Turaniter

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Turaniter
Wappen/Symbol
Hauptkloster zu Turani
Kloster zu Urbasi
Horasreich
Wappen/Symbol
Niederlassungen im Horasreich

Voller Name: Gemeinschaft des Heiligen Ageriyano della Turani zur Wahrung der Gerechtigkeit und Erkundung der Wahrheit
Wappen/Symbol: Goldene Schwertwaage auf schwarz-silbern gespaltenem Grund
Tracht: graues Untergewand, darüber die dreifach gefältelte Robe der Praios-Kirche
Oberhaupt: Abt Parsilius della Turani
Wichtige Mitglieder: Reo di Tamarasco, Auricanius von Urbet, Schelacharion von Silas
Personen der Historie: Ageriyano della Turani (Ordenspatron), Aureliana von Marvinko (Inquisitorin und Lichtbotin)
Wichtige Feiertage: 19. Rondra (Tag des Hl. Ageriyano)
Niederlassungen: Turani, Urbasi
Größe: klein
Einfluss: groß (im Horasreich), hinlänglich (darüberhinaus)
Domänen: Herrschaft Turani, weitere Ländereien rund um Praiadal, Beteiligung an der Silbertaler Bank
Zitate: »Recht und Gerechtigkeit ist eins, denn am Ende ist der Herre Praios selbst unser Richter und sein Urteil unfehlbar.« (überlieferter Ausspruch Aurelianas von Marvinko)
Besonderheiten: einer von zwei Inquisitionsorden des Horasreichs

Die Turaniter sind – neben den Aldigonensern – einer von zwei Inquisitionsorden des Praios-Kults im Horasreich. Ihre Heimat ist das Aurelat, das abgeschiedene Vorland der Goldfelsen zwischen Sikram und Onjet. Sie berufen sich auf den Heiligen Ageriyano della Turani, einen Rechtswahrer aus den Dunklen Zeiten. Der Orden gilt traditionell als überaus konservativ und verschmäht (zumindest dem eigenen Anspruch nach) jegliche Form von Reichtum und Überfluss.

Dennoch war er in der Vergangenheit wiederholt in Machtkämpfe etwa mit Baron Macrin vom Rauhen Berg verwickelt. Neben dem Hauptkloster in Turani besteht die derzeit einzige weitere Niederlassung nahe der Stadt Urbasi.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Das Gründungsdatum des Ordens liegt im Dunkeln der Geschichte verborgen. Die Turaniter berufen sich zwar auf eine ununterbrochene Tradition seit dem Wirken des namensgebenden Heiligen, sind wahrscheinlich aber erst nach Bosparans Fall entstanden, wahrscheinlich unter der Lichtbotin Aureliana Praiodai II. Selbst aus der Priesterkaiserzeit sind nur vage Hinweise auf eine den Orden der Göttlichen Kraft im Gebiet des Alten Reiches lokal unterstützende Laiengemeinschaft erhalten geblieben.

Größere Bedeutung erhielten die Turaniter nach dem Unabhängigkeitskrieg und der Gründung des Vinsalter Königreichs, als die Befugnisse des Ordens der Göttlichen Kraft und später der Heiligen Inquisition zugunsten der regionalen Orden immer weiter eingeschränkt wurden. Mittlerweile nehmen Turaniter und Aldigonenser beinahe alle Aufgaben wahr, die im Mittelreich der eigentlichen Inquisition vorbehalten sind.

Zeittafel der jüngeren Vergangenheit
  • ab 1010 BF: Schon in den Anfangsjahren seiner Regentschaft versucht Baron Macrin vom Rauhen Berg die Macht des Ordens zu brechen - ohne Erfolg.
  • 22. Boron 1016: Zerstörung des benachbarten Klosters Sankt Darador nahe Onjaro durch den Wurm vom Onjet.
  • 3. Efferd 1020: Der Streit zwischen Turanitern und Baron Macrin eskaliert, als der einen Ordensbruder einkerkern lässt. Wenige Tage später kommt er wieder frei. (BB#11, S. 60ff.)
  • 1027 BF: Aus Rache für die vielen Scharmützel des Regenten, so munkelt man, vergiften Turaniter Macrins Gemahlin Tinola.
  • Ende 1027: In Urbasi wird ein priesterkaiserlicher Inquisitionsturm bezogen.
  • ab Anfang 1028: Dem Orden werden im Umland der Silberstadt von Valvassor Traviano Ländereien überlassen. Dies beflügelt den rasanten Aufstieg seines Bruders Auricanius in der Ordenshierarchie ...
  • Ingerimm 1028: Prior Gerolan ya Pradomini spielt im Jaltekenaufstand in Urbasi eine unglückliche Rolle.
  • Namenlose Tage 1029: In Urbasi wird die Ordensschwester Arvedua della Turani grausam ermordet. Die Urheber der Tat bleiben zunächst unerkannt.
  • Anfang 1030: Eine Delegation der Turaniter ist maßgeblich am Entstehen der Dämokratenunruhen in Urbasi beteiligt.
  • 7. Praios 1031: Renascentia-Edikt Staryun Lorianos - teilweise Neuordnung des Ordens und seiner Aufgaben.
  • Anfang 1033: Im Zuge der Marudreter Fehde kommt es zu einem Zweckbündnis zwischen den Turanitern und Baron Macrin - gegen Graf Croenar und seine 'Hexentochter'.
  • Ende 1044: Die langjährige Äbtissin Baldura Aralzin stirbt im Alter von 100 Jahren.

Der Orden

Mit knapp 50 Mitgliedern, davon etwa die Hälfte geweiht, ist die Ordensgemeinschaft der Turaniter klein. Die Mitgliedschaft steht formell allen Nichtzauberern offen, tatsächlich werden neue Ordensbrüder und -schwestern allerdings streng nach ideologischen Gesichtspunkten ausgesucht. Zudem werden Adlige oftmals bevorzugt. Obwohl sich der Orden einem Leben abseits des Reichtums und Überflusses verschrieben hat, zieht er diese durch seinen Einfluss im Reich auch an. Zu den Mitgliedern kommen noch etwa ebenso viele 'assoziierte' Laien.

Struktur und Hierarchie

Inquisitorischer Zweig Sitz in
Großinquisitor Schelacharion von Silas Turani
Ordentliche Inquisitoren
Ordnung Luminifaria Ucuriana Galfard Vinsalt
Ordnung Horasia Valeria von Westfar Sangreal
Ordnung Aurelassiana vakant Urbasi
Ordnung Illuminatis Thallian della Pallyo Methumis
Ordnung Sonnenküste Antinos von Balträa Turani
Außerordentliche Inquisitoren
Wehr des Dämonischen Gylduria di Cesparo Turani
Wehr des Namenlosen Schelacharion von Silas Turani
Alte Relikte Ucurian di Turani Urbasi
Administrativer Zweig in Turani in Urbasi
Abt Parsilius della Turani -
Prior/Vicarius Reo di Tamarasco Auricanius von Urbet
Subprior/Cellerar Praiovan della Turani Alvinia ya Paredo
Sakristan Rimaldo della Tegalliani Talor von Andima
Infirmarius Arvedun von Marvinko Lorime ya Cabazzo
Scriptorius Isidora Ladromar Jalecio di Olveria
Archivar Adaque Bleywercker Aurelia di Tamarasco

In der Ordensstruktur der Turaniter spiegelt sich deutlich das hierarchische Grundprinzip der gesamten Praios-Kirche wieder. An der Spitze steht der Abt, der sich nur dem Wahrer der Ordnung Bosparan verantworten muss, und dem selbst der administrative und der inquisitorische Zweig des Ordens unterstehen.

Stellvertreter des Abts im administrativen Zweig, im urbasischen Kloster dadurch auch eigentlicher Leiter der Niederlassung, ist jeweils der Prior oder Vicarius, der den Klostertempel selbst leitet. Diesem folgt in der Hierarchie der Subprior oder Cellerar, der die jeweils umfangreichen Güter und Finanzen des Klosters verwaltet. Die vier übrigen, ranggleichen Amtsträger sind Sakristan (Aufsicht über Sakristei und geweihte Kirchenschätze), Infirmarius (zuständig für die Ausbildung der Novizen und das Spital), Scriptorius (Archivierung des gesammelten Wissens) und Archivar (Verwaltung des Archivs selbst).

Im inquisitorischen Zweig bekleidet der Großinquisitor den höchsten Rang, allerdings ist dies eher ein Ehrentitel für den 'Ersten unter Gleichen' und stets mit einem der acht eigentlichen Inquisitoren besetzt. Fünf von diesen, den ordentlichen Inquisitoren, sind nach dem Vorbild der Ordnungen der Praios-Kirche ebenfalls kleinere Ordnungen zugewiesen, d.h. nominelle Einsatzgebiete, in die der entsprechende Inquisitor bei Verdachtsmomenten (mit seinen Gehilfen) entsandt wird. Den drei außerordentlichen Inquisitoren sind hingegen Sonderaufgaben zugeteilt worden, die eine gewisse Spezialisierung erfordern: der Kampf gegen dämonische oder namenlose Umtriebe und die Überprüfung alter (meist bosparanischer) Relikte.

Niederlassungen

Die Klosteranlage Sant'Ageriyano d'Urbasi

Bis zum Thronfolgekrieg verfügte der Orden mit der festungsartigen Klosteranlage Sant'Ageriyano della Turani über der namensgebenden Ortschaft Turani am südlichen Mardiloufer zwischen Marvinko und Marudret nur über eine einzige Niederlassung. Noch Ende 1027 BF bezog er dann aber einen alten priesterkaiserlichen Inquisitionsturm vor den Toren der Stadt Urbasi, um den mit Unterstützung des Valvassors und Fürsten Traviano von Urbet in den darauffolgenden Jahren die neue Klosteranlage Sant'Ageriyano d'Urbasi errichtet wurde.

Beiden Klöstern ist ihre erhöhte Lage über dem Umland und die in einem gewaltigen zentralen Turm gipfelnde Wehrhaftigkeit gemein. Markante Unterschiede bestehen innerhalb der Anlagen zwischen der prachtvollen Ausstattung der Klostertempel und den teilweise nur einfachsten Bedürfnissen genügenden Refektorien und Dormitorien. Von zentraler Bedeutung ist zudem jeweils das Archiv, ein stark gesicherter Raum(komplex), in dem der Orden eine Vielzahl an Informationen sammelt, die (auch nur entfernt) mit seinen inquisitorischen Aufgaben zusammenhängen - bis hin zur Erstellung von Stammbäumen "auffällig magiebegabter" Geschlechter etwa.

Profanerer Natur sind die Cellerarium genannten Verwaltungspaläste wie der Palazzo Aureliana des urbasischen Klosters, in denen die Abgaben der nicht unbeträchtlichen Ländereien beider Niederlassungen zusammenkommen. Hinter verschlossenen Türen findet sich hier auch manches geradezu luxuriös eingerichtete Amtszimmer.

Einflussbereich

Im Aurelat ist die Macht des Ordens am ausgeprägtesten, wenngleich keineswegs unangefochten. Da das Silbertal als Heimat vieler Hexen gilt – und es wohl auch ist – konzentriert sich die inquisitorische Tätigkeit hier auf die Enttarnung heimlicher Zauberinnen und die Zurückdrängung ihres Einflusses innerhalb des Gemeinwesens. Mit Sarissa von Marvinko, der jüngsten Tochter Graf Croenars, die ihre arkane Begabung kaum verbirgt, haben die Turaniter aber auch eine politisch einflussreiche Gegenspielerin.

Darüber hinaus ist der Orden mit seinen Inquisitoren an den großen Praios-Tempeln von Vinsalt und Methumis sowie seit dem Ende des Thronfolgekriegs auch im Sangreal vertreten. Südlich der Tovalla und auf den Zyklopeninseln besteht zwar ebenfalls eine Ordnung der Turaniter, doch hat deren Inquisitor seinen Sitz noch immer im Hauptkloster Turani und muss weite Wege in Kauf nehmen, um seiner Tätigkeit nachzukommen. In Yaquirbruch und Septimana mischt sich der Orden üblicherweise nicht in die Arbeit der hier vertretenen Aldigonenser ein.

Persönlichkeiten

  • Abt Parsilius della Turani (*967), Bruder der 1029 ermordeten Arvedua, und sein Sohn Praiovan (*992) sind Mitglieder einer dem Orden schon über viele Generationen verbundenen Familie. Der ältere Parsilius ist dabei ein gerade um die Vermeidung familiärer Verwicklungen bemühter Geweihter, der jüngere Praiovan hingegen ein gemäßigter Familienmensch und selbst schon Vater von vier Kindern, von denen wiederum eines, die zweitgeborene Praialissa (*1014), die Weihe im Orden erhielt.
  • Spuren des Alters, gleichwohl bislang nur körperliche, weist Großinquisitor Schelacharion von Silas (*964) auf. Der kompromisslose Asket ist ein scharfer Kritiker jeder Nachlässigkeit im Orden, gerade was Bescheidenheitsgebote und Arbeitseifer angeht.
  • Thallian della Pallyo (*988) ist einer von vier fern der Klöster lebenden Inquisitoren, sitzt in seiner Heimatstadt Methumis und wacht dort im Gefolge der Illuminata Adilgunde von Westenende über die berühmte Universalschule. Wie sein Onkel Lando gehörte er 1019 zu den Anhängern der kurzen Tyrannei Fra Praionors. Seine Gesinnung hat sich seither jedoch radikal geändert; er toleriert viele auch fragwürdige Ansätze aus Philosophie und Wissenschaft, solange sie nicht offenkundig dämonischen Ursprungs sind.
  • In Nachfolge des Abts wurde Auricanius von Urbet (*1009) 1045 BF Prior des urbasischen Klosters, obwohl er ordensintern nicht unumstritten ist. Dass seine rasante Karriere maßgeblich von den Landschenkungen seines Bruders Traviano begünstigt wurde, halte ihm manche vor. Den Traditionalisten gilt er zudem zu sehr als Politiker. Als Inquisitor für alte Relikte hielt er allerdings schon länger engen Kontakt zum bosparanbegeisterten Wahrer Staryun Loriano und entzog sich dadurch ein Stück weit der Kritik der Ordensgeschwister. Er pflegt angeblich sogar mit seiner entfernten Base, der Hexe Sarissa von Marvinko Umgang.
Ehemalige
  • Die greise, vom Alter ausgezehrte Äbtissin Baldura Aralzin (944-1044), eine Base Gräfin Udoras, tat viele Jahre keinen Schritt mehr vor die Klostermauern Turanis, hielt aber lange beharrlich allen Rufen Borons Stand. Auf ihren einst wachen Verstand konnte sie sich zuletzt nur noch sporadisch verlassen und wirkte ansonsten seltsam entrückt.

Siehe auch

Quellen

Persönliche Werkzeuge