Briefspiel:Von Loslassen, Neubeginn und Wundern/Auf der Reise

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Briefspiel in Efferdas und Urbasi
Datiert auf: zunächst Sommer, später beginnender Frühling 1045 BF Schauplatz: v.a. Tsa-Tempel in Urbasi Entstehungszeitraum: bis Sommer 2026
Protagonisten: Floria Gerber, Tsadano ya Malachis u.w. Autoren/Beteiligte: Bella, Cassian, Djamilla, Gerberstädter, Gonfaloniere, Luntfeld, Salkyo
Zyklus: Übersicht · Ein Weg endet · Auf der Reise · Ein neues Heim? · Ein wegweisendes Gespräch · Tag der Erneuerung I · II · III · IV · V


Auf der Reise

Geht einem Neubeginn entgegen: Floria Gerber

Am folgenden Tag machte sich Floria auf den Weg, noch lange vor Sonnenaufgang. Wenn die Anderen erwachten, würde sie Ranaqídes bereits ein gutes Stück hinter sich gelassen haben!
Nein, sie wollte keine weiteren Abschiedsszenen mehr.
Es war gut, wie es war, sie hatte um ihren Mann, ihre Kinder und Freunde getrauert und sich mit dem Ort, den Tätern und dem Schicksal ausgesöhnt. Sie ging ganz in Frieden von der Casa della Fiore, die ihr so viele, viele glückliche Jahre ein wundervolles Zuhause gewesen war. Doch nun war es an der Zeit weiterzuziehen.
Für eine Tsa-Geweihte war sie ohnehin unglaublich lange am selben Ort geblieben.
Als sie sich der Handelsstraße und dem Tsa-Schrein, welchen sie selbst an der Abzweigung von der Straße zum Gut Casa della Fiore errichtet hatte, näherte, gewahrte sie eine seltsame Gestalt, welche sich bei dem Schrein ihrer Göttin aufhielt. Festen Schrittes hielt sie auf den Schrein und die Gestalt zu.
Keine zehn Schritte war sie gekommen, als sich etwas von der Gestalt löste und geradewegs auf sie zukam.
Kurz war sie unsicher, dann musste sie plötzlich lachen und rief: “Golpio!”
Wie zur Antwort kam ein tiefes Gebell zurück. Durch das grau, schwarzbläulich gescheckte Fell wirkte der gut einen halben Schritt hohe Hund wie ein Schatten, der durch die Nacht glitt. Freudig sprang das Tier mit dem massigen Schädel vor ihr in die Luft und fiepste wie ein Welpe, was so gar nicht zu der übrigen Erscheinung des Hundes passen wollte. Sie streichelte Golpio und blickte dann zu dem zweiten Schatten, der sich inzwischen ebenfalls genähert hatte.
“Was führt dich um diese Tageszeit hier hinaus, mein Sohn?”
Ein kurzes Lachen erklang, ehe der Angesprochene antwortete: “Nun, ich kenne meine Mutter ganz gut und ich dachte mir, ich begleite dich ein Stück des Weges!”
“Das ist sehr freundlich von dir! Ich freue mich sehr darüber. Wir beiden haben immer sehr gute Gespräche geführt.”
So setzten sie zu dritt den Weg Richtung Urbet fort.



Gemeinsam gingen Mutter und Sohn, behütet von Golpio, strammen Schrittes die Handelsstraße entlang. Ranaqídes durchquerten sie noch im Dunkeln und trafen lediglich auf die beiden Büttel, die zur Nacht ihre Runden drehten. Man grüßte sich knapp und ging seiner Wege.
Floria und Borondino sprachen über Vergangenes, klärten bisher Ungesagtes und tauschten Hoffnungen und Wünsche, ehe sie sich bei Sonnenaufgang trennten. Herzlich umarmten sich Mutter und Sohn, dann kehrte der muskulöse Hüne zur Casa della Fiore zurück und die feingliedrige Halbelfe ging festen Schrittes ihrem fernen Ziel entgegen. Lediglich der große Mischlingsrüde war sich etwas unschlüssig, wem er nun folgen sollte.
Die blonde Tsa-Geweihte mit den grasgrünen Augen ging vor ihm in die Hocke, kraulte ihm den starken Nacken und nickte dann in Richtung Borondinos, der bereits ein gutes Stück gegangen war und unbeirrt seinen Weg fortsetzte. Noch einmal sah der Rüde Floria an, leckte ihr quer durch das Gesicht und eilte dann seinem Retter hinterher.



Erwartet Floria bereits in Urbasi: Tilfur Maddalari

Am Abend erreichte die Tsa-Geweihte Urbet.
Als erstes machte sie dem Tsa-Schrein an der Seneb-Horas-Straße im Sechstel des Basilisken ihre Aufwartung und betete dort. Die Nacht verbrachte die Tsa-Geweihte in dem kleinen Spital der Stadt, wo sie zwei Tage blieb, um ein wenig zu unterstützen, da eine junge Frau dort lag, die hochschwanger war und nun fieberte. Zur zweiten Tsa-Stunde, des zweiten Tages, war das Fieber weg und die junge Frau hatte Zwillingen das Leben geschenkt. Zum Dank für die Hilfe wurde das Mädchen Tsalieb genannt. Der Junge erhielt sehr zum Missfallen der Tsa-Geweihten den Namen Korman.
Am folgenden Tag setzte Floria den Weg nach Urbasi fort.



Noch vor der Abenddämmerung hatte sie Urbasi erreicht und suchte direkt den Tsa-Tempel.
Neben einigen Gläubigen traf sie dort auch auf den betagten Geweihten Tilfur Maddalari und die Akoluthin Elmira Danzola. Floria war wenig überrascht, dass Tilfur von ihrem Kommen bereits wusste! Die ewig Junge war keine Geheimniskrämerin.