Briefspiel:Liebestolle Delphine/Jammerstimmung

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„Ja... das einfachste wäre vermutlich, wenn das Problem sich einfach neu verlieben und jemand anderes heiraten wollen würde. Aber wie soll das gehen?“
„Ja... das einfachste wäre vermutlich, wenn das Problem sich einfach neu verlieben und jemand anderes heiraten wollen würde. Aber wie soll das gehen?“
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[[Terantina ya Pirras|Terantina]] war ratlos, während ihre Freundin der Edeldame den leeren Weinbecher nachschüttete.   
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[[Terantina ya Pirras|Terantina]] war ratlos, während ihre [[Nella Farino|Freundin]] der Edeldame den leeren Weinbecher nachschüttete.   
Ihr klangen noch die mahnenden Worte ihrer Großtante [[Viviona ya Pirras|Viviona]] in den Ohren, die ihr auf ihre typische Art und Weise erklärte, das es jetzt an der Zeit wäre den Traviabund mit dem jungen Herrn di Camaro einzugehen und es keinerlei Ausflüchte mehr gibt. "Durch deinen Fauxpas in [[Belhanka]] bleibt uns jetzt nichts anderes mehr übrig.", tadelte [[Viviona ya Pirras]] sie streng. Ihr Widerspruch wurde mit einem Hinweis auf den guten Namen des Hauses, den man nicht noch mehr zu diskreditieren gedenkt, von ihrer Tante beiseite gefegt. Sie werde jetzt persönlich die Ausrichtung der Feierlichkeiten in die Hand nehmen, teilte sie ihr zum Abschluss des Monologs mit.  
Ihr klangen noch die mahnenden Worte ihrer Großtante [[Viviona ya Pirras|Viviona]] in den Ohren, die ihr auf ihre typische Art und Weise erklärte, das es jetzt an der Zeit wäre den Traviabund mit dem jungen Herrn di Camaro einzugehen und es keinerlei Ausflüchte mehr gibt. "Durch deinen Fauxpas in [[Belhanka]] bleibt uns jetzt nichts anderes mehr übrig.", tadelte [[Viviona ya Pirras]] sie streng. Ihr Widerspruch wurde mit einem Hinweis auf den guten Namen des Hauses, den man nicht noch mehr zu diskreditieren gedenkt, von ihrer Tante beiseite gefegt. Sie werde jetzt persönlich die Ausrichtung der Feierlichkeiten in die Hand nehmen, teilte sie ihr zum Abschluss des Monologs mit.  
Als ob das nicht schon genug wäre wurde sie freundlich aber bestimmt dazu aufgefordert hier in [[Efferdas]] in einem der Gästezimmer im [[Palazzo ya Pirras]] zu verweilen bis alle Vorbereitungen abgeschlossen sind.  
Als ob das nicht schon genug wäre wurde sie freundlich aber bestimmt dazu aufgefordert hier in [[Efferdas]] in einem der Gästezimmer im [[Palazzo ya Pirras]] zu verweilen bis alle Vorbereitungen abgeschlossen sind.  
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"Terantina, meine Liebe. Du bist mit deinen Gedanken wieder ganz woanders.", hörte sie die Stimme ihrer Freundin. Sie schreckte kurz auf und verschüttete etwas Wein aus ihrem Becher. Eine Bedienstete, die völlig reglos in einer Ecke des Wintergartens stand kam eifrig herbei und beseitigte das Missgeschick."Und wenn du damit fertig bist trollst du dich. Ich benötige deine Dienste im Moment nicht mehr.", sprach Terrantina sie mit einem gereizten Unterton an. "Aber..", begann diese zu entgegnen, doch der Blick Terantinas duldete keinen Widerspruch. Hastig verschwand das junge Mädchen ins Innere des Palazzo.  
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"Terantina, meine Liebe. Du bist mit deinen Gedanken wieder ganz woanders.", hörte sie die Stimme ihrer [[Nella Farino|Freundin]]. Sie schreckte kurz auf und verschüttete etwas Wein aus ihrem Becher. Eine Bedienstete, die völlig reglos in einer Ecke des Wintergartens stand kam eifrig herbei und beseitigte das Missgeschick."Und wenn du damit fertig bist trollst du dich. Ich benötige deine Dienste im Moment nicht mehr.", sprach Terrantina sie mit einem gereizten Unterton an. "Aber..", begann diese zu entgegnen, doch der Blick Terantinas duldete keinen Widerspruch. Hastig verschwand das junge Mädchen ins Innere des Palazzo.  
"Wahrscheinlich wird sie gleich wieder mit der Hauswirtschafterin auftauchen oder Schlimmerem.", erklärte Terantina ihrem Gast. "Es ist hier fast so schlimm wie in [[Efferdossa]]. Ich kann kaum einen Schritt ohne Beobachtung gehen, geschweige denn reden. Meine [[Viviona ya Pirras|Großtante]] meint es wirklich ernst. Aber egal, nutzen wir die kurze ruhige Zeit. Neu verlieben hört sich sehr einfach an und wäre mit Sicherheit auch im Sinne der Göttin [[Rahja]], aber wir reden von [[Dartan di Camaro]]. Einem Schwerenöter wie er im Buche steht. Dieser Mann ist genauso wenig für einen Traviabund geschaffen wie ich.". Sie schüttelte energisch den Kopf.  
"Wahrscheinlich wird sie gleich wieder mit der Hauswirtschafterin auftauchen oder Schlimmerem.", erklärte Terantina ihrem Gast. "Es ist hier fast so schlimm wie in [[Efferdossa]]. Ich kann kaum einen Schritt ohne Beobachtung gehen, geschweige denn reden. Meine [[Viviona ya Pirras|Großtante]] meint es wirklich ernst. Aber egal, nutzen wir die kurze ruhige Zeit. Neu verlieben hört sich sehr einfach an und wäre mit Sicherheit auch im Sinne der Göttin [[Rahja]], aber wir reden von [[Dartan di Camaro]]. Einem Schwerenöter wie er im Buche steht. Dieser Mann ist genauso wenig für einen Traviabund geschaffen wie ich.". Sie schüttelte energisch den Kopf.  
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"Dann löse die Verlobung doch einfach auf. ",sagte die Freundin und nippte an ihrem Weinbecher. "Und löse damit einen Familienstreit wie damals bei den [[Haus di Onerdi|di Onerdi]] und [[Haus Calven|Calven-Imirandi]] aus? Glaube mir, auf diesen Einwand meinerseits folgte ein langer Monolog meines Onkels [[Icaro ya Pirras|Icaro]], der mir in allen kleinen Details die gesellschaftlichen, politischen und finanziellen Folgen einer Auflösung der Verlobung meinerseits nach sich ziehen würde. Und das beim gemeinsamen Abendessen im Kreise der Familie. Die Familie [[Haus di Camaro|di Camaro]] wird bestommt genauso denken,solte [[Dartan di Camaro|Dartan]] diesen Vorschlag unterbreiten."
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"Dann löse die Verlobung doch einfach auf. ",schlug [[Nella Farino|Nella]] vor und nippte an ihrem Weinbecher. "Und löse damit einen Familienstreit wie damals bei den [[Haus di Onerdi|di Onerdi]] und [[Haus Calven|Calven-Imirandi]] aus? Glaube mir, auf diesen Einwand meinerseits folgte eine lange ausführliche Erklärung meines Onkels [[Valerio ya Pirras|Icaro]], der mir in allen kleinen Details die gesellschaftlichen, politischen und finanziellen Folgen einer Auflösung der Verlobung meinerseits nach sich ziehen würde. Und das beim gemeinsamen Abendessen im Kreise der Familie. Die Familie [[Haus di Camaro|di Camaro]] wird bestommt genauso denken,solte [[Dartan di Camaro|Dartan]] diesen Vorschlag unterbreiten."
Terantina seufzte leise auf als jemand den Wintergarten betrat. Sie rechnete schon wieder mit Ärger doch dann sah sie ihren Cousin [[Niccolo ya Pirras|Niccolo]], der mit diversen Zeichenutensilien und einem Lächeln im Gesicht auf sie zukam. Zuerst begrüßte dieser den Gast des Hauses mit der Vorstellung seiner Person. "[[Niccolo ya Pirras]], Studioso der [[Tsa-Schule der Universität Methumis|Tsa-Schule an der Universität zu Methumis]]. Zu euren Diensten.", sprach er gefolgt von einer formvollendeten Verbeugung und einem Handkuß. Danach wandte er sich auch seiner Cousine zu und begrüßte sie ebenso. "Werte Cousine Terantina, ich denke meine Gesellschaft hier ist euch weitaus angenehmer als eine weitere Diskussion wegen einer gekränkten Bediensteten. Ich habe mich dieser Angelegenheit angenommen und da bin ich nun, werde mich in den Hintergrund zurückziehen und weiter an meinen Zeichnungen arbeiten. Lasst euch von mir nicht stören.",sagte er, verbeugte sich kurz und zog sich in den Hintergrund des Wintergartens zurück.  
Terantina seufzte leise auf als jemand den Wintergarten betrat. Sie rechnete schon wieder mit Ärger doch dann sah sie ihren Cousin [[Niccolo ya Pirras|Niccolo]], der mit diversen Zeichenutensilien und einem Lächeln im Gesicht auf sie zukam. Zuerst begrüßte dieser den Gast des Hauses mit der Vorstellung seiner Person. "[[Niccolo ya Pirras]], Studioso der [[Tsa-Schule der Universität Methumis|Tsa-Schule an der Universität zu Methumis]]. Zu euren Diensten.", sprach er gefolgt von einer formvollendeten Verbeugung und einem Handkuß. Danach wandte er sich auch seiner Cousine zu und begrüßte sie ebenso. "Werte Cousine Terantina, ich denke meine Gesellschaft hier ist euch weitaus angenehmer als eine weitere Diskussion wegen einer gekränkten Bediensteten. Ich habe mich dieser Angelegenheit angenommen und da bin ich nun, werde mich in den Hintergrund zurückziehen und weiter an meinen Zeichnungen arbeiten. Lasst euch von mir nicht stören.",sagte er, verbeugte sich kurz und zog sich in den Hintergrund des Wintergartens zurück.  
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"Ein höflicher junger Mann, meine Teuerste.", bemerkte die Freundin. "Und einer der wenigen in diesem Haus, der mich mit dieser unglückseligen Geschichte in Ruhe läßt.", entgegnete Terantina "und dazu noch künstlerisches Talent hat. Ihr solltet ihn im Auge behalten. Eines Tages wird er sich bestimmt einen Namen machen. In den nächsten Tagen wird er nach Methumis zurück reisen und sein Studium in naher Zukunft beenden und……", unterbrach Terantina ihren Redefluß, denn ihr kam ein Gedanke, wen sie in dieser Sache um Rat fragen könnte, sei es aus kirchlicher oder gesellschaftlicher Sicht. Ihre [[Duridanya Berlînghan|Mentorin]] aus ihrer Zeit in Methumis. Ja, ihr würde sie ein Schriftstück ohne viel Aufsehen und mit Hilfe von [[Niccolo ya Pirras|Niccolo]] zukommen lassen. Vielleicht kann sie mir einen Rat geben, dachte Terantina und ihre Laune besserte sich zusehends.  
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"Ein höflicher junger Mann, meine Teuerste.", bemerkte [[Nella Farino|Nella]]. "Und einer der wenigen in diesem Haus, der mich mit dieser unglückseligen Geschichte in Ruhe läßt.", entgegnete Terantina "und dazu noch künstlerisches Talent hat. Ihr solltet ihn im Auge behalten. Eines Tages wird er sich bestimmt einen Namen machen. In den nächsten Tagen wird er nach Methumis zurück reisen und sein Studium in naher Zukunft beenden, damit……", unterbrach Terantina ihren Redefluß, denn ihr kam ein Gedanke, wen sie in dieser Sache um Rat fragen könnte, sei es aus kirchlicher oder gesellschaftlicher Sicht. Ihre [[Duridanya Berlînghan|Mentorin]] aus ihrer Zeit in Methumis. Ja, ihr würde sie ein Schriftstück ohne viel Aufsehen und mit Hilfe von [[Niccolo ya Pirras|Niccolo]] zukommen lassen. Vielleicht kann sie mir einen Rat geben, dachte Terantina und ihre Laune besserte sich zusehends.  
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Terantina wandte sich ihrer Freundin zu." Sagt, wollt ihr mich auf einen Spaziergang begleiten? Es dürstet mich nach Abwechslung. Ich muß meinen Kopf klar bekommen.". Sie wartete die Antwort gar nicht erst ab, sondern wandte sich [[Niccolo ya Pirras|Niccolo]] zu. "Werter Cousin, ich schulde euch noch einen Besuch im [[Rahja-Tempel (Efferdas)|Tempel der blühenden Nacht]]. Wir wollten uns doch die dort ausgestellten Kunstwerke ansehen und darüber philosophieren. Ihr erinnert euch doch? Ich werde mich nur kurz erfrischen und erwarte euch beide dann in der Eingangshalle." Mit diesen Worten stand Terantina auf und begab sich zu ihren Gemächern.  
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Terantina wandte sich ihrer [[Nella Farino|Freundin]] zu." Sagt, wollt ihr mich auf einen Spaziergang begleiten? Es dürstet mich nach Abwechslung. Ich muß meinen Kopf klar bekommen.". Sie wartete die Antwort gar nicht erst ab, sondern wandte sich [[Niccolo ya Pirras|Niccolo]] zu. "Werter Cousin, ich schulde euch noch einen Besuch im [[Rahja-Tempel (Efferdas)|Tempel der blühenden Nacht]]. Wir wollten uns doch die dort ausgestellten Kunstwerke ansehen und darüber philosophieren. Ihr erinnert euch doch? Ich werde mich nur kurz erfrischen und erwarte euch beide dann in der Eingangshalle." Mit diesen Worten stand Terantina auf und begab sich zu ihren Gemächern.  
[[Kategorie:Briefspiel in Efferdas]]
[[Kategorie:Briefspiel in Efferdas]]

Aktuelle Version vom 19:45, 28. Nov. 2019

Briefspiel in Efferdas
Datiert auf: 24. Praios 1041 BF Schauplatz: Efferdas Entstehungszeitraum: Herbst 2019
Protagonisten: Familien aus Efferdas Autoren/Beteiligte: ;Dajin, Elanor, Trenti, Boesalbentrutz, VivionaYaPirras
Zyklus: Übersicht · Jammerstimmung ·



Der 24. Praios 1041 nach Bosparans Fall. Im Lieblichen Feld mag dieser Tag ein bedeutungsloser sein. In Efferdas, genauer im Stadtteil Sanct Parvenus ist dieser Praiostag ein optischer und kulinarischer Festtag. Vor allem in den engen Gassen des Schmiedewinkels riecht es noch mehr nach Backwaren und Grillgut als sonst. Die kulinarische Verführung ziehen sich an diesem Tage bis in die höheren Gassen Parveneos hinauf. Die engen Gassen sind weiterhin gesäumt von einer Vielzahl an verzierten, brennenden Kerzen und wo immer die Straßen es zulassen, findet man Tische, an denen man sich für ein Getränk oder einen Imbiss niederlassen kann. Eine Vielzahl an Barden lässt die Gassen zudem mit lieblichen Melodien fluten. Rund um den Platz der Freiheit findet sich dann eine große Anzahl an Bänken und eine Bühne zum Tanz. Was hier gefeiert wird? Da gibt es eine offizielle und eine Inoffizielle Begründung.

Das Fest ist immer am Praiostag vor dem Gedenktag der zweiten Dämonenschlacht (dem 30. Praios jeden Jahres). Der offizielle Grund des „Parvener Lichterfestes“ ist, dass einst unter König Dettmar eben jener Gedenktag zu einem Tag erklärt wurde, an dem es angemessen wäre, für jeden verstorbenen dieser Schlacht eine Kerze anzuzünden. Dies machte einige Kerzenzieher in Parvenus zu reichen Leuten und aus dem Tag, an dem diese ihre Kerzen für den Gedenktag verkauften, wurde irgendwann ein Festtag, der auch dafür sorgte, dass viele aufwendig dekorierte und geschnitzte Kerzen in den Gassen zum guten Ton gehörten. So gibt es heuer sogar Wettbewerbe über die schönste brennende Kerze in den Gassen.

Da störte es die Parvener auch nicht, dass die meisten Kerzen inzwischen von Häftlingen Efferdossas hinter dessen Mauern gezogen werden. Mit einem lachenden „Wir sind die Qualität“ nehmen die Kerzenzieher das Werken der Sträflinge kaum wahr. Vor allem nicht an diesem Tage, wo sie ihre Kerzen feiern, während die Häftlinge weiter ihrer Sühne hinter den dunklen Mauern der Inselfestung nachgehen müssen.

Es ist aber vor allem auch die Gaumenfreude dieses Festes, die einen ganz anderen Grund für das Parvener Lichterfest denkbar macht. Denn auffällig ist auch die hohe Anzahl an Grillgut und gekochten Eintöpfen. Es wirkt, als sei jeder Haushalt des Stadtteiles bemüht, an diesem Tag etwas in ihrer Küche zu kochen und es vorbeigehenden anzubieten. Auch hier spielt eben jener Gedenktag der zweiten Dämonenschlacht seine Rolle. Der Tag wird normalerweise im Horasreich überhaupt nicht gefeiert. Der Efferdtempel in Efferdas jedoch nimmt den Tag zum Anlass, ein Festmahl im Tempelkomplex zu geben. Natürlich fühlt sich jeder Bürger der Stadt verpflichtet, an diesem Festmahl teilzunehmen. Allein... die Efferdkirche nutzt für die Herstellung dieses Essens ganz efferdgefällig kein Feuer. Gerichte wie das Obacda oder in Algen eingelegten rohen Fisch essen die Efferdasi dann höflich, aber sicher nicht mit großer Vorfreude. Und man munkelt sehr gerne, dass das Parvener Lichterfest ausschließlich dazu da ist, vor diesem seligen Mahl vorher nochmal „was richtiges“ zu essen.

Welchen Grund das Fest nun auch immer wirklich haben mag, es ist beim einfachen Volke genau so beliebt wie bei der Obrigkeit. Es ist gerade in den engen Gassen nicht immer möglich, diese beiden Gesellschaftsschichten voneinander abzuhalten, aber zumindest wurde eine Straße zum Freiheitsgong stets für die Feierlichkeiten gesperrt. Offiziell, damit Lieferanten besser zur großen Bühne und den dortigen Bänken gelangen kann, es fällt aber auch auf, dass es meist die Adeligen der Stadt sind, die diesen Weg nutzen, um zum Gongplatz zu gelangen. Und auch das Volk selbst weiß, dass sie in einer anderen Welt leben. Entsprechend lassen sie die Hohen der Stadt meist in Ruhe, sofern diese nicht von sich aus auf die vielen Handwerker und Dienstleister der Stadt zugehen.

An diesem Praiostag im Jahre 1041 BF, an diesem 24. Praios war auch Dartan di Camaro ein Teilnehmer dieses Festes. Seine Laune jedoch schien nicht gerade berauschend zu sein. Sein Bruder Vigo schaute ihn etwas mitleidig an. „Du genießt deinen Wein mit einer Freude, als sei er von Firun persönlich.“ Dartan kommentierte die Aussage nicht einmal mit einer Gesichtsregung. Grummelnd blickte er weiter ins nichts und hielt dabei seinen eigentlich sehr gut schmeckenden Wein in der Hand, ohne daran nur zu nippen.

Doch warum sollte er auch gute Laune haben. Seit den Rahjastagen 1040 hatte er ein echtes Problem. Das Problem hatte er genau genommen schon länger. Es war die Brautschau seines Bruders vor drei Jahren, die den Stein ins Rollen brachte. Damals heckten sein Bruder Croënar und er eine List aus, um die Treueabsichten einer Teilnehmerin der Brautschau, Terantina ya Pirras zu testen. Zum Spaß verführte Dartan die efferdische Edeldame und sie ging äußerst bereitwillig darauf ein. Die Turtelei eskalierte an diesem Abend jedoch und während die beiden eine äußerst rahjagefällige Nacht nebst ähnlich rahjagefälligen Morgen hatten, legte das Boot mit der restlichen Hochzeitsgesellschaft ab Richtung Karsina. Ohne die beiden.

Für Dartan nichts Besonderes, er hatte schon viele solcher Nächte erlebt. Und auch Terantina schien dies nicht weiter zu stören, sie sah so ihren Weg zur Akkoluthin der Rahjakirche in Belhanka geebnet. Die beiden hatten nur die Rechnung ohne ihre Eltern gemacht. Gerade Terantinas Tante Viviona war vom plötzlichen und unerwarteten Fehlen ihrer Base wenig begeistert. Zusammen mit Dartans Vater Esteban di Camaro ersannen die beiden eine Strafe für das Verhalten. Die beiden würden einfach miteinander verheiratet. So erklärten einige Monate nach der Brautschau die beiden Familien die Verlobung. Natürlich ohne Dartan und Terantina darüber vorab zu informieren.

Viviona und Esteban hatten natürlich erwartet, dass die beiden sich dagegen wehren würden. Sie hatten bisher sogar auf Mitgiftverhandlungen verzichtet, weil es ihnen viel eher darum ging, den beiden eine Lektion zu erteilen und dabei zuzusehen, was die beiden sich einfallen lassen würden, um es nicht so weit kommen zu lassen. Sie rechneten nicht wirklich damit, dass die beiden diesen Bund wirklich eingehen würden, es war wie als wenn diese ganze Verlobung nicht viel mehr als ein böser Scherz auf die Kosten der beiden sein sollte.

Und tatsächlich kamen die Familienoberste in den folgenden zwei Jahren durchaus auf ihre Kosten. Immer wieder wurde ein neuer Termin der Heirat in die Luft gesetzt und urplötzlich wurde dann einer der beiden Krank, eine Reise verzögerte sich, einmal gar war der Traviageweihte urplötzlich verhindert, weil jemand dessen Kutsche zerbrochen hatte. Doch auch für die beiden selbst kamen mit dieser Verlobung Probleme auf. Dartan war noch in der Lage, seine Probleme einigermaßen zu verarbeiten. Zuvor hatte er großen Spaß daran, mit den Damen der Stadt eine Liaison nach der anderen zu haben. Durch den Stapel „verlobt“ waren seine vielen Freundinnen in ihrer Bereitwilligkeit auf ein Techtelmechtel deutlich verhaltener. Terantina ihrerseits wurden durch diese Verlobung echte Steine auf ihrem Weg zur Rahjageweihten gelegt. Denn als Rahjageweihte war es nicht gestattet, vorab verheiratet zu sein. Die Verlobung war also Karriereschädigend. Immerhin wurden auf diese Art und Weise Terantina und Dartan enge Freunde, denn immer wieder mussten die beiden sich abstimmen, um eine neue, kreative Möglichkeit zu finden, die Ehe zu verzögern. Und sie selbst begannen durchaus, Spaß daran zu empfinden.

Über zwei Jahre war der Status der beiden also ein quälendes hin und her. Doch erst mit den Tagen Rahjas 1040 BF wurde die Angelegenheit ernster. Terantina hatte sich nach Belhanka begeben, um dort an den Feierlichkeiten teilzunehmen. Aus einer Laune heraus ließ sie sich gar als Anwärterin auf das Amt der Geliebten der Göttin nominieren. Und erhielt überraschend sehr sehr viele Stimmen. Für das Amt selbst reichte es nicht, aber zumindest dazu, Aufmerksamkeit zu erregen. Vor allem vor dem Horas persönlich, welcher ebenso in Belhanka zu gegen war und sich mit vielen der Rahjanis vor Ort unterhalten hatte.

Und genau diese öffentliches Zurschaustellung ihrer Nähe zur Geweihtenschaft ließ aus diesem „Witz“ der Eltern urplötzlich blanker ernst werden. Bisher konnten Außenstehende noch mit einem Lächeln vom „Unglück der beiden verlobten“ berichten. Viviona und Esteban hatten vor, die Verlobung irgendwann mit dem Grund, dass „die vielen Unglücke einfach ein göttliches Zeichen sein müssten, dass die Verlobung nicht zustande kommen könne“ zu lösen. Jetzt aber hatte Terantina auf höchster Ebene öffentlich zur Schau getragen, dass sie gar nicht die Absicht habe, diese Hochzeit einzugehen. Die Scharade war so für die Häuser nicht mehr aufrecht zu halten, denn umgehend wurde aus dem Lächeln Außenstehender ein verwirrtes „was erlaubt sich die Frau?“ Durch die erhöhte Aufmerksamkeit bis hoch zum Kaiser war Terantinas Verlobung auch ein viel größeres Politikum geworden. Und daher blieb Viviona gar nichts anderes übrig, als Esteban zu bitten, aus dieser Scherzverlobung ernst zu machen.

Genau diese Information hatte Dartan zuvor erhalten. Esteban hatte ihn an seine Ehepflichten erinnert. Aber mit einem anderen Unterton. Bisher hatte Dartan erkannt, dass Esteban Spaß daran hatte, ihn leiden zu sehen. Doch nicht heute. Heute war es ihm ernst und Esteban hatte ihm für sein bisherigen Verhalten gehörig den Kopf gewaschen. So saß er nun am Parvener Lichterfest und grübelte.

Vigos Hand wischte vor seinen Augen herum, um ihn aus seinen Gedanken zu holen. „Hallo? Dartan? Bist du noch auf Dere?“ Er schreckte auf. „Was? Ach... ja... bin ich. Wäre ich nur wo anders.“ „Du tust wirklich so, als sei es das schlimmste der Welt, Terantina ya Pirras heiraten zu müssen.“ „Es ist für mich das schlimmste der Welt, heiraten zu müssen. Ich weiß, du kannst du nicht nachvollziehen, du bist dahingehend ja ganz auf dem Kurs von Paps und Mamou. Aber wenn du wie ich einmal die Früchte Rahjas gekostet hättest... Das liebliche Spiel von Versuchung, der spannende Kampf um Entdeckung, der Nervenkitzel... eine Heirat mit Terantina wäre wie, als würde man alles, was uns ausmacht löschen; mit einem Eimer Wasser übergießen. Alles, was spannend, wäre weggenommen und bieder gemacht.“ „Tja, gewöhne dich daran. So wütend, wie Paps klang, würde ich sagen, es gibt kaum noch eine Möglichkeit, wie du dieser kalten Dusche entkommen könntest.“ „Da ist alle Kreativität gefördert, du hast recht. Aber trotzdem. Diese Heirat kommt für mich nicht in Frage. Ich mag Terantina, aber wenn es hart auf hart kommt, wird es nicht die Familie di Camaro sein, die den schwarzen Parvenus zieht. Dann wird sie es sein, die die Verlobung löst und das Gesicht verliert. Was stellt die sich da auch zur Wahl, die blöde Kuh...“ „Du weißt, dass die Pirras das höchst wahrscheinlich genau so sehen wird? Ich sag ja, du hast ein großes Problem.“ Vigo musste sich anstrengen, ein hämisches Grinsen zu unterdrücken. Zum Glück hatte er in seiner Mutter eine sehr gute Lehrmeisterin, wenn es darum ging, ein grimmiges Gesicht aufrecht zu halten.


„Ja... das einfachste wäre vermutlich, wenn das Problem sich einfach neu verlieben und jemand anderes heiraten wollen würde. Aber wie soll das gehen?“ Terantina war ratlos, während ihre Freundin der Edeldame den leeren Weinbecher nachschüttete.

Ihr klangen noch die mahnenden Worte ihrer Großtante Viviona in den Ohren, die ihr auf ihre typische Art und Weise erklärte, das es jetzt an der Zeit wäre den Traviabund mit dem jungen Herrn di Camaro einzugehen und es keinerlei Ausflüchte mehr gibt. "Durch deinen Fauxpas in Belhanka bleibt uns jetzt nichts anderes mehr übrig.", tadelte Viviona ya Pirras sie streng. Ihr Widerspruch wurde mit einem Hinweis auf den guten Namen des Hauses, den man nicht noch mehr zu diskreditieren gedenkt, von ihrer Tante beiseite gefegt. Sie werde jetzt persönlich die Ausrichtung der Feierlichkeiten in die Hand nehmen, teilte sie ihr zum Abschluss des Monologs mit. Als ob das nicht schon genug wäre wurde sie freundlich aber bestimmt dazu aufgefordert hier in Efferdas in einem der Gästezimmer im Palazzo ya Pirras zu verweilen bis alle Vorbereitungen abgeschlossen sind.

"Terantina, meine Liebe. Du bist mit deinen Gedanken wieder ganz woanders.", hörte sie die Stimme ihrer Freundin. Sie schreckte kurz auf und verschüttete etwas Wein aus ihrem Becher. Eine Bedienstete, die völlig reglos in einer Ecke des Wintergartens stand kam eifrig herbei und beseitigte das Missgeschick."Und wenn du damit fertig bist trollst du dich. Ich benötige deine Dienste im Moment nicht mehr.", sprach Terrantina sie mit einem gereizten Unterton an. "Aber..", begann diese zu entgegnen, doch der Blick Terantinas duldete keinen Widerspruch. Hastig verschwand das junge Mädchen ins Innere des Palazzo.

"Wahrscheinlich wird sie gleich wieder mit der Hauswirtschafterin auftauchen oder Schlimmerem.", erklärte Terantina ihrem Gast. "Es ist hier fast so schlimm wie in Efferdossa. Ich kann kaum einen Schritt ohne Beobachtung gehen, geschweige denn reden. Meine Großtante meint es wirklich ernst. Aber egal, nutzen wir die kurze ruhige Zeit. Neu verlieben hört sich sehr einfach an und wäre mit Sicherheit auch im Sinne der Göttin Rahja, aber wir reden von Dartan di Camaro. Einem Schwerenöter wie er im Buche steht. Dieser Mann ist genauso wenig für einen Traviabund geschaffen wie ich.". Sie schüttelte energisch den Kopf. "Dann löse die Verlobung doch einfach auf. ",schlug Nella vor und nippte an ihrem Weinbecher. "Und löse damit einen Familienstreit wie damals bei den di Onerdi und Calven-Imirandi aus? Glaube mir, auf diesen Einwand meinerseits folgte eine lange ausführliche Erklärung meines Onkels Icaro, der mir in allen kleinen Details die gesellschaftlichen, politischen und finanziellen Folgen einer Auflösung der Verlobung meinerseits nach sich ziehen würde. Und das beim gemeinsamen Abendessen im Kreise der Familie. Die Familie di Camaro wird bestommt genauso denken,solte Dartan diesen Vorschlag unterbreiten." Terantina seufzte leise auf als jemand den Wintergarten betrat. Sie rechnete schon wieder mit Ärger doch dann sah sie ihren Cousin Niccolo, der mit diversen Zeichenutensilien und einem Lächeln im Gesicht auf sie zukam. Zuerst begrüßte dieser den Gast des Hauses mit der Vorstellung seiner Person. "Niccolo ya Pirras, Studioso der Tsa-Schule an der Universität zu Methumis. Zu euren Diensten.", sprach er gefolgt von einer formvollendeten Verbeugung und einem Handkuß. Danach wandte er sich auch seiner Cousine zu und begrüßte sie ebenso. "Werte Cousine Terantina, ich denke meine Gesellschaft hier ist euch weitaus angenehmer als eine weitere Diskussion wegen einer gekränkten Bediensteten. Ich habe mich dieser Angelegenheit angenommen und da bin ich nun, werde mich in den Hintergrund zurückziehen und weiter an meinen Zeichnungen arbeiten. Lasst euch von mir nicht stören.",sagte er, verbeugte sich kurz und zog sich in den Hintergrund des Wintergartens zurück.

"Ein höflicher junger Mann, meine Teuerste.", bemerkte Nella. "Und einer der wenigen in diesem Haus, der mich mit dieser unglückseligen Geschichte in Ruhe läßt.", entgegnete Terantina "und dazu noch künstlerisches Talent hat. Ihr solltet ihn im Auge behalten. Eines Tages wird er sich bestimmt einen Namen machen. In den nächsten Tagen wird er nach Methumis zurück reisen und sein Studium in naher Zukunft beenden, damit……", unterbrach Terantina ihren Redefluß, denn ihr kam ein Gedanke, wen sie in dieser Sache um Rat fragen könnte, sei es aus kirchlicher oder gesellschaftlicher Sicht. Ihre Mentorin aus ihrer Zeit in Methumis. Ja, ihr würde sie ein Schriftstück ohne viel Aufsehen und mit Hilfe von Niccolo zukommen lassen. Vielleicht kann sie mir einen Rat geben, dachte Terantina und ihre Laune besserte sich zusehends.

Terantina wandte sich ihrer Freundin zu." Sagt, wollt ihr mich auf einen Spaziergang begleiten? Es dürstet mich nach Abwechslung. Ich muß meinen Kopf klar bekommen.". Sie wartete die Antwort gar nicht erst ab, sondern wandte sich Niccolo zu. "Werter Cousin, ich schulde euch noch einen Besuch im Tempel der blühenden Nacht. Wir wollten uns doch die dort ausgestellten Kunstwerke ansehen und darüber philosophieren. Ihr erinnert euch doch? Ich werde mich nur kurz erfrischen und erwarte euch beide dann in der Eingangshalle." Mit diesen Worten stand Terantina auf und begab sich zu ihren Gemächern.

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