Archiv:Maskenball fiel ins Wasser (BB 24)
BOMED. Die Gräfin von Bomed hatte zum letzten Rahjamond durch ihren Erbkämmerer Aemiliano della Trezzi zum Balle ins Castello Bregelsaum geladen, mit viel Glanz gedachte man die Tradition der bomeder Maskenbälle fortzusetzen.
Doch es kam alles anders. Zahlreiche Edle des Yaquirlandes hatten sich angesagt und weilten, wie der chababische Grande Furro ay Oikaldiki, bereits in der Stadt in wachsender Vorfreude.
Doch, ach, was musste der Erbkämmerer schließlich Gräfin und dem Geheymen Rat vermelden: Das Castello Bregelsaum, welches ja eine Wasserburg ist, wäre feucht und modrig und es wäre ihm trotz aller Mühe nicht möglich gewesen es in solch kurzer Zeit für trockene Umstände zu sorgen. Als da im Rat die Frage aufkam, weshalb er dies erst heute meldete, da man ja sonst ein anderes Schloss für den Ball hätte wählen können, entgegnete er, dass ihm die Zustände dort äußerst peinlich berührten und er zunächst erwartet hatte in dieser Zeit das Castello herzurichten. Tief verstimmt und teilweise sehr ungehalten über das Verhalten des Herrn della Trezzi musste man wohl in den sauren Apfel beißen, den Ball absagen und die Gäste auf das nächste Jahr vertrösten. Denn die anderen Schlösser Bomeds konnte man nicht in so kurzer Zeit herrichten und die Gräfin wollte ihren Gästen ein vollendetes Fest präsentieren.
Die Gäste nun versuchten das Beste aus diesem Unglücksfalle zu machen. Allerdings hielt sich nur bei wenigen, wie bei dem genannten Oikaldiki der Zorn in Grenzen. Was bei dem chababischen Granden leicht zu verstehen ist, wurde er doch von der hübschen Baroness Savinya Romeroza auf ihr Schloß Alveranienhof geladen. Andere der abgewiesenen Gäste machten ihrer Wut lautstark Luft. Der greise Alur von Weilenschein schimpfte am Schlimmsten auf den Erbkämmerer. »Das ist ein Eklat ungekannten Ausmaßes, dieser Mann hat die Ehre unserer Gräfin tief beschmutzt und gehört aus dem Rat der Grafschaft sofort herausexpediert – am besten mit einem ordentlichen Stiefeltritt. Auch wenn man befürchten müsste, dass ein solcher Tritt bei dessen schweren Knochen, ihr wisst ja wie Fett dieser Kerl ist, nicht ausreichen würde!«
Inzwischen hat dieser Vorfall wohl tatsächlich den Ruf des Erbkämmerers schwer beschädigt und man darf gespannt sein, wie er versuchen wird seine Ehre und die seiner Gräfin wieder herzustellen. Gegenüber dem Bosparanischen Blatt antwortete er auf die Äußerungen des Weilenscheiners gewohnt aufbrausend. »Wenn jemand so alt ist wie der Cron-Castellan, dann kann man verstehen, dass ihn jede verpasste Feierlichkeit besonders angeht. Es könnte ja die letzte sein. – Noch dazu wenn es die einzige ist, auf die man eingeladen wird! Wenn man einmal von Weilenscheins Vorliebe für Zahori-Feste absieht.«
FF