Peraine-Tempel St. Meliora
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Der Peraine-Tempel St. Meliora erhebt sich in Sewamund auf dem Perainenstieg östlich der Periferia auf einem künstlich erhöhten Hügel über den Süßwasserfischteichen und gehört zu den markantesten Gebäuden der östlichen Neustadt. Der heutige Tempel entstand bei der Ausweitung der Stadt nach Osten. Während sich der ältere Peraine-Tempel jahrhundertelang innerhalb der Altstadt befand und später zum Hospital am Markt umgewandelt wurde, entschied sich der Lilienrat beim Bau der Neustadt für einen großen Neubau außerhalb der dichten Bebauung. Der Standort wurde bewusst gewählt. Der Hügel liegt über den Kanälen der Stadt, besitzt sauberes Grundwasser und grenzt unmittelbar an Fischteiche, Kräutergärten und fruchtbare Böden. Dadurch können Heilpflanzen, Gemüse und Arzneien unmittelbar vor Ort kultiviert werden.
Der Tempel ist ein großzügiger Bau aus hellem Naturstein mit ziegelgedeckten Satteldächern. Im Gegensatz zu den repräsentativen Patrizierpalazzi wirkt die Architektur bewusst schlicht und einladend. Große Fenster lassen Licht in die Gebetsräume fallen, während breite Arkadengänge den Übergang zwischen Gebäude und Garten bilden. Den Mittelpunkt bildet eine hohe Tempelhalle mit einem Altar aus weißem Kalkstein, auf dem stets frische Blumen, Getreideähren und Obst niedergelegt werden. Hinter dem Tempel liegen Kräutergärten, Obstwiesen und mehrere Gartenhäuser. Von dort führen Wege hinunter zu den Fischteichen und hinüber zur Villa Trebenfurt. Zu Füßen des Tempelhügels befinden sich mehrere Süßwasserteiche. Sie dienen nicht nur der Versorgung des Tempels, sondern auch der Beobachtung der Wasserqualität des Sewaks. Immer wieder werden hier Fische aus verschiedenen Gewässern gehalten, um Veränderungen frühzeitig erkennen zu können. Seit den Ereignissen um Gurondaii Ende 1019 BF kommt diesen Untersuchungen große Bedeutung zu.
Der Tempel genießt über Sewamund hinaus einen guten Ruf als Zentrum medizinischer Versorgung, besonders, was die Behandlung von Erkrankungen infolge der Sewakverseuchung und seltene Haut- und Wasserkrankheiten angeht. Während das Hospital in der Stadt klassische Heilmethoden praktiziert, kommen hier ausgefallene Kräutermedizin, Bäder, Diäten, Wickel und alchimistische Präparate zum Einsatz.
Neben dem Hüter der Saat Saldeto von Wiesen-Osthzweyg versehen mehrere Geweihte, Novizen, Gärtner, Heiler und Tempeldiener ihren Dienst. Dottora Quinnia Trebenfurt vom Hospital geht ebenfalls regelmäßig ein und aus.
Volkes Stimme und Gerüchte
„Wer den Hügel hinaufgeht, kommt meist gesünder wieder herunter.“
— Sewamunder Sprichwort
Der Tempel soll genau über einer besonders reinen Quelle errichtet worden sein, deren Wasser bereits den ersten Siedlern Sewamunds bekannt gewesen sei. Manche behaupten, sie stehe nicht mit dem Sewak, sondern mit einem verborgenen unterirdischen Quellsee in Verbindung und sei deshalb von der Verseuchung des Flusses weitgehend verschont geblieben.
Andere erzählen, einer der ersten Siedler Sewamunds habe während einer Hungersnot auf genau diesem Hügel einen dürren Birnbaum berührt, der noch am selben Tag wieder Früchte getragen habe. Ein Spross dieses Baumes soll bis heute im Tempelgarten wachsen und jedes Jahr die ersten Birnen Sewamunds hervorbringen.
Seit den Ereignissen um Gurondaii, der Seeschlangensichtung und der Sturmflut von 1046 BF kursieren Gerüchte, in den Kellern des Tempels würden Wasserproben, krankhafte Pflanzen und seltsame Fischarten aus dem Sewak untersucht. Offiziell diene dies medizinischen Zwecken, aber Stimmen behaupten, dass in Geweihtenkreisen weit mehr über die Sewakverseuchung bekannt ist, als öffentlich eingeräumt wird.