Matrosenkneipe Sewamund Ahoi!

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Die Matrosenkneipe Sewamund Ahoi! am alten Handelshafen

Sewamund Ahoi! ist die bekannteste Matrosenkneipe Sewamunds und liegt unmittelbar am alten Handelshafen zwischen dem Haus der Zünfte, den Silagespeichern und dem Phex-Tempel „Halle des Handels“. Seit Generationen gilt sie als erster und letzter Anlaufpunkt zahlloser Seeleute, bevor sie in See stechen oder nach langer Fahrt wieder festen Boden unter den Füßen haben.

Der Leitspruch des Hauses lautet: „Wer noch stehen kann, bekommt noch einen.“

Die Ursprünge der Schankwirtschaft reichen bis in die Zeit zurück, als der alte Handelshafen das einzige Hafenbecken Sewamunds war. Ursprünglich handelte es sich um eine einfache Hafenschänke für Lotsen und Hafenarbeiter. Mit dem wachsenden Seehandel entwickelte sie sich rasch zum Treffpunkt für Seeleute aller Herkunft. Ob nostrische Händler, thorwalsche Kapitäne, horasische Offiziere oder tulamidische Gewürzhändler, kaum eine Mannschaft macht in Sewamund fest, ohne wenigstens einen Abend im Sewamund Ahoi! verbracht zu haben. Auch nach Anlage des neuen Hafens bleibt sich die Kneipe ihrem Ruf als Wirtschaft der arbeitenden Seeleute treu.

Das zweigeschossige Gebäude wirkt von außen unscheinbar. Eine breite Eingangstür öffnet sich direkt zur Straße. Über ihr hängt ein großes, mehrfach übermaltes Wirtshausschild mit einem fröhlich grüßenden Matrosen, dessen Mütze jedem Sturm zu trotzen scheint. Der große Schankraum wird von schweren, dunklen Balken getragen, an denen Flaggen, Galionsfiguren, Schiffsmodelle und viele Erinnerungsstücke vergangener Fahrten hängen, größtenteils gestiftet von Stammgästen. An den Wänden finden sich eingeritzte Schiffsnamen, Reiseberichte, Liebeserklärungen, Beleidigungen und mindestens drei verschiedene Weltkarten, die alle behaupten, richtig zu sein. Im Obergeschoss liegen einige einfache Schlafräume für Seeleute, die ihre Heuer schneller vertrunken haben als geplant.

Die Matrosenknepie ist weniger für feine Küche bekannt, serviert werden unter anderem gebratene Grangorellen, gepökelter Dorsch, geräucherter Aal, Fischsuppe nach Stordians Art, Zwiebelbrot mit Seilerkäse und dicke Bohnen mit Speck. Berüchtigt ist der Rum Sewakfeuer, von dem behauptet wird, er löse Rost von Ankerketten, aber auch gewarnt wird, er enthalte Sewakwasser.

Nicht selten beginnen hier Handelsreisen ebenso wie Schlägereien. Kapitäne werben ihre Besatzungen direkt im Schankraum an. Heuerverträge werden häufig noch beim letzten Bethaner Weizengold geschlossen.

Obwohl das Haus als weltoffene Matrosenkneipe gilt, weiß jeder Sewamunder, dass sich hier Gestalten treffen, die man tagsüber lieber nicht kennen möchte. Mitglieder der Freisegler, Vertreter der Laternenbande, Hafenarbeiter der Seilschaft und gelegentlich sogar Schleuser der Schleusenschieber sollen hier verkehren. Der Wirt behauptet dazu lediglich: „Solange sie bezahlen und sich drinnen nicht gegenseitig erstechen, sind mir alle willkommen.“ Der benachbarte Phex-Tempel betrachtet das Haus mit auffälliger Gelassenheit.

Daneben gilt die Kneipe als Fundgrube zahlloser Geschichten. So wurde hier angeblich die Schwarze Münze zuletzt gesehen, Baron Irion inkognito mehrfach gleichzeitig an verschiedenen Tischen gesichtet, ein Grolm beim Falschspielen erwischt, und ein Thorwaler davon überzeugt, der Sewak fließe nach Norden bis ins Ewige Eis.

Jeden ersten Efferdstag im Monat findet der Wettbewerb Der Goldene Bootsmann statt, bei dem Mannschaften seemännische Knoten, Takelarbeiten, Seemannslieder und nautische Fragen gegeneinander antreten. Der Sieger erhält ein Freibierfass und einen vergoldeten Bootshaken, der traditionell bis zum nächsten Wettbewerb über der Theke hängt.

Ein alter Brauch verlangt außerdem, dass jeder Kapitän beim ersten Einlaufen in Sewamund einen Kupferseewolf in eine hölzerne Schiffsglocke neben dem Tresen wirft. Wer dies vergisst, soll auf seiner nächsten Reise Flaute oder Gegenwind haben.

Volkes Stimme

„Im Sewamund Ahoi! trinkt jeder mit jedem. Erst danach entscheidet sich, wer Freund bleibt.“
— alte Lotsin

„Wenn man dort nüchtern hinausgeht, war man wahrscheinlich gar nicht drin.“
— Hafenarbeiter

„Es gibt drei sichere Orte im Hafen: den Efferdtempel, den Phextempel und das Sewamund Ahoi! Die Reihenfolge hängt vom vergangenen Abend ab.“
— unbekannte Kapitänin