegt, doch an einer Stelle, knapp unterhalb des Herzens, hatte sich der Verband rötlich verfärbt. Nicht frisch blutend. Eher wie ein Echo dessen, was gewesen war.
Sie sah nicht aus, als stünde sie am Rande des Todes.
Aber sie war bleich. Erschöpft. Und in ihren Augen lag etwas, das tiefer ging als jede Klinge. Die alte Narbe auf der Wange setzte sich farblich deutlich von ihrer Umgebung ab.
Orleane trat näher.
Josmina hob langsam den Blick. Ihre Bewegungen waren vorsichtig, kontrolliert. Der Schmerz saß ihr noch in den Knochen, doch das war nicht das, was sie niederdrückte.
Ihre grauen Augen waren klar. Und leer zugleich.
„Signora Orleane, nehme ich an?“ Ihre Stimme war schwach, aber gefasst. Ein höflicher Tonfall, beinahe formell.
“Das stimmt”, erwiderte sie freundlich. “Orleane ya Pirras. Die Dottora eures Großcousins Signor Dareius Amarinto, in dessen Auftrag ich hier vor Euch stehe. Wir haben uns bereits gesehen, aber hatten nicht die Möglichkeit eines besseren Kennenlernens und wahrlich hätte ich mir einen angenehmeren Grund als diesen gewünscht.”
“Rührend, dass mein Vetter sich so um meine Gesundheit sorgt.” Ihre Antwort klang sarkastisch, aber dennoch schwang auch eine überspielte Dankbarkeit mit.
“Fühlt ihr euch hier denn gut versorgt, Esquiria? Ich rieche hier auf jeden Fall Gulmond. Soll ich Euch vielleicht einen neuen Verband anlegen?”
Sie nickte. Sie sah erschöpft und waidwund aus, aber sie war auch eine Soldatin und wusste um die Gefahren unzureichend behandelter Wunden. “Ja, das kann nicht schaden. Es wäre doch für mein Haus eine zu große Schmach, wenn ich im Hospital an Wundbrand sterben würde. Das möchte ich Dareius und meiner Schw… meinem Bruder, nicht antun.” Josmina biss sich auf die Lippe, als sie sich selbst korrigierte.
Orleane öffnete die Tür und sprach einige Worte mit Cariana, die ihr kurze Zeit später die gewünschten Dinge brachte. Wirselkrautsalbe, Verbandszeug und ein feuchtes Tuch. Vorsichtig löste sie den alten Verband, schaute sich die Wunde an und reinigte sie vorsichtig. Langsam trug sie die Salbe auf und verband die Wunde neu.
“Euer Großcousin ist sehr besorgt um euch. Vor allen Dingen kann er nicht nachvollziehen, warum ihr gerade diesen Mann zu einem Duell auf Leben und Tod gefordert habt. Was hat euch dazu bewogen?”
Sie hielt kurz inne und holte tief Luft.
“Mir ist bewusst, dass wir uns nicht kennen und ihr eure Gründe dafür haben werdet, so gehandelt zu haben. Vielleicht hilft es, eure Seele zu entlasten und euch jemandem anzuvertrauen, der keine enge persönliche Bindung zu euch hat. Und daher lasst mich folgendes sagen - was auch immer ihr mir erzählen wollt, wenn dem so sein sollte, wird dieses Zimmer nicht verlassen. Dies schwöre ich, beim Schweigsamen.”
Sie holte ihre Kette mit dem Boronsamulett hervor und hielt es an ihr Herz. “Denn ich befürchte, dass es dazu führen könnte, dass andere Mitglieder eurer Familie sich verpflichtet fühlen, es euch gleichzutun und ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Es liegt an euch.”
Josmina seufzte und rollte ein wenig mit den Augen.
“Ich denke mein Vetter Dareius kennt sehr wohl den Grund warum ihr mich hier vorfindet und um ein Haar meinen toten Körper auf den Feldern vor Aldyra hättet einsammeln können.” Sie wandte ihr Gesicht zur Wand und starrte ins Nichts. Dann ergriff eine Welle von Empörung ihren Körper und mit einem Ruck wandte sie sich wieder an Orleane: “Wenn er Garon Rodereich erschlägt, rede ich nie wieder ein Wort mit ihm. Niemand außer mir hat das Recht, diesen Dämon in Menschengestalt zur Strecke zu bringen.” Sie hatte sich in Rage geredet. Die Blässe im Gesicht war verschwunden, abgelöst durch das sanfte Purpur brennender Rachegelüste.
“Was denkt Ihr, Signora Orleane, könnte ein Mann wie Rodereich, ein Mann, der sein Schwert stets an die Meistbietenden verkauft hat, getan haben, um einen grausamen Tod durch meine Hand zu verdienen?”
Besorgt schaute Orleane auf die frisch verbundene Wunde, hatte sie doch Angst, sie könnte sich wieder öffnen.
“Ich kann es nur vermuten, Esquiria. Ihr standet euch in einer Schlacht auf verschiedenen Seiten gegenüber. Sei es der Thronfolgekrieg oder ein anderes Schlachtfeld. Wahrscheinlich war er siegreich und nahm euch gefangen. Und dann erweckte er euren Hass.” Die letzten Worte sprach sie immer leiser werdend aus. Sie dachte an Carianas Gefangenschaft in Amarinto oder an die Geschehnisse um Gilia von Ardenhain. Die Sinnlosigkeit eines Krieges und die Folgen, die sie so sehr verabscheute.
“Der Thronfolgekrieg hat Wunden aufgerissen, die niemals heilen werden und nur mit Blut gesühnt werden können. Eine von diesen Wunden habe ich geboren und aufgezogen und jedes Mal, wenn mein Sohn vor mir steht, erinnert er mich an die Grausamkeit des Krieges und die Niedertracht der Menschen. Warum die Zwölfe so etwas zulassen, weiss ich nicht, vielleicht sind wir ihnen gleichgültig oder sie ergötzen sich gar an unserem Leid.” Josmina starrte ins Leere. “Selbst jetzt scheinen sie noch mit mir spielen zu wollen. Warum hätten sie mich sonst vor dem sicheren Tod bewahrt?”
Auf ihrem Gesicht breitete sich ein angewiderter Gesichtsausdruck aus.
Mit einem kurzen Augenaufschlag reagierte Orleane auf diese Enthüllung. Sie dachte an ihre Tante Feodora und die Zwillinge. Ungeliebt, von der eigenen Mutter missachtet. Ob es mit Signor Tiro genauso war?
“Es liegt mir fern, über das Wirken der Götter zu urteilen oder gar ihre Wege zu deuten, aber manchmal legen sie uns Prüfungen auf, wo wir uns fragen: Warum? Und eine Antwort darauf werden wir niemals finden.” Langsam schob Orleane einen Stuhl an die Seite des Bettes und nahm Platz. “Warum ihr überlebt habt? Das habt ihr euch selber beantwortet. Euer Sohn. Was denkt ihr, was passiert wäre, wenn er von eurem Tod auf diese Art und Weise erfahren hätte. Der Stolz, der allen Amarintos innewohnt, hätte ihn dazu getrieben eben diesen Rodereich zu fordern. Genauso wie ihr. Bis zum Tode. Wäre auch er gefallen, wäre weiteres Blut geflossen. Wer weiss bis wohin? Wäre das im Sinne der Götter? Oder in eurem Sinne?”
“Ich bin mir sicher, dass er ihn irgendwann fordern wird. Was glaubt Ihr, Signora Orleane, warum ich ihm zuvorkommen will? Er ist trotz allem mein Sohn. Wenn ich Garon Rodereich nicht zur Strecke bringe, wird er es irgendwann versuchen.” Sie hustete mit sichtlichen Schmerzen. Trotz der magischen Heilung ihrer inneren Organe hatte sie womöglich noch einige gebrochene Rippen, die auf natürlichem Wege heilen mussten. “Und dann gibt es da noch die Anderen. Dieser feige Wurm war ja nicht der einzige.” Sie war so erregt, dass sie einen Hustenanfall bekam.
Erschrocken sprang Orleane auf und ergriff die Schultern der Kriegerin.
“Bitte beruhigt euch. Eure Wunde könnte sich wieder öffnen.”
Barsch schob Josmina die junge Dottora zu Seite. Ihre Augen funkelten. So voller Hass.
Aber Orleane konnte es verstehen. Es waren mehrere, die ihr das angetan hatten. Ein Zittern durchfuhr ihren Körper. “Ich kann euren Durst nach Rache verstehen. Eure aufgestaute Wut. Aber glaubt ihr, dass euer Weg der Richtige ist?” Kurz stockte sie. Wieder durchlief ein Zittern ihren Körper. Ein kurzer Schwindel. Sie musste sich wieder setzen. “Eine offizielle Anklage. Vor einem Gericht im Namen des Himmlischen Richters.”
Josminas Husten hatte sich beruhigt. Ermattet fiel sie in die Kissen zurück. Mit brüchiger Stimme sagte sie, fast ein wenig abwesend. “Was glaubt Ihr, wie viele solcher Taten aus dem Thronfolgekrieg bis heute ungesühnt geblieben sind?” Sie lächelte sarkastisch. “Wenn es nur einen Hauch einer Chance gegeben hätte, vor Gericht Genugtuung zu erlangen … ich hätte sie schon längst ergriffen.” Dann seufzte sie. “Also, sagt mir … was erwartet das Oberhaupt des stolzen Hauses Amarinto nun von mir?”
“Den genauen Grund Eurer Forderung von Garon Rodereich. Warum ihr bereit wart, ihn auf das dritte Blut zu fordern und Euer Leben aufs Spiel zu setzen und das hier und jetzt.” Kurz atmete Orleane durch. Kleine Schweißperlen bildeten sich auf ihrer Stirn. “Ich kann es mir bereits denken, warum ihr dies getan habt. Und wie ich bereits sagte, ich kann es verstehen. Vielleicht hat er mich auch geschickt, um Euch zu helfen, auf welche Art und Weise auch immer. Und wenn es nur ein Gespräch ist, um sich alles von der Seele zu reden, was man anderen nicht anvertrauen kann.”
Josmina seufzte erschöpft.
“Er und seine Kumpane haben mir meine Ehre genommen und dafür werde ich ihm und den anderen das Leben nehmen. Das hatte ich vor vielen Götterläufen geschworen. Gestern traf ich ihn wie durch einen Wink der Götter hier in den Straßen von Aldyra und nutzte die Gelegenheit, ihn endlich zu stellen. Dieser offenen Wunde endgültig ein Ende zu setzen … auf die eine oder andere Art.” Sie wandte sich wieder zu Orleane und sah ihr mit einem Blick, geschmiedet mit eiserner Überzeugung, tief in die Augen. “Wenn Dareius mich daran hindern will, wird er schon persönlich kommen müssen. Ich bin nur zu gespannt, welche Argumente ein Mann wie er vorbringen will. Ein Mann, der bekannt dafür ist, keinem Duell aus dem Weg zu gehen und bereits erheblich geringere Verletzungen seiner Ehre mit dem Schwert zu beantworten pflegt. Ein Mann, der die Herzen unzähliger Frauen gebrochen hat, nur um sie dann nach einiger Zeit fallen zu lassen, wenn er endlich Verantwortung übernehmen müsste. Für seine Liebschaften, für sich selbst und nicht zuletzt für das Haus, welches er anführen soll.”
Sie lächelte sarkastisch.
“Was für ein Heuchler! Sagt ihm ruhig, dass ich das gesagt habe.”
Orleane hatte die Worte vernommen, reagierte aber nicht. ‘Die Herzen unzähliger Frauen gebrochen’, pochte es in ihrem Kopf. ‘Nur um sie dann nach einiger Zeit fallen zu lassen.’ War sie so blind, das selbst nicht zu sehen, wenn es eine Verwandte, die nicht oft in Sewamund zugegen war, ihr das so offen ins Gesicht sagen konnte? Die Stimme Josminas riss sie aus ihren Gedanken. Orleane stand ruckartig auf.
“Ich werde Signor Dareius Eure Worte ausrichten. Insgeheim hoffe ich, dass es eine andere Lösung gibt als blutige Rache, verbunden mit Tod und Trauer. Ich entbiete Euch die besten Genesungswünsche und bete zu den Göttern für die Wiederherstellung Eurer Kräfte.”
Kurz nickte sie der Kriegerin zu und bevor diese reagieren konnte, hatte die Dottora schnellen Schritten das Zimmer verlassen.

Cariana schreckte auf und sah Orleane ohne ein Wort zu sprechen an sich vorbeirauschen. Erst auf dem Hof konnte sie sie wieder einholen, aber auch nur, weil der Bursche gerade erst die Pferde aus dem Stall holte.
Sie bestiegen die Pferde und ritten los, manövrierten durch die von den vielen Gästen der Kaiserjagd verstopften Gassen Aldyras. Fast ein wenig ungeduldig stellte Cariana nun die Frage, auf deren Beantwortung sie nun schon seit dem eiligen Aufbruch wartete.
“Also, erzählst du mir jetzt was sie gesagt hat?”
“Sie hat gesagt, dass Dareius ganz genau weiss, warum sie diesen Rodereich gefordert hat und dass sie allein das Recht hat, ihn zur Strecke zu bringen. Sonst niemand. Auch zum Schutz Ihres Sohnes.” Ihre Stimme überschlug sich fast. “Er und seine Spießgesellen haben Ihr die Ehre genommen und nach Kriegermanier werden sie mit ihrem Blut dafür zahlen. Also wird Rodereich erst der Anfang sein. Und ich soll Dareius sagen, dass er, der Heuchler, schon selber kommen soll, wenn er sie davon abhalten will.”
Kurz hielt sie ihr Pferd an, um einem Fuhrwerk Platz zu machen. Sie schaute Cariana an. “Und sie sagte etwas über Dareius, was meine Zweifel nährt. Über seine Liebschaften. Warum schickt er uns nach Aldyra, wenn er den Grund von Signora Josminas Handeln kennt? Da hätte doch ein Bote gereicht. Oder du allein. Aber soll ich dir sagen welches Gefühl ich habe? Er wollte mich wegschicken. Damit er während der Jagd Zeit hat. Zeit um seiner Beute nachzujagen. Der weiblichen Beute auf zwei Beinen.”
Dann trieb sie ihr Pferd wieder an.
Cariana sah sie im ersten Moment nur an.
Nicht empört, sondern für einen flüchtigen Augenblick tatsächlich überrumpelt von der Heftigkeit, mit der Orleanes Worte aus ihr hervorgebrochen waren. Zwischen den engen Häusern Aldyras, zwischen dem Rattern von Wagenrädern, Rufen und dem Scharren vieler Hufe, wirkte alles plötzlich zu laut und zugleich seltsam fern.
Sie schwieg.
Nur ihre Finger zogen die Zügel straffer und sie folgte Orleane.
Sie brauchte nur wenige Augenblicke, um wieder an ihre Seite zu kommen. Eine Zeitlang ritten sie schweigend nebeneinander her, so dicht, dass ihre Stiefel beinahe die Bügel des jeweils anderen Pferdes hätten streifen können.
Schließlich sprach Cariana, ohne sie sofort anzusehen.
„Es ist nicht meine Aufgabe, meinen Bruder zu verteidigen.“
Ihre Stimme war ruhig, aber nicht kalt.
„Nicht vor dir. Und nicht vor irgendwem.“
Sie schwieg kurz, als müsse sie den nächsten Satz erst durch einen inneren Widerstand hindurch tragen.
„Aber ich glaube dennoch, dass du gerade zu hart mit ihm ins Gericht gehst.“
Jetzt sah sie Orleane an. Nicht vorwurfsvoll. Einfach offen.
„Ich weiß, dass er nur das Beste für sein Haus und für seine Verwandten im Sinn hat. Oft auf eine fast törichte, umständliche, geradezu selbstzerstörerische Art, aber dennoch aufrichtig.“ Ihre Mundwinkel zuckten bitter. „Er macht sich Sorgen um Josmina. Wirkliche Sorgen. Und er will ihr helfen. Nicht, weil es ihm nützt, nicht, weil er jemand etwas beweisen will, sondern weil sie zu uns gehört. Sie ist eine von uns, eine Amarinto und wir lassen unsere Familie niemals im Stich.“
Ein Karren rumpelte an ihnen vorbei, schwer beladen mit Fässern. Cariana zog ihr Pferd etwas näher an den Straßenrand, wartete, bis sie wieder Raum hatten, und fuhr dann fort.
„Warum er dich geschickt hat … vielleicht auch, weil er ahnte, dass Josmina mit dir eher reden würde als mit ihm. Oder mit mir.“ Sie hob leicht die Schulter. „Sie ist stolz. Verletzt. Und bei denen, die Amarintoblut in sich tragen, wird aus Schmerz nur allzu gern Trotz und Wut, bis keiner mehr weiß, wo das eine endet und das andere beginnt. Du weißt, dass ich aus Erfahrung spreche.“
Sie atmete aus und blickte für einen Moment an Orleane vorbei, als sähe sie dort nicht die Gassen Aldyras, sondern eine lange blutige Familiengeschichte.
„Was seine vielen Affären angeht, werde ich mich nicht einmischen.“ Ihre Stimme wurde trockener. „Bei den Göttern, ich habe mir schon sehr früh abgewöhnt, meinem Bruder in dieser Hinsicht Richterin sein zu wollen. Sonst müsste ich mein halbes Leben damit verbringen.“
Ein matter Anflug eines Lächelns huschte über ihr Gesicht und verging sofort wieder.
„Aber ich glaube, er weiß sehr wohl, dass er dabei egoistisch handelt.“
Das sagte sie ohne Schärfe. Fast traurig.
„Vielleicht nicht immer im Augenblick selbst. Vielleicht redet er es sich schön, nennt es Politik, Pflicht, Bündnisse, Nähe, Trost oder was auch immer ihm gerade hilft, vor sich selbst bestehen zu können.“ Cariana schluckte. „Aber im Grunde weiß er es.“
Ihre Hand glitt kurz über den Hals ihrer Stute, mehr aus Gewohnheit als aus Zärtlichkeit.
„Er ist ein Getriebener, Orleane.“ Jetzt war da etwas in ihrer Stimme, das fast nach Mitleid klang. Mitleid, das nur aus geschwisterlicher Liebe geboren werden kann.
„Er will immer allem gerecht werden. Seinem Namen. Dem Haus. Unseren Toten. Unseren Lebenden. Den Erwartungen der anderen. Den Erwartungen, die er an sich selbst stellt.“ Sie schüttelte langsam den Kopf. „Und manchmal glaube ich, dass er doch irgendwann daran zerbrechen muss.“
Cariana zog die Zügel leicht an, weil vor ihnen erneut ein Wagen quer in die Gasse bog und die Pferde langsamer wurden.
Dann sagte sie leiser: „Das entschuldigt nicht sein Verhalten.“
Ein nachdenklicher Blick zu Orleane.
„Aber es erklärt vielleicht mehr, als du ihm gerade zugestehen willst.“ Sie richtete sich im Sattel ein wenig auf, straff, stolz, mit jenem harten Glanz, den die Amarintos so oft trugen, wenn es um Dinge ging, die ihnen nah ans Herz gingen.
„Wenn du ihn verurteilen willst, tu es. Ich werde dich nicht daran hindern.“ Ein kurzer Atemzug. „Aber glaube wenigstens nicht, dass er Josmina, dich oder irgendwen von uns mit Gleichgültigkeit behandelt. Das wäre die Unwahrheit. Und mein Bruder hat viele Fehler, aber Gleichgültigkeit gehört nicht zu ihnen. Er würde eher sterben als uns im Stich zu lassen.“
“Du nimmst ihn ja doch in Schutz, obwohl du es gar nicht willst.” Orleane lächelte. “Das schätze ich so an dir. Und genau das gleiche, was du über deinen Bruder sagst, trifft auch auf dich zu. Dem Haus, den Freunden und Gefährten treu bis zum letzten Atemzug.”
Das Lächeln erstarb und wich einer leichten Melancholie.
“Aber ich möchte nicht eine seiner Affären sein, ich möchte mehr, werde es aber nie bekommen. Und es wird der Tag kommen, an dem ich an mich denken muss. Ohne wenn und aber. Und vielleicht ist er schon näher als ich denke.”
Cariana nickte, wissend. Aber sie sagte nichts, legte Orleane nur die behandschuhte Hand auf ihre. Dann ritten sie wortlos zurück.