Zweiflingen

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Die flachen Auen des Yaquir in der Ponterra erscheinen nicht auf den ersten Blick als Rebland geeignet. Doch Trauben werden auch in dieser Region angebaut, gekeltert und schließlich als Most, Wein oder Perlwein vertrieben, oft über die Weinhandlung Yaquiria Shenilo (WYS). Ein Beispiel für die vielen, kleinen, oft in Familienbesitz befindlichen Winzerhöfe ist das Gut Zweiflingen, einen kurzen Fußmarsch außerhalb der Stadtmauern östlich Shenilos gelegen.
Das Gut ist alles in allem unauffällig: eine zweistöckige Casa nebst einigen Wirtschaftsgebäuden, umgeben von einer übermannshohen Ziegelmauer. Bauwerke dieser Art gibt es entlang des Yaquir so manches.
Bemerkenswert ist allenfalls sein derzeitiges Besitzverhältnis. Qua Erbrecht gehört es dem Haus di Côntris und wurde bis vor wenigen Jahren von Esquiria Gloriana von Zweiflingen verwaltet. Im Zuge der Sheniloer Landreform des Jahres 1029 BF übertrug die Signoria es indes zur genussberechtigten Verwaltung dem Ersten Rat der Stadt. Seither ist der Gutshof Wohnsitz und zu einem gewissen Grade auch pekuniäre Versorgung Gishtan re Kusts. Der Signor ya Ramaúd ist damit Vogt von Zweiflingen und berechtigt, das Gut gegen eine nicht näher bekannte Abgabe an das Haus di Côntris nach Gutdünken zu bewirtschaften.
Als Verwalterin steht dem Vogt die Secretaria Waliburia Weltinskwant zur Seite. Seit dem Hesindemond 1032 BF wird eines der Gästezimmer von Meister Ogdan Zahin bewohnt, einem blinden Rebec-Spieler, der mitunter nächtelang auf seinem Instrument übt. Der Musicus ist Berater Signor Gishtans und soll auch bei der Qualitätsbestimmung des zu Zweiflingen gekelterten, edlen Perlweins tätig sein.
Bekannt ist, dass in regem Takt Besucher des Vogts aus manchen Teilen des Horasreichs (und darüber hinaus) zu Gast auf dem Gut sind. Mancher ganz offen, mancher wohl ungesehen.
Im Rahja 1033 BF wurde bekannt, dass Vogt Gishtan plant, in dem weitläufigen, verwilderten Park hinter dem Gut einen der Heiligen Rahjalina gewidmeten Schrein zu errichten. In besagtem Park erhebt sich auch ein wohl fünf Dutzend Schritt hoher Elefantenbaum, welchen einst die gütige Königin Elissa selbst an diesem Ort pflanzen ließ[1].