Khadan II. Degano

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Khadan II. Degano (NSC)
Familie: Familie Degano
Titel & Ämter: Esquirio, Oberhaupt der Familie Degano (seit 1046 BF), Ratsmitglied im Lilienrat
Tsatag: 1005 BF in Sewamund
Kurzcharakteristik: gebildeter Schiffbauer, wirtschaftlich denkender Patrizier und pragmatischer Kommunalpolitiker
Beziehungen: ansehnlich in Sewamund, insbesondere im Umfeld des Schiffbaus und des Uthuria-Konsortiums
Eltern: Festina Degano und Nesro Degano, geb. Terumaris
Geschwister: Ascandear, Rinilla, Nandina
Travienstand: verheiratet mit Madalena Degano, geb. Gepetto
Nachkommen: drei Kinder
Besonderheiten: Absolvent der Universität Methumis; längere Tätigkeit auf Werften in Drôl und Belhanka

Khadan II. Degano ist ein Sewamunder Patrizier, Schiffbauer und Politiker aus der Familie Degano. Seit 1046 BF steht er dem neuen Familienhauptstamm vor und vertritt die Deganos im Lilienrat. Der weitgereiste und umfassend ausgebildete Esquirio gehört zu den maßgeblichen Befürwortern einer wirtschaftlichen und politischen Erneuerung seiner Familie nach deren Krise und Spaltung in den Jahren 1045 und 1046 BF.

Khadan entstammt dem Unterzweig der Schiffbaumeisterin Festina Degano und des Kartographen Nesro Degano, eines geborenen Terumaris. Bereits 1018 BF, im Alter von dreizehn Jahren, nahm er ein Studium an der Universität Methumis auf. Bis 1028 BF schloss er dort die Horas-Schule, die Efferd-Schule, die Phex-Schule und die Ingerimm-Schule ab.

Nach seinem Studium zog es ihn nach Drôl. Von 1028 bis 1030 BF arbeitete er dort auf einer Werft und machte sich mit dem Bau der Drôler Karavellen vertraut. 1030 BF kehrte er nach Sewamund zurück und heiratete Madalena Gepetto. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.

Zwischen 1030 und 1034 BF arbeitete Khadan auf der heimischen Deganowerft. Anschließend verbrachte er acht Jahre in Belhanka, wo er von 1034 bis 1042 BF erneut im Schiffbau tätig war. Die lange Zeit außerhalb Sewamunds verschaffte ihm Erfahrungen mit verschiedenen Werfttraditionen und brachte ihn zugleich mit dem politischen und wirtschaftlichen Leben anderer Städte in Berührung.

1042 BF kehrte Khadan nach Sewamund zurück und gewann rasch Einfluss auf die Geschäfte der Familie und der Werft. Im Zuge der Neuordnung auf dem Werftgelände beendete er unter anderem den dort von der befreundeten Familie Brigonetti betriebenen Holzhandel. Die Brigonettis blieben der Deganowerft aber teilweise als Vorarbeiter verbunden.

Im selben Jahr gehörte Khadan zu den treibenden Kräften hinter dem Plan, ein eigenes, für die Fahrt nach Uthuria geeignetes Schiff bauen zu lassen. Trotz familieninterner Auseinandersetzungen wurden erforderliche Mittel gesammelt und die Sulva, eine Drôler Karavelle der Tharvun-Klasse, auf Kiel gelegt. 1044 BF nahm das Schiff unter dem Kommando Avessandra Deganos seinen Dienst als bewaffneter Handelsfahrer auf und fährt seither regelmäßig nach Uthuria.

Für Khadan war die Sulva nicht allein ein Handelsunternehmen. Sie sollte auch die Leistungsfähigkeit der Werft beim Bau moderner Karavellen unter Beweis stellen und Aufträge nach Sewamund ziehen.

Die lange Phase der Stagnation innerhalb der Familie Degano mündete Ende 1045 BF in ein offenes Schisma. Teile der weitverzweigten Familie gingen nun eigene Wege. Aus dieser Krise ging der um die Werft versammelte Hauptstamm hervor, dessen Führung Khadan 1046 BF übernahm.

Damit fiel ihm die Aufgabe zu, die wirtschaftliche und politische Stellung der durch Streitigkeiten geschwächten Familie zu festigen. Sein älterer Bruder Ascandear, ein Hochseefischer und für seine volksfreundlichen Ansichten bekannter Freigeist, gilt dabei als sein wichtigster Berater.

Unter Khadans Führung bemühen sich die Deganos um eine Stärkung des Schiffbaus und der Beteiligung am Uthuria-Konsortium. Seit 1046 BF versucht die Familie, dort mehr Anteile zu erwerben und ihren Einfluss auf den Handel mit dem Südkontinent auszubauen.

Während des Sewamunder Resolutionsaufstands trat Khadan politisch in Erscheinung. Nachdem Karianna Degano ihren Sitz im Lilienrat verloren hatte, wurde Khadan als neuer Vertreter der Familie vorgeschlagen. Der Rat nahm ihn auf; sein Stimmrecht galt unmittelbar. Mit seinem Eintritt in den Lilienrat endete eine für die Familie politisch schwierige Episode. Khadan verstand seine Rolle als Möglichkeit, das beschädigte Ansehen der Deganos wiederherzustellen.

In den Beratungen über eine Neuordnung zeigte er sich gegenüber neuartigen Herrschaftsmodellen aufgeschlossen: Einer Republik nach dem Vorbild Belhankas stand er durchaus sympathisierend gegenüber, hielt eine solche Lösung für Sewamund aber nicht für durchsetzbar. Wichtiger als die Bezeichnung der neuen Ordnung war ihm deren Ausgestaltung.

Bei der Lilienratswahl von 1046 BF trat Khadan für mehrere Ämter an. Bei der Kanzlerwahl unterlag er Rahjane Vistelli. Knapp verlief die Wahl zum Hafenmeister: Im ersten Wahlgang lag Khadan mit Baldura di Estrano gleichauf, ehe sich diese im zweiten Wahlgang mit neun gegen acht Stimmen durchsetzte. Trotz der Niederlagen gehört Khadan zu den politisch sichtbaren Vertretern der Patrizierschaft. Er verbindet die Interessen seiner Familie und der Werft mit einer pragmatischen Haltung gegenüber Veränderungen der städtischen Ordnung.

Quellen