Wirtschaft Urbasis
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Hier findet sich allerlei Wissenswertes zur Wirtschaft Urbasis und der Urbasiglia.
Wichtige Gewerbe
Den Beinamen 'Silberstadt' trägt Urbasi nicht umsonst. Das Edelmetall des Silbertals stellt die wichtigste Handelsware der gesamten Urbasiglia dar. Vor allem die Münzprägerei, der die mit Abstand meisten Silbertaler des Horasreiches entstammen, ist hier zu nennen. Das einträgliche Privileg des Prägens obliegt der Stadt selbst. Doch auch die allesamt auf dem Ponte Phecchio über dem Sikram angesiedelten Feinschmiede Urbasis tragen wesentlich zum Reichtum der Stadt bei. Ihr Silberschmuck ist im Lieblichen Feld eine überaus begehrte Ware.
Dem Silber steht der Wein der Urbasiglia kaum nach: Die sonnenverwöhnten Südhänge am Sikram zwischen Urbasi und Sibur gelten vielen Kennern als die besten Lagen des Kontinents, die Namen der Orte Nerano, Brasimento und Siburetta bürgen weithin für höchste Qualität. Doch auch in den sich nördlich anschließenden Hügeln, um Tamarasco und zwischen Urbasi und Sikramara werden hervorragende Trauben angebaut. Aus ihnen werden die besten Tropfen Aventuriens gekeltert, sei es der rahjaheilige Tharf (ein Roséwein), der besonders ortstypische Cassiener oder Cassianti (ein hervorragender Mischwein) oder der schäumende Bosparanjer (letzterer vor allem in der nahen Marvinko-Kellerei). Ebenfalls über Urbasi wird meist der berüchtigte Goldfelser Morgenrot vertrieben (ein herber, schwerer Rotwein von gleichfalls höchster Qualität).
Von geringerer Qualität, aber dennoch hoher wirtschaftlicher Bedeutung sind die Tuche der Urbasiglia. Die verarbeitete Phraischafwolle aus dem hügeligen Umland Urbasis und von den Hängen der Goldfelsen erreicht nicht die Qualität derjenigen aus den Küstenregionen des Lieblichen Feldes, wird dafür aber als preiswertere Massenware angeboten. Die Verarbeitung zu Phraioratuch erfolgt vor allem in der urbasischen Vorstadt Agreppara. Von Bedeutung sind auch die Flachsfelder an der oberen Torre (die zur Produktion des bekannten Cindano-Tuchs dienen) und die Lotosgärten am Gerons-See bei Torrini, aus denen das Gros verwendeter Färbestoffe stammt.
Durch schiere Masse sichert sich auch das Korn seine für den Handel der Urbasiglia herausragende Bedeutung. Der Kornhandel beschränkt sich dabei fast ausschließlich auf den nahezu omnipräsenten Weizen. Die größten flächendeckenden Anbaugebiete liegen vor allem rund um Urbet und Cindano sowie nordöstlich von Urbasi. Die weite Ausdehnung der Urbasiglia erlaubt dabei auch die Ausfuhr des Getreides – insbesondere in die nahen Großstädte Arivor und Silas, doch auch nach Belhanka und Vinsalt.
Eine Sonderstellung unter den für die Urbasiglia wichtigsten Handelsgewerben nimmt das Bankwesen ein, das nicht auf der Veräußerung 'echter' Handelswaren beruht – und eigentlich auch nur in einem einzelnen Unternehmen begründet ist: der Silbertaler Bank.
Weitere Gewerbe
Neben den (vorgenannten) Hauptgewerben der Urbasiglia fällt die wirtschaftliche Bedeutung der im Folgenden genannten Gewerbe deutlich ab.
Der Obstanbau ist ein klassisches Zusatzgewerbe vieler Bauern und Winzer, wobei vor allem Apfel-, Kirsch- und Aprikosenbäume sehr beliebt sind. Ölbäume stehen oft in Olivenhainen beieinander und sind nicht selten im Besitz eines ganzen Dorfes oder einer Stadt. Die Oliven selbst und mehr noch das aus ihnen gepresste Öl sind aus der liebfeldischen Küche nicht wegzudenken.
Eine untergeordnete Rolle spielen auch der eher weiter im Süden verbreitete Tabakanbau (rund um Tamarasco und Ovriola) und die Rosenfelder am mittleren Sikram (Ovriola), die der Herstellung von Rosenwasser dienen.
Ausgeprägte Viehzuchten finden sich nur vereinzelt: Rinder werden eher in den Ebenen rund um Urbet, Cindano und Ovriola gehalten, Schafe und Ziegen in den Hügeln der (eigentlichen) Urbasiglia. Ihre tierischen Produkte dienen vor allem der Eigenversorgung, doch einige haben es durchaus zu überregionaler Bekanntheit gebracht und werden auch über die Grenzen der Urbasiglia hinaus gehandelt. Zu nennen sind hier etwa die gewürzte Hartwurst Sikrami, die Fleischwurst Firdayoner (an deren Verzehr die Marvinko immer besonderen Gefallen finden sollen ...) oder der ursprünglich aus dem Onjettal stammende Käse Parsekan.
Von weitaus höherer emotionaler als wirtschaftlicher Bedeutung ist die überall gepflegte Eselzucht. Dem Symboltier des Landes sieht sich insbesondere die einfachere Bevölkerung verpflichtet und misst sich gerne im Wettbewerb um die Auszeichnung der besten Zuchten und Einzeltiere. Die Esel der Urbasiglia dürfen wohl zurecht zu den besten Aventuriens gezählt werden – allein, auch für die besten Esel werden kaum so hohe Preise gezahlt, als dass sie ihre Züchter zu reichen Menschen machen würden. Exklusiver, aber auch kleiner sind die bekannte Pferdezucht in Cavallion und die Hundezucht der Onjaro-Bracken in Pievara (ursprünglich Braccialto bei Onjaro).
Am Sikram ist auch die Flussfischerei verbreitet, deren Fang jedoch überwiegend der eigenen Verköstigung dient und nicht über die Urbasiglia hinaus gehandelt wird. Ähnlich verhält es sich am Gerons-See bei Torrini. Eine auch anderswo beliebte, jedoch sehr exklusive Delikatesse stellen die vor allem an den Waldrändern des Alten Bosparan gesammelten Trüffel dar, denen der Ort Truffelin seine Bekanntheit verdankt.
Die großen Wälder der Urbasiglia und der nahen Hänge der Goldfelsen sind überhaupt eine Quelle mancher weiterer Handelswaren. Die Jagd auf Rot- und Schwarzwild, dessen Fleisch als besondere Speise gute Preise erzielt, ist vielerorts noch ein Vorrecht des landbesitzenden Adels. Ein Kuriosum unter den Handelswaren der Urbasiglia ist das Alicorn aus den Einhornwäldern südlich von Alicorno. Das angeblich zauberkräftige Horn des Einhorns wird in Urbasi zu Devotionalien und Talismanen verarbeitet. Tatsächlich handelt es sich dabei zumeist jedoch nur um Ziegen- oder Rinderhorn.
Das wichtigste Wirtschaftsgut der Wälder ist aber (natürlich) das Holz, ganz gleich ob es aus den Forsten der Urbezza, den Einhornwäldern, dem Alten Bosparan oder von den Hängen der Goldfelsen stammt. Verarbeitet wird es als Baumaterial, zu Möbeln, Waffen und Werkzeugen. Über die Grenzen der Urbasiglia hinaus spielt es im Handel allerdings keine größere Rolle – die Werften an der Küste des Lieblichen Feldes schlagen ihr Holz zumeist noch in küstennaheren Wäldern. Lediglich die hervorragenden Armbrüste und Arbaletten der urbasischen Manufaktur Balestriano sind auch anderswo begehrt.
Am Sikram bei Urbasi finden sich auch einige Papiermühlen, deren Produkte jedoch von nicht allzu auffälliger Qualität sind. Dafür stellen sie die Grundlage der in der urbasischen Druckerei Dalidion gedruckten Publikationen dar, vor allem der Sikramer Schildwacht, der auflagenstärksten Postille der Region. Aus dem als Nebenprodukt des Gold- und Silberabbaus in den Goldfelsen und dem Silbertal gewonnenen Blei werden auch Druckplatten für manche anderen Druckereien des Lieblichen Feldes gefertigt.
Das Eisenerz der Goldfelsen aus dem oberen Sikram- und dem Mardilotal ist von minderwertiger Qualität und schlecht zum Schmieden geeignet. Daher greifen die Schwarzschmiede Urbasis auch lieber auf eingeführten Stahl aus den Zwergengebirgen oder von den Zyklopeninseln zurück. Das eigene Erz wird dagegen vornehmlich zu Gusseisen verarbeitet. Berühmt sind allerdings die urbasischen Bronzeschmiede, die aus dem Handwerk des Gießens, der Ziselierung und der abschließenden Feuervergoldung eine Kunst für sich gemacht haben. Übertroffen werden sie in der Urbasiglia nur noch von der Familie Cardas aus Montarena, deren klangvolle Glocken längst überregionale Verbreitung gefunden haben.
Die Verarbeitung von Glas ist ein sich in Urbasi noch entwickelndes Gewerbe, das hinter anderen Produktionsstätten wie Neetha, Belhanka und Silas deutlich zurücksteht. Die urbasischen Glasbläser sind für ihre Kreativität allerdings weithin bekannt. Etablierter ist die Herstellung von Keramik, deren Rohstoffe vor allem aus Ceramicum am Oberlauf des Sikram stammen.
Aus derselben Gegend kommen witterungsbeständige Klinker, während gewöhnliche Ziegel überall gebrannt werden. Alles andere Bau- und Feingestein wird zumeist importiert.
Von grundsätzlicher wirtschaftlicher Bedeutung sind die kleinen Häfen Urbasis an Argenna und Sikram. Über letzteren wird etwa auch das Gold umgeschlagen, das vom Oberlauf des Sikram in die Goldschmiedestadt Silas transportiert wird. Die Tatsache, dass das Erz der konkurrierenden Feinschmiede der Nachbarstadt an der eigenen vorbeigehandelt wird, war schon manches Mal Anlass für Streit zwischen den Städten.
Nicht zuletzt hat auch das Pilgergeschäft in der Urbasiglia eine – allerdings untergeordnete – Bedeutung. Das Grab Santa Lutisanas in Urbet lockt ebenso Gläubige an wie die Heimat Santa Ricardas im nordöstlichen Umland Urbasis. Die drei größeren Tempel Urbasis – von Ingerimm, Rahja und Hesinde – werden ebenfalls von Pilgern frequentiert, die sich auf der Reise zu oder von einem der wichtigeren Heiligtümer des Lieblichen Feldes befinden.
Siehe auch
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