Briefspiel:Der Griff nach Yandrigas

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Briefspielgeschichte aus: Briefspiel in Urbasi, Marudreter Fehde
Datum (aventurisch / irdisch): 15. Rondra 1033 BF / September 2011
Beteiligte (aventurisch / irdisch): Therengar Aspoldo und Anverwandte, einige Söldner aus dem Mittelreich / Aspoldo
Schauplatz: Palazzo Aspoldo in Urbasi


Kurz vor der Parade zum Schwertfest im Palazzo Aspoldo:

Therengar Aspoldo

Therengar Aspoldo war vollständig in einer kunstvollen Plattenrüstung gepanzert. Einzig Panzerhandschuhe und Helm fehlten ihm noch. Um ihn herum hatte sich die Familie Aspoldo versammelt, zumindest der kämpfende Teil der Familie, insbesondere seine beiden Söhne Kalman und Ucurio, die Therengar in ihrer bulligen Figur nur wenig nachstanden. Dazu kamen noch einige Neffen und Nichten, sowie einige Soldritter aus dem Mittelreich. Aus den Nordmarken waren sie wohl und hatten sich in den letzten Jahren auf den zahlreichen Schlachtfeldern des Mittelreiches geschlagen. Nicht zuletzt in Albernia.

Da war Friedeswieda von Schleiffenröchte, die trotz ihrer mehr als vierzig Lenzen nicht die Anführerin der Gruppe war. Anführer schien stattdessen Gelda von Stiefelstieg. Sie war wohl nur wenig älter als zwanzig Jahre, aber sie hatte bei den Soldverhandlungen das Wort geführt und lang und hartnäckig verhandelt. Wolfmar von Wildklamm ging wohl ebenfalls auf die Vierzig zu. Seiner Gestalt war Therengar gar nicht so unähnlich und war dem Familienpatriarchen sofort sympahtisch gewesen. Den Abschluss bildete Otgar von Hartsteig. Ein schmächtiges Kerlchen, aber die kleinsten waren ja oft die zähesten, wie sich Therengar eingestehen musste.

Die vier Ritter hatten eine Rotte berittener Reisige im Gefolge und so standen Therengar nun insgesamt eine ganze Schwadron Bewaffneter zur Verfügung. Das würde für das Unterfangen wohl ausreichen. Therengars eigene Leute hatten sich wiederholt bewährt, nicht zuletzt in der Schlacht von Westfar, in der sie zahllose verbissene Angriffe gegen die Brüder des Blutes geritten waren. Doch auch die Nordmärker sahen nicht so aus, als hätten sie ihr Leben bisher mit Blumenflücken und Harfe spielen verbracht. Der martialische Eindruck Mittelreicher wurde von ihren sichtlich gebrauchten Rüstungen unterstrichen. Wolfmar von Wildklamm führte gar seinen Kriegshammer ununterbrochen mit sich herum. Angeblich nahm er ihn sogar auf den Abort mit. Beim Essen war Therengar der Kriegshammer jedenfalls wiederholt aufgefallen.

Langsam verstummten die privaten Gespräche der Versammelten und Therengar rollte eine Karte der Baronie Marudret aus. „Das ist die Baronie Marudret. Graf Croenar hat sie überfallen und wir werden sie uns zurückholen. Doch damit nicht nur die Stadt etwas davon hat werden wir uns endlich ein Stück Land unter den Nagel reißen. Im Krieg der Drachen haben wir für eine verlorene Sache geblutet und es wurde uns nie entlohnt. Nun aber ist unsere Stunde gekommen.“

Schwungvoll rammte Therengar seinen Dolch in die Karte. „Genau hier werden wir uns festsetzen. Nachdem das Heer Urbasis den Übergang über den Mardilo geschafft hat und die ersten Kampfhandlungen abgeklungen sind, werden wir uns absetzen und unserem Ziel zusteuern. Ich kann euch jetzt schon versprechen, dass es nicht einfach wird, aber Croenars Söldner werden sich warm anziehen müssen, wenn sie es mit uns aufnehmen wollen. Und am Ende steht für jeden von uns ein nettes Stückchen Land.“ Bei den letzten Worten war der Zweifel in den Augen der Soldritter verschwunden. Hier ging es um persönlichen Profit, und welcher Ritter träumte nicht von einem Stückchen Land und sei es nur, um es zu verkaufen und sich ein Gut in heimatlichen Gefilden zu kaufen.

Es dauerte noch einige Stunden, bis die Einzelheiten geklärt waren. Es ging darum Wege und Siedlungen zu erörtern, die Strategie beim Angriff und auch mögliche Rückzugsrouten wollten bedacht werden.

Als schließlich zur Parade gerufen wurde waren alle Fragen besprochen und die Männer und Frauen verließen scheppernd den Raum. Es galt Land zu erobern!

Nur der Dolch blieb zurück. Er steckte nach wie vor in einem Stück Land, dass als Yandrigas auf der Karte eingezeichnet war.

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