Zünfte Urbasis
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Neun Zünfte gibt es in der Stadt Urbasi, denen naturgemäß eine bedeutende Rolle in der Wirtschaft der Stadt, aber auch der gesamten Urbasiglia zukommt. Sie kaufen auf, verarbeiten und veredeln, versorgen und verkaufen wieder. Es gibt nur wenige Bereiche, in denen sie auf die Herstellung von Waren kaum oder keinen Einfluss haben. Daher verwundert es auch nicht, dass den Zünften über ihre wirtschaftliche Bedeutung hinaus noch eine nicht zu unterschätzende politische zu eigen ist. Es ist das Recht einer jeden der neun Zünfte sich nach einem jeweils eigenen Modus einen Patron zu erwählen, der ihre Interessen in der urbasischen Signoria vertreten soll. Dass es sich bei diesem Patron oft um einen ohnehin mächtigen Patrizier handelt, ist unstrittig. Doch auch einfache Handwerker oder schlicht durchsetzungsfähige (vielleicht gar auswärtige) 'Beschützer' werden bisweilen ausgewählt.
Inhaltsverzeichnis |
Silberzunft
Patron: Macrin vom Rauhen Berg
Privilegien: Geldwechsel und Geldverleih (an Silbertaler Bank abgetreten)
Gewerbe: Silberschmiede, Graveure
Einfluss: groß
Vermögen: sehr groß
Die reichste und bekannteste der urbasischen Zünfte ist zugleich die zerstrittenste: Die dicht an dicht auf dem Ponte Phecchio lebenden Silberschmiede und Graveure neiden sich gegenseitig jeden Erfolg und verschwören sich schnell gegen aufstrebende Handwerksmeister aus ihren eigenen Reihen. Daher akzeptieren sie auch eher als andere Zünfte fremde Patrone. Das lange Zeit zunfteigene Recht des Geldwechselns und -verleihens in Urbasi wurde 1030 BF an die Silbertaler Bank abgetreten - die Zunft dafür jedoch an ebenjener beteiligt. Die beiden bekanntesten Silberschmieden der Stadt gehören momentan den verfehdeten Familien Acciaioli und Girrando. Die Iquancensa ragen durch ihre Verbindungen zur Sewamunder Familie van Kacheleen heraus.
Eisenzunft
Patron: Grotho Tadoschi
Privilegien: ?
Gewerbe: Grob-, Kupfer- und Waffenschmiede, Harnischmacher, Bronze-, Zinn- und Glockengießer
Einfluss: ansehnlich
Vermögen: ansehnlich
Stets im Schatten der ungleich angeseheneren Silberzunft lebend, haben die Meister der Eisenzunft eine geradezu trotzige Geschlossenheit entwickelt. Dass sie eine weitaus breitere Produktpalette als die Silberschmiede und mit den berühmten Glocken Urbasis selbst eines der Wahrzeichen der Stadt anbieten, erfüllt sie mit einigem Stolz – auch wenn diese Qualitäten von vielen Außenstehenden offensichtlich gar nicht bemerkt werden. Die Familie Aspoldo hat in der Zunft großen Einfluss.
Steinzunft
Patron: Aliena dell'Arbiato
Privilegien: ?
Gewerbe: Steinmetze, Ziegelbrenner, Baumeister
Einfluss: ansehnlich
Vermögen: groß
In einer Stadt, die wie Urbasi fortwährend an der Errichtung neuer Prachtbauten und Verschönerung ihrer Plätze und Gärten interessiert ist, kommt auch jenen Handwerkern einige Bedeutung zu, die diese Monumente erbauen und Statuen oder Fresken anfertigen sollen. Den Meistern der urbasischen Steinzunft ist dies nicht verborgen geblieben, und so hat sich unter ihnen durchaus ein wenig Überheblichkeit breit gemacht – eher als die eigenen Fähigkeiten werden da oft die Wünsche der Kunden oder die Vorstellungen der Architekten in Frage gestellt.
Holzzunft
Patronin: Odina della Pena
Privilegien: ?
Gewerbe: Zimmerer und Dachdecker, Tischler, Korb- und Fassmacher, Wagner, Drechsler, Kunstschnitzer, Armbruster, Instrumentenbauer
Einfluss: ansehnlich
Vermögen: ansehnlich
Eine der größten Zünfte Urbasis ist die der 'Holzwerker'. Doch so vielfältig wie die Betätigungsfelder ihrer Meister sind oft auch ihre Interessen. Die Fassmacher etwa stehen unter dem Einfluss der Familie Solivino als ihren wichtigsten Kunden, doch auch die Familie Balestriano (Manufaktur) verfügt in der Zunft noch über gute Beziehungen. Eine Kuriosität stellen indes die sogenannten 'Einhornschnitzer' dar. Bei diesen handelt es sich um Spezialisten, die das aus den Einhornwäldern stammende 'Alicorn' zu kunstvollen Devotionalien verarbeiten, die von der Familie Giochino weithin gehandelt werden.
| Beim als 'Alicorn' gehandelten Rohstoff aus den Einhornwäldern handelt es sich zumeist tatsächlich um in Form gebrachtes oder gestückeltes Ziegen- oder Rinderhorn – bisweilen magisch behandelt, um einer oberflächlichen Aufdeckung des Betrugs vorzubeugen. Ganz selten handelt es sich dabei aber auch um echtes Alicorn, das eine prächtige Grundlage zur Erschaffung eines magischen Artefakts darstellt. |
Kornzunft
Patronin: Varosja Zorgazo
Privilegien: ?
Gewerbe: Müller, Bäcker und Konditoren, Brauer und Brenner
Einfluss: groß
Vermögen: ansehnlich
Die Grundversorgung Urbasis mit Brot und Backwaren stellen die Meister der Kornzunft sicher. Sie gelten ebenso wie ihre Waren als solide, aber selten herausragend - man könnte es wohl auch 'langweilig' nennen. So verwundert es denn auch nicht, dass sie über die Grenzen der Urbasiglia hinaus kaum Handelsbeziehungen pflegen. Die wenigen Brauer und Brenner spielen im weinverliebten Urbasi eine eher unbedeutende Rolle. Von den Patriziern hat das Kornhandelshaus Zorgazo den größten Einfluss innerhalb der Zunft.
Fleischzunft
Patron: Tarquinio della Pena
Privilegien: ?
Gewerbe: Fleischer und Räucherer
Einfluss: ansehnlich
Vermögen: ansehnlich
Die Fleischzunft zählt zu den kleineren Urbasis, spielt in der Lebensmittelversorgung der Stadt eine weniger große Rolle als die Kornzunft, steuert dafür mit der berühmten Dauerwurst Sikrami aber zumindest eines der bekanntesten Exportgüter zum Handel der Urbasiglia bei. Im Gegensatz zu den Fleischern des benachbarten Sikramara verarbeiten die urbasischen Meister allerdings nur noch selten Eselfleisch. Umstritten ist die Zugehörigkeit der Fischer Urbasis zu dieser Zunft - um einer Bevormundung durch die Fleischer zu entgehen, denen sie sich ohnehin nicht allzu verbunden fühlen, streben sie nach der Begründung einer eigenen Zunft oder ziehen es vor, unzünftisch zu bleiben.
Wollzunft
Patron: Miguel Flaviora
Privilegien: ?
Gewerbe: Weber, Tuchfärber, Schneider
Einfluss: groß
Vermögen: groß
Die vor allem wegen ihrer geruchsintensiven Färbereien einst in die Vorstadt Agreppara verbannte Wollzunft ist mittlerweile die zweitbedeutendste Urbasis geworden, seitdem die Wolle von immer mehr Phraischafen aus den Goldfelsen hier verarbeitet wird. Das daraus hergestellte Phraioratuch kann von der Qualität zwar nicht mit dem von Herden an der Küste mithalten, wird aber in solchen Massen produziert, dass angeblich jedes zweite Kleidungsstück aus Phraioratuch im Lieblichen Feld aus Urbasi stammt. Am meisten profitiert davon die Familie Flaviora, deren Einfluss in der Zunft denn auch der größte ist.
Lederzunft
Patron: Galea Gastolfi
Privilegien: ?
Gewerbe: Gerber, Sattler und Schuster
Einfluss: hinlänglich
Vermögen: hinlänglich
Die ebenso wie die Wollzunft in die Vorstadt Agreppara verbannten 'Lederwerker' stellen allerlei Alltagswaren wie Schuhe, Taschen, Sättel oder auch nur lederne Riemen her, müssen sich vor allem aufgrund des Gestanks der Gerbereien aber mit einem eher schlechten Ansehen innerhalb der Stadt begnügen. Herausragende Leistungen oder nennenswerte Handelswaren haben sie überdies noch nicht hervorgebracht.
Gefäßzunft
Patron: Federico Danzola
Privilegien: ?
Gewerbe: Töpfer, Keramikmacher, Glasbläser, Spiegelmacher
Einfluss: hinlänglich
Vermögen: ansehnlich
Die Gefäßzunft – oft als 'Gesäßzunft' verspottet – ist die kleinste der urbasischen Zünfte. Vor allem Töpfer und Glasbläser sind in ihr versammelt. Gemein ist diesen zumeist eine besondere Affinität zur Göttin Tsa und zur Kreativität bei der Herstellung und Ausschmückung der eigenen Waren. Die relativ junge Patrizierfamilie Carasbaldi hat in dieser Zunft einen großen Einfluss.










