Signorie Lacrimento
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| Die Signorie Lacrimento für den eiligen Leser | ||||||||||||||
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Die Signorie Lacrimento.
Woher die Signorie ihren Namen hat, darüber kann man streiten. Es kommt sicher vom Bosparanischen "Lacrimosa", was soviel wie die Tränenreiche heißt. Ebenso ist ein Lamento vielleicht in Almada als feuriger Tanz, im Horasreich jedoch sehr wohl als Klagelied bekannt. Vielleicht ruht der Name aus den vielen Klageliedern der Efferdier, dem sogenannten Effado. Die Ruhe und Einsamkeit, die es braucht, um die innerste Trauer in Gedichtform zu pressen, hat man hier bestimmt. Denn die Signorie, welche im Norden an den Ranafandel bis dessen Quelle grenzt, im Süden einen Bogen um Callaneo macht, aber dafür noch die im gleichnamigen Tal gelegenen Ortschaft Saliceria nebst Hang mit umfasst, scheint kaum etwas anderes als ein großes, einsames Waldgebiet zu sein. Kaum verwunderlich, dass meist Holzfäller und Teersieder in Lacrimento wohnen.
Doch eben auch genau dieser Rückzug in die Idylle einer offensichtlich vergessenen Region ist für den ein oder anderen Bessergestellten eine gern genommene Abwechslung. Efferdas ist nahe und man ist bei Notfällen schnell erreichbar, doch der Ranafandelwald ist dennoch geschmückt von vielen kleinen Villen und Loggias, welche als Rückzugsorte dienen, da man in diesen problemlos über Tage ungestört sein kann. So hat auch ihr Kronverwalter Esteban di Camaro eine kleine Villa mitten im nirgendwo. Genau so eine Villa ist aber auch immer wieder gerne Veranstaltungsort für manch ein Geheimtreffen.
Viele der Villen sind auch entsprechend gut versteckt, die Region ist ein wenig hügelig. Es wäre vermessen, Hügel wie die Saliceria-Kuppe mit seinen 340 Schritt Höhe zwischen Saliceria und Lacrimento oder den Ausläufern des Citafandel als Berg zu bezeichnen, aber kombiniert mit den vielen Laubbäumen - vorwiegend Eichen und Linden - reicht es aus, um das ein oder andere schattige Plätzchen einfach zu übersehen. Oftmals aber versteckt sich aber auch lichteres Gesindel in den verlassenen Residenzen und verbringt so darin die Tage, an denen sich die Villenbesitzer nicht selten blicken lassen. Und manchmal geben sich diese sogar als Villenbesitzer aus und prellen so den ein oder anderen gutgläubigen Lacrimoser um die ein oder andere Gefälligkeit.
Wiederum kann es auch vorkommen, dass einige Villen komplett verlassen sind, sei es, weil sie von ihren Besitzern vergessen wurden oder diese einfach verstorben sind. Spaziergänger treffen dann auf überwucherte Ruinen, welche von Moos überwuchert wie eine antike Stätte wirken, auch wenn sie selten älter als 100 Jahre alt sein werden. Manchmal nutzen auch Vogelkundler diese Orte, um dort in Ruhe ihr Umfeld zu besichtigen, denn in den Nischen der Ruinen haben sich häufig Nester verschiedenster Vögel eingenistet und brüten in einem sicheren Versteck ihre Eier aus.
Erwähnt sei noch, dass Lacrimosa an der Terubiser Straße liegt. Als einziger Halt im Tal zwischen Callaneo und der Sorbiker Brücke ist dort eine Wechselstelle für Pferde zu finden, die in der Regel gut besucht ist. Zudem liegt direkt auf der anderen Flussseite die Ortschaft Torreth, weswegen ein Fährmann hier gutes Geld verdient. Der Ranafandel wird hier auch zum Abtransport von geschlagenem Holz genutzt, man treibt die Hölzer meist meist ab Rondravista den noch jungen Ranafandel hinab, bis die Hölzer in Lacrimosa und Torreth verladen werden. Daher rührt auch eine Rivalität zu Torreth, denn die gegenüberliegende Ortschaft liegt in der Signorie Sorbik, Lacrimosa liefert die Hölzer aber eher gen Letran. Es entsteht immer wieder ein Kampf um herabtreibende Hölzer, deren Lagemarkierung durch die Strömung abgewaschen oder abgefallen ist. Da mit dem Holzumschlag viel Geld gemacht wird, geht es hier also um den Verdienst der Arbeiter, den sie sich nicht gerne nehmen lassen.

