Briefspiel:Das Falkenproblem: Unterschied zwischen den Versionen
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Gylduria greift das kleine Bündel Praiosschilde und wirft sie Vitius zu. ''"Vitius, du wirst nach Vinsalt reiten. Nimm zehn Tauben mit und statte sie mit den Schilden aus. Wir wollen doch mal sehen, ob wir die Verlustrate auf der Strecke nicht wenigstens etwas senken können."'' Zu ihrer Tochter gewendet sagt sie: ''"Und du Selina, bereite eine Anzeige für das Bosparanische Blatt vor. Irgendwas mit: 'Wir verleihen Ihrer Nachricht Flügel!' Sei kreativ. Wir werden das Praiosschild als exklusive Transportversicherung mit Aufpreis für besonders wichtige Nachrichten verkaufen!"'' | Gylduria greift das kleine Bündel Praiosschilde und wirft sie Vitius zu. ''"Vitius, du wirst nach Vinsalt reiten. Nimm zehn Tauben mit und statte sie mit den Schilden aus. Wir wollen doch mal sehen, ob wir die Verlustrate auf der Strecke nicht wenigstens etwas senken können."'' Zu ihrer Tochter gewendet sagt sie: ''"Und du Selina, bereite eine Anzeige für das Bosparanische Blatt vor. Irgendwas mit: 'Wir verleihen Ihrer Nachricht Flügel!' Sei kreativ. Wir werden das Praiosschild als exklusive Transportversicherung mit Aufpreis für besonders wichtige Nachrichten verkaufen!"'' | ||
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Version vom 17. März 2026, 20:24 Uhr
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Das Falkenproblem
Früh am Morgen sieht man Gylduria durch die Straßen von Urbasi eilen. Der gestrige Tag hat seine Spuren hinterlassen. Was führen die Silbertalers im Schilde? Warum dieser plötzliche Drang, die Fehde beizulegen und auf eine so enge Bindung zu bestehen?
"Bei den Zwölfen, eine solche Lamoryanz sieht ihnen überhaupt nicht ähnlich. Eine ganze Nacht haben mir diese elenden Cani gekostet. Aber wenigstens scheint mir eine Lösung für das Falkenproblem eingefallen zu sein." Mit festem Schritt steuert Gylduria auf die Werkstätten Federico Danzolas zu. "Ser Danzola, Welche Freude sie zu sehen! Es ist schon zu lange her, dass wir geredet haben.", begrüßt Gylduria den Spiegelmacher Urbasis.
Für Passanten könnte die Szenerie wie ein ganz normales geschäftliches Gespräch erscheinen, für das Familienoberhaupt der Deraccini geht es um viel mehr: um die Zukunft Ihrer Famiglia und deren Unternehmungen.
"Vielen Dank, Ser Danzola! Bitte seien sie so gut und schicken sie die Rechnung an meinen Palazzo.", Gylduria verlässt mit einem kleinen Bündel die Werkstatt des Spiegelmachers und macht sich wieder auf den Weg durch die Gassen der Stadt.
Nach kurzem Fußmarsch klopft sie an die Türe eines einfachen Hauses. "Signora Deraccini, welche Ehre!", sagt eine ältere Frau, macht einen höflichen und angemessenen Knicks, und wischt sich die Hände an einer leicht angegrauten Schürze ab. Die Türe schließt sich hinter den beiden Frauen.
Einige Zeit später öffnet sich die Türe wieder und Gylduria verabschiedet sich mit den Worten: "Meinen herzlichsten Dank, Fiagaretta. Du hast wie immer eine wunderbare Arbeit geleistet. Und sei Dir meiner Hilfe bei deinem Problem sicher." In einem für Gylduria ungewöhnlichen Moment der Menschlichkeit, legt sie Fiagaretta die Hand auf die Schulter und lächelt sie an.
Gylduria verschwindet im Getümmel der zur Mittagszeit prall gefüllten Straßen und macht sich eilig auf den Weg, zurück zum Palazzo Colombana. Vor dem prächtigen Portal bleibt sie einen moment stehen, schaut auf zur Sonne und sagt mit einem fast hinterhältigen Lächeln: "Ich hoffe doch starkt, der Herr Praios nimmt es mir nicht zu übel, dass ich ihn als Verbündeten missbrauche!"
Für ihr Alter ungewöhnlich schnell, schreitet sie die Stufen hinauf und verschwindet in ihrem Studiolo. Einige Zeit später hören Vitius und Selina sie hinter verschlossenen Türen lachen. Beide schauen sich verwundert um, hatte doch ihr gestriges Gespräch bezüglich der Silbertalers ihrer Mutter nur wenig Frohsinn bereitet.
Selina klopft an die schwere Holztüre des Studiolos ihrer Mutter und tritt mit Vitius im Gefolge ein. "Mutter?", frag sie mit einer Spur von Besorgnis. Gylduria dreht sich um, eine Brieftaube in ihres Händen und sagt: "Ah... Selina, Vitius! Ich freue mich Euch zu sehen. Nehmt Platz und werdet Zeugen der wohl größten Neuerung unseres Brieftaubengeschäfts!" Sie wartet, bis Selina und Vitius sich auf die Stühle vor ihrem Schreibtisch gesetzt haben. "Seht her! Seht doch nur!", sagt Gylduria und hält die Taube hinaus ins Licht der Praiosscheibe. Vitius wendet seinen Blick ab während Selina ihre Augen mit der Hand bedeckt, um nicht zu sehr geblendet zu werden.
"Was... was um alles in der Welt ist das?", fragt Vitius und blinzelt zu seiner Mutter herüber.
Gylduria zieht die Taube zurück in den Raum und verstaut sie in einem kleinen Transportkäfig. "Vitius du Narr, sieh doch hin!", fährt sie ihren Sohn an. "Schau, die alte Fiagaretta hat mir dieses... Leibchen für Tauben genäht. Ser Federico Danzola hat mit diesen kleinen und leichten Spiegelplättchen seinen Teil zu unserem Sieg über die Falken beigetragen! Ich habe die Spiegelplättchen hier auf dem Rückenteil des Leibchens befestigt. Es ist doch so einfach zu verstehen, solange man an seinem Tsatag Hesindes Gaben nicht völlig ignoriert hat!" Triumphierend deutet sie auf einen kleinen Haufen dieser eigenartigen Gebilde und fügt hinzu: "Ich nenne es Praiosschild! Das sind natürlich nur die ersten Testmodelle!"
Vitius schaut sich das Praiosschild genauer an und fragt: "Und wie soll das gegen Falkenangriffe auf unsere Tauben helfen?"
Mit einem Gesicht als würde sie die Götter um Nachsicht anflehen belehrt Gylduria ihren Sohn: "Vitius, mein Sohn. Einfältige Frucht meiner Lenden. Könntest Du nur einmal aufhören, alles mit einem Schwert oder einer Armbrust erledigen zu wollen! Hast Du jemals Falken in der Nähe von spiegelndem Gewässer gesehen?" Vitius schüttelt den Kopf als es ihm langsam dämmert. "Richtig, zähle eins und eins zusammen... Falken greifen immer von oben an, sind durch die Reflektierten Strahlen der Sonne geblendet und irritiert. Was machen sie hoffentlich nicht? Genau... die Taube schlagen!" Sie hält noch einmal den Käfig Taube in das Licht und lässt die reflektierten Sonnenstrahlen durch das Studiolo tanzen.
Gylduria greift das kleine Bündel Praiosschilde und wirft sie Vitius zu. "Vitius, du wirst nach Vinsalt reiten. Nimm zehn Tauben mit und statte sie mit den Schilden aus. Wir wollen doch mal sehen, ob wir die Verlustrate auf der Strecke nicht wenigstens etwas senken können." Zu ihrer Tochter gewendet sagt sie: "Und du Selina, bereite eine Anzeige für das Bosparanische Blatt vor. Irgendwas mit: 'Wir verleihen Ihrer Nachricht Flügel!' Sei kreativ. Wir werden das Praiosschild als exklusive Transportversicherung mit Aufpreis für besonders wichtige Nachrichten verkaufen!"