Ponterranische Quaestur

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Die Ponterranische Quaestur ist ein sheniloer Kanzleibeschluss des Cancellario Tankred Menaris aus dem Jahr 1031 BF. Durch sie wurden zunächst vier Rechtswahrer und Advokaten für die Städte des Sheniloer Bundes Chetan, Gilforn, Côntris und Sodanyo eingerichtet. Zuvor hatten die Machthaber Arinkens und Calvens die Einrichtung von Quaestoren in ihren Städten abgelehnt.

Inhaltsverzeichnis

Amtsbeschreibung

Die sogenannten Quaestoren (bezugnehmend auf das bosparanische Amt des Fragenden) überwachen vor allem die Einhaltung des Bundesrechtes und sind Ansprechpartner für Gesuche der städtischen Räte an den Gransignore von Shenilo. Sie haben allerdings keinerlei Sanktionsgewalt - wofür Iustitiar und Erster Rat zuständig sind - , konkurrieren also nicht mit den städtischen oder signoralen Gerichten. Gleichzeitig haben sie gegenüber dem Magistrat und speziell dem Cancellario eine Berichtspflicht, die dafür sorgen soll, dass stets eine 'Stimme Shenilos' aus den betreffenden, teils recht weit von der Magistratsstadt entfernt liegenden Bundesmitgliedern zu vernehmen ist.
Sofern möglich, werden die Quaestoren vom Cancellario aus denjenigen Städten rekrutiert, für die sie verantwortlich sein und in denen sie ihren Amtssitz haben sollen. Jeder Quaestor muss entweder eine profunde Kenntnis des sheniloer Rechtes vorweisen oder einen adäquaten Berater, der dann von Shenilo gestellt wird, an seiner Seite wissen.
Der Entwurf reagierte in Teilen auf das bisher vakante Amt eines Hohen Inspectors von Shenilo, das nunmehr als aufgelöst gelten muss. Seine Befugnisse bzw. Aufgabengebiete wurden damit zwischen dem Ersten Rat Shenilos und den Quaestoren der Kanzlei aufgeteilt.

Quästoren

Côntris

Rahjadan Korbmacher, Quästor Côntris'

Als Rechtswahrer Côntris wählte der Cancellario einen außerordentlich erfahrenen Rechtsgelehrten. Mit Rahjadan Korbmacher, dem Ersten Stadtrichter, wählte er zugleich ein Mitglied der bedeutenden Côntrisischen Patrizier-Familie Korbmacher aus. Der jüngere Bruder der Maestra der Stadt mit dem mächtigen Bart genießt in Côntris hohes Ansehen. Im Zusammenspiel mit seinem Richteramt kommt es in Côntris so gut wie nie zu Rechtsstreitigkeiten, die auf Fehldeutungen des Bundesrechts beruhen würden, was den Stadtvätern ganz recht ist und - in ihrer Lesart - die enge Anbindung Côntris' an die ponterranische "Mutterstadt" unterstreicht.

Gilforn

Der Quaestor Gilforns hat den schwersten Stand unter allen Amtsträgern - sieht man einmal von denjenigen Anwärtern ab, deren Quaestur in Arinken oder Calven gar nicht erst angetreten werden konnte. Denn in Gilforn gilt es nicht nur das neue Recht des jungen Sheniloer Bundes zu beachten, sondern auch die Rechtssetzungen der Stadtherren und das tradierte Gewohnheitsrecht der Domäne Clameth. Es ist daher kein Wunder, dass sich der nominelle Rechtswahrer Linario Hoste, gleichzeitig Maestro Gilforns, ähnlich wie sein Amtskollege in Chetan, einen Gelehrten zur Hilfe genommen hat. Die junge Imacula Pildano, Akoluthin der Hesinde-Kirche und frühere Schöffin des Domänengerichts von Westenende, hat sich dieser Aufgabe dankbar angenommen, waren doch in Westenende die Verhältnisse nach den Taten der Trabbacantesbrüder ungleich gefährlicher.

Chetan

Horalian von Toricum, Rechtskundiger ohne Quaestur

Offizieller Quaestor Chetans ist Gilbardo Silandris, Vetter der Maestra Gilmone, der allerdings keinerlei Rechtskenntnisse besitzt. Um dieses Manko auszugleichen wurde aus dem Alten Fondaco zu Toricum der frischgebackene, aber noch unlicencierte Rechtsgelehrte Horalian de Morsâc gen Chetan entsandt. Da sich Gilbardo für die "lästigen Rechtsstreitereien" nur wenig zu interessieren vermag, ist Horalian recht schnell Ansprechpartner für tatsächliche Bedürfnisse der Chetani geworden, während sich sein Vorgesetzter mit dem Titel des Quaestors zu begnügen scheint.

Sodanyo

Sybaris Dorén, eigenwilliger Gelehrter und Quästor
Für Sodanyo, südlich des Arinkelwald gelegen und damit mit ganz anderen Streitfragen befasst als Chetan oder Côntris, wählte der Cancellario Sybaris Dorén als Quaestor aus. Der als unpolitisch geltende Universalgelehrte aus dem Signorsgeschlecht Dorén dürfte als Zugeständnis an die Herren Sodanyos ernannt worden sein, hatten sich doch diese zuvor skeptisch über die Einrichtung der Quaestur geäußert. Allerdings steht Sybaris fachliche Eignung außer Frage - ganz im Gegensatz zu seinem Amtskollegen aus Chetan beispielsweise.
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