Familie Gezetti/Canzlei Gezetti
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Die Canzlei Gezetti ist eine angesehene Notariatskanzlei mit Wurzeln in Belhanka und heutigem Hauptsitz in Efferdas. Als Herzstück der Familientätigkeit blickt sie auf über ein Jahrhundert Geschichte zurück und genießt einen Ruf für Verschwiegenheit, Akribie und lange Erinnerung.
Geschichte
Was einst als bescheidene Notarsstube im Schatten des Dogenpalastes begann, entwickelte sich über Generationen zu einer der angesehensten Kanzleien der Serenissima. Die Gezettis beglaubigten Handelsverträge, fertigten Testamente an und verwahrten die Geheimnisse der belhankanischen Oberschicht. Stets mit der Diskretion, die ihrem Stand gebot.
Doch trotz ihres tadellosen Rufs blieb den Gezettis der Aufstieg ins Patriziat verwehrt. In Belhanka, wo die Machtverhältnisse seit Generationen zementiert sind, fehlte schlicht der Raum für Emporkömmlinge,und sei ihr Ruf noch so untadelig. Die Familie begnügte sich mit der Rolle des geschätzten Dienstleisters, ohne je selbst am Tisch der Mächtigen Platz zu nehmen.
Der Bankrott der Familie Changbari und die darauffolgende Versteigerung ihres Palazzo boten eine unerwartete Gelegenheit. In Efferdas, wo das Machtvakuum der gestürzten Tuchhändler neue Konstellationen ermöglichte, ergriffen die Gezettis ihre Chance. Mit dem Erwerb des Palazzo Changbari um 1046 BF verlagerten sie nicht nur den Schwerpunkt der Kanzlei, sondern legten den Grundstein für den lang ersehnten Aufstieg in die Reihen des Patriziats.
Der Umzug war zugleich ein Machtwechsel innerhalb der Familie. Es war Riana Gezetti, die den kühnen Schritt vorantrieb, unterstützt von ihrem Bruder Lucian, gegen den anfänglichen Widerstand des Patriarchen Lovis, der das Stammhaus in Belhanka nur ungern aufgab. Dass Riana sich durchsetzte, verschob die Gewichte dauerhaft: Obwohl sie formell an zweiter Stelle in der Familienhierarchie steht, liegt die faktische Macht über die Canzlei mittlerweile in ihren Händen. Ihr Onkel Niando, der die Familie im Beirat der Banca della Renascentia vertritt, stützt ihre Position.
Lovis und seine Gattin Valeria führen die Belhankaner Außenstelle mit einer Rumpfbelegschaft weiter. Dieses Arrangement erlaubt es dem Patriarchen, sein Gesicht zu wahren, während die Zukunft der Familie anderswo entschieden wird.
Der Hauptsitz in Efferdas
Die Canzlei residiert heute im ehemaligen Kontor des Palazzo Changbari, dessen repräsentative Räumlichkeiten sich hervorragend für den Empfang vornehmer Klientel eignen. In den Gewölben unter dem Palazzo befindet sich das Familienarchiv mit Dokumenten aus über drei Jahrhunderten – einschließlich des berüchtigten Roten Buches.
Rechtlich und organisatorisch teilt sich Riana Gezetti die Hausherrenschaft des Palazzo mit ihrem Bruder Lucian Gezetti und dessen Gattin Sherieth sunya Fatimeh. Da Lucian und Sherieth jedoch mit ihrem Kurierunternehmen Exclusive Transportationen beschäftigt sind und wenig Interesse am häuslichen Tagesbetrieb zeigen, wird ein substanzieller Teil dieser Aufgaben faktisch von ihrer Tochter Lamea Gezetti erledigt – eine Verantwortung, der die junge Frau mit beachtlicher Umsicht nachkommt.
Die Canzlei beschäftigt:
- Kopisten und Kalligraphen, verantwortlich für die kunstvolle Ausfertigung wichtiger Dokumente
- Archivare, darunter Bartolo Cassarini, ein erfahrener Kopist im Ruhestand, der das Verzeichnissystem pflegt
- Schreiber und Gehilfen für das Tagesgeschäft
Die Außenstelle in Belhanka
Das Stammhaus in Belhanka wird heute nur noch als Außenstelle mit Rumpfbelegschaft geführt. Lovis Gezetti empfängt hier gelegentlich die alteingesessene Klientel und pflegt die Verbindungen zur Serenissima. Seine Gattin Valeria Gezetti unterstützt ihn dabei.
Ebenfalls im Stammhaus leben Silvana Gezetti, die jüngste Schwester des Patriarchen, und ihr Gatte Aldario Pennafina. Silvana leitet die verbliebenen Kopistendienste in Belhanka, während Aldario als Miniaturist und Illuminator für besonders kunstvolle Ausfertigungen zuständig ist und für die er gelegentlich auch von Efferdas aus beauftragt wird.
Die Belhankaner Niederlassung dient vornehmlich:
- der Betreuung langjähriger Klienten, die den Weg nach Efferdas scheuen
- der Pflege von Kontakten zur belhankanischen Oberschicht
- als Anlaufstelle für Angelegenheiten, die Diskretion abseits des geschäftigen Efferdas erfordern
Dienstleistungen
Die Canzlei bietet ein breites Spektrum notarieller und juristischer Dienste:
Vertragswesen: Aufsetzen, Prüfen und Beurkunden von Handelsverträgen, Eheverträgen, Pachtvereinbarungen, Gesellschaftsverträgen und anderen rechtlichen Dokumenten. Die Gezettis sind bekannt für wasserdichte Formulierungen, die auch nach Jahrzehnten noch Bestand haben.
Erbschaftsangelegenheiten: Testamentserstellung, Nachlassabwicklung, Erbteilungen – oft über Generationen hinweg für dieselben Familien. Manche Geschlechter vertrauen den Gezettis seit dem Großvater des Großvaters.
Urkundenservice: Beglaubigungen, Abschriften historischer Dokumente, Siegelung offizieller Schriftstücke. Die Kanzlei verfügt über ein eigenes Wachssiegel von anerkannter Autorität.
Rechtsberatung: Diskreter Rat in heiklen Angelegenheiten – sei es ein ungünstiger Ehevertrag, ein strittiges Erbe oder Fragen, bei denen man ungern die Obrigkeit einschaltet.
Archivdienste: Aufbewahrung und Verwaltung wichtiger Dokumente für Klienten, die ihre Unterlagen in sicheren Händen wissen wollen. Die Gebühren sind beträchtlich, doch die Gewissheit, dass kein Feuer und kein Dieb an die eigenen Geheimnisse herankommt, ist manchem Patrizier jeden Dukaten wert.
Klientel und Geschäftsbeziehungen
Zur Stammkundschaft der Canzlei zählen:
- Patrizierfamilien der Coverna, deren Verträge und Testamente seit Generationen von den Gezettis betreut werden.
- Handelshäuser, die auf diskrete und rechtssichere Vertragsgestaltung Wert legen. Besonders der Fernhandel mit seinen komplexen Abmachungen erfordert Notare, die auch exotische Rechtslagen kennen.
- Der niedere Landadel des Umlandes, für den die Gezettis oft die erste Anlaufstelle in Rechtsfragen sind. Ein Testament beim Dorfschreiber mag genügen – doch wer sichergehen will, fährt nach Efferdas.
- Kirchliche Institutionen, gelegentlich, wenn weltliche Notare den geistlichen Herren opportuner erscheinen als die eigene Kanzlei.
- Städtische Behörden für besonders heikle Beurkundungen, bei denen Unparteilichkeit gefordert ist.
Beispielhafte Geschäftsbeziehung: Familie d'Antara
Die Schiffbauer-Dynastie d'Antara hat in den Gezettis professionelle Rechtskundler gefunden, die die notariell beglaubigten Urkunden anfertigen, welche im Laufe ihrer vielfältigen Geschäfte anfallen. Als rechtskundige Ansprechpartner für das südliche Horasreich stehen die Gezettis der Familie bei Vertragsangelegenheiten, Handelsabkommen und anderen juristischen Belangen zur Seite. Eine beispielhafte Zusammenarbeit, die beide Häuser als gewinnbringend betrachten.
Grundsätze und Ruf
„Ein Gezetti vergisst nichts – und behält alles für sich."
Dieser Spruch, halb bewundernd, halb warnend, fasst den Ruf der Canzlei zusammen. Die Gezettis sind bekannt für:
- Akribische Genauigkeit: Kein Dokument verlässt die Kanzlei ohne mehrfache Prüfung. Fehler sind selten und werden teuer bezahlt.
- Absolute Verschwiegenheit: Was in der Kanzlei besprochen wird, bleibt dort. Diese Diskretion ist das wertvollste Kapital der Familie.
- Unbestechlichkeit: Der Ruf ist mehr wert als jede Bestechungssumme. Wer einen Gezetti kaufen will, wird höflich, aber bestimmt abgewiesen.
- Unparteilichkeit: Die Canzlei dient dem Recht, nicht den Interessen einzelner Klienten. Diese Neutralität ermöglicht es, auch verfeindete Parteien zu beraten – natürlich nicht im selben Fall.
- Lange Erinnerung: Das Archiv reicht Generationen zurück. Wer vergessen möchte, was vor dreißig Jahren vereinbart wurde, sollte nicht hoffen, dass auch die Gezettis vergessen haben.
Gebühren
Die Canzlei ist nicht billig – doch wer bei den Gezettis spart, spart am falschen Ende. Konkrete Beträge sind stets Verhandlungssache und richten sich nach Umfang, Komplexität und Dringlichkeit des Auftrags. Archivgebühren werden jährlich erhoben und bemessen sich nach dem Umfang der verwahrten Dokumente. Die Gewissheit, dass kein Feuer und kein Dieb an die eigenen Geheimnisse herankommt, ist manchem Patrizier jeden Dukaten wert.