Familie Gezetti/Archiv

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Das Archiv

Über die Generationen hinweg hat die Canzlei Gezetti ein sehr umfangreiches Archiv von Dokumenten und Urkunden aller Art aufgebaut. Testamente, Verträge, Abkommen – kaum etwas, das nicht von einem Gezetti verschriftlicht wurde und nun als Abschrift im Archiv vorliegt. Diese Sammlung ist nicht nur ein Zeugnis juristischer Akribie, sondern auch ein Schatz an Informationen über Familienverhältnisse, Besitzverhältnisse und Geheimnisse der covernischen Oberschicht.

Das Archiv befindet sich heute im Palazzo Changbari (Efferdas) zu Efferdas und umfasst mehrere Räume mit deckenhohen Regalen. Ein eigener Archivar – derzeit Bartolo Cassarini, ein pensionierter Kopist – pflegt die Bestände und führt ein komplexes Verzeichnissystem, das nur Eingeweihten verständlich ist.

Das Rote Buch

Besonders brisante oder wertvolle Informationen werden im sogenannten Roten Buch abgelegt. Dabei handelt es sich um einen in rotes Saffianleder gebundenen Folioband, der magisch versiegelt ist. Die Versiegelung – ein Relikt aus den frühen Tagen der Kanzlei – ist an das amtierende Inhaberehepaar gebunden und kann nur durch beide gemeinsam geöffnet werden. Seit der faktischen Übergabe der Geschäftsleitung an Riana Gezetti ist die Frage der Zugangsberechtigung komplizierter geworden: Formal liegt sie noch bei Lovis Gezetti und Valeria Gezetti, praktisch benötigt Riana zunehmend Einsicht.

Über den genauen Inhalt des Roten Buches wird – naturgemäß – geschwiegen. Gerüchte besagen, dass sich darin Informationen finden, die den Ruin mehrerer angesehener Familien bedeuten könnten, darunter angeblich auch kompromittierende Details über das Haus Changbari selbst. Ob dies der wahre Grund war, warum die Gezettis so bereitwillig die Konkursmasse erwarben, ist Gegenstand gelegentlicher Spekulationen in den Salons von Efferdas.