Sentinella dei Occuli

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Die Sentinella dei Occuli für den eiligen Leser

Feldzeichen:
Bedeutung:
Gesamtstärke: Nominell 1 Bandiera, unterteilt in:
(1) 2 Terzios "Belhankanisch Bidenhänder": Zweihänder, Schwerer Dolch, Leichte Platte & Schaller mit Bart
(2) 3 Terzios "Freiherrlich-Covernische Jäger": Langbogen, Speer, Kurzschwert, Hirschfänger, Lederwams & -zeug
Garnison: (1) Palazzo di Malavista in Residencia, (2) Land-Capitanate & Horasdomäne Chintûr
Kommandeur: nominell Therengar di Malavista, faktisch Orco Malventor
Loyalität: Senat der Republik Efferdas; (traditionell Haus di Malavista & Haus Efferdas)
Erfahrung: unterschiedlich


Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Geschichte

Die Sentinella dei Occuli bildete einst die klassische Hausmacht des Hauses di Malavista. Ihre Gründung liegt in einem Bett mit der Begründung des Hauses der Malavista. Unter den Ministerialen der alten Baronie erinnerte man sich nicht immer gern dieser kriegerischen Vergangenheit, an die Flucht und die Unbilden, die Halmar zu ertragen hatte. Doch letzlich besinnt sich heute ein jeder Malavista dessen und gedenkt zumindest der Opfer. Halmar hatte als Widerstandskämpfer zahlreiche Freischärler im Kampf gegen das Garether Joch um sich versammelt. Aus den Getreuen dieser harten und entbehrungsreichen Jahre formierte sich allmählich eine treue Gefolgschaft im Efferder Land. Nach dem Kusliker Frieden und der Krönung Khadans im Jahre 752 BF ergab sich das Problem, dass eben jene Getreuen in Waffen durch nichts legitimiert waren. Mit der Erhebung Halmars in den Adelsstand jedoch fand man eine vielerorts praktizierte Lösung für dieses vermeintliche Dilemma.

Halmar I. di Malavista hatte zuvor für Hilbert Paklai tapfer gestritten, zu dessen Vasall er nun geworden war. So formierte er die Freischärler, die sich schon damals aus den Verlierern der Gesellschaft, nämlich den Unterdrückten und Rechtlosen, zusammengesetzt hatten, zu einer legitimen Einheit. Ihre Ausbildung und Versorgung bestritt er aus den wenigen Mitteln, die ihm als neuer Grundherr zur Verfügung standen und so formte er sie nach und nach zu einer regulären Einheit. Halmar war selbst unter den Garethern von einem einfachen Bauern zu einem Verfolgten geworden, und schließlich zu einem Rebellen und Waldläufer, der mit seinen Anhängern der widerlichen Herrschaft Eslams IV. getrotzt hatte, um schließlich dem neuen Reich weiterhin als Adelsmann treu zu dienen.

Der Name der Sentinella dei Occuli nimmt zum einen Bezug auf die heraldische Symbolik im Wappen des Hauses, zum anderen ist es der Name, den die Einheit vom Volk, in Erinnerung an die Zeiten der Empörung wider die Garether Tyrannei erhielt, als die Malavista 'wachen Auges' damit begannen, den Untertanen der Efferdas zu dienen. Die klassische Bewaffnung der Jäger von heute zeugt noch von dieser Zeit, als sie in den Wäldern und auf dem Land um ihr schieres Überleben kämpften. Ihren Zusatz 'Freiherrlich-Covernisch' erhielten sie schließlich in ehrenvoller Erinnerung an diese Zeit unter König Dettmar von ihren damaligen Lehnsherren. Während der Zeit der Seeblockade entzündeten sie heimlich des Nachts Feuer an der Nordküste, um so die Schiffe der Kaiserlichen ins Verderben zu locken. Als Einheit der Baronie Efferdas versahen sie ihren Dienst fortan voller Stolz, stets besorgt um das Wohl und Wehe der Landbevölkerung.

Heute steht die Sentinella dei Occuli ganz im Dienste der Republik. Sie ist demnach nichtmehr eine reine Garde des Hauses Malavista im üblichen Sinne, und sie als solche zu bezeichnen wäre falsch. Sie rekrutiert ihre Mitglieder von jeher aus den Reihen der Armen und Waisen. Meist besitzen ihre Streiter keine Familie außerhalb der Truppe. Es soll sogar eine Zeit gegeben haben, da es ihnen bei Todesstrafe verboten war sich zu binden, bevor sie ihren Dienst nicht beendet hatten. Damals, so sagt man, benötigten die Malavista Kämpfer, deren Verlust niemand vermissen würde, die sich selbst im Kampf nicht aus Angst um die eigene Familie zurückhalten würden, und die Stadt und Land unbedingt treu ergeben sein würden. Krieger, die ohne Zaudern selbst im Angesicht des nahen Todes Befehle befolgten. Urkundliche Nachweise hierzu fehlen, doch wie dem auch sei: Praioslob sind derlei Zeiten wohl vorbei!

So begründeten die frühen Malavista eine Einheit, deren Werber bis heute im Covernischen umherziehen, auf der Suche nach den Kindern der Ärmsten der Armen, um ihnen eine eiserne Heimstatt in den Rängen der Sentinella zu geben. Diese erhalten ein sicheres Obdach, reichhaltige Speisung und schließlich die Ausbildung in den Waffen. Dies umfasst auch eine solide Schulung in den efferdgefälligen Künsten und manchmal lernen sogar einige von ihnen zu lesen und zu schreiben. So wird einjeder für die ersten Jahre seines jungen Lebens zu den Fischern geschickt, die an der Küste vor Efferdas recht zahreich vertreten sind. Sie dienen so dem heiligen Tempel. Zugleich werden sie dadurch allmählich in der Küstenstadt wirklich heimisch. Ihr Dienst an der Waffe beginnt erst im Alter von zwölf göttergefälligen Jahren.

Zum Ende des letzten Milleniums verringerte sich die Anzahl derer, die als Freiherrlich-Covernische Jäger in den Rängen der Sentinella dienen, und an ihre Stelle sind einige Mannschaften getreten, die seit spätestens 1028 BF nunmehr als Belhankanisch Bidenhänder die Truppen der Efferdischen Garde ergänzen. Dieser Wandel steht ganz im Zeichen der Zeit und ist Teil der von Cordovan di Malavista angestrebten Reform des Heeres hin zu einer modernen Armee nach dem Vorbild der Exemplarischen Armee Folnor Sirensteens. Sie stehen als Söldlinge im Dienst der Republik. Die Entscheidung für eine Einheit mit zweihändigen Schwertern als Teil dieser Idee kam dabei nicht ganz von ungefähr. Denn einer der wenigen Schätze des Hauses Malavista ist der legendäre Zweihänder Halmars Eivengrat.

Organisation & Führung

Die Sentinella dient in erster Linie der Republik, hat einen feierlichen Eid auf die Verfassung von Chintûr abgelegt und ist durch und durch eng an Efferdas gebunden. Die Ernennung ihrer Kommandanten erfolgt aus traditionellen Gründen an einen Malavista. Jedoch befehligt dieser die Einheit nicht selber, sondern ernennt einen Vertreter. Der Kommandeur steht im Range eines Capitan der Gesamtheit der Einheiten als Befehlshaber vor. Ist die Unterbringung der Bidenhänder im Palazzo di Malavista vielleicht auch ungewöhnlich, so ist dies doch Folge der durch den Senat begrenzt zur Verfügung gestellten Mittel für derlei Neuerungen.

Ihr Tridente, der Kommandeur der Einheiten, stammt selbst aus einfachsten Verhältnissen. Orco Malventor ist ein äußerst gewissenhafter und strenger Capitan, der sich für gewöhnlich in der Nähe Therengars aufhält, diesem stets treuen Diener der Republik und des Horasreiches aus dem Hause Malavista, der nur nominell als Kommandeur dient. Orco soll ein Bastard des ehemaligen Patron sein und ein sehr gutes Verhältnis zu Cordovan di Malavista haben. Orco ist still, lakonisch, stets beherrscht, und hat weder die Vorzüge noch die strengen Regeln des Lebens seines adeligen Bruders kennengelernt. Er ist als Zögling Therengars schon in jungen Jahren in die Wälder geschickt worden, wo er sein Handwerk von der Pike auf erlernte, und Orco steht diesen Waldmännern bis heute dadurch sehr nah. So wundert es niemanden, wenn er immerwieder das Kommando der Belhankaner an den jeweiligen Sargente übergibt, um sodann allein auszuziehen und "bei den Brüdern in Wald und Flur nach dem Rechten zu sehen."

Die Jäger unterscheiden sich auch insoweit von den Söldlingen, als dass sie nicht kaserniert sind und ihre ganz eigenen Befehlsstrukturen aufweisen, die ihren speziellen Aufgaben ebenso Rechnung tragen, wie sie die Eigenständigkeit und relative Unabhängigkeit dieser Männer bezeugen, die allein oder zu zweit in den entlegensten Winkeln der Coverna ihre Aufgaben wahrnehmen. Ihre Anführer werden nicht ernannt, sondern von der Truppe frei gewählt.
Die Belhankanischen hinwieder folgen ganz den üblichen Regularien und verfügen mit Ioricco Rubor über einen jungen und aufstrebenden Mann aus den ureigenenen Reihen, während mit Salvator Panombra ein Veteran zahlreicher Konflikte überall im Lieblichen Feld in den Reihen der Sentinella steht.

Waffengattungen

Die kleine aber feine und traditionsreiche Truppe versieht ihren Dienst vornehmlich auf dem Lande. Eine Ausnahme bilden die Söldner der Bidenhändischen, die in Tagschichten zu viert jeweils in Residencia patrouillieren und zu zweit am Onerdi-Tor Wache halten. Die Jäger sind im Umland unterwegs. Dabei dienen sie Senat und Republik als ländliche "Augen". Dies geht auf Traditionen zurück, die sich die Malavista hart erkämpft haben und sicher zu verteidigen wissen.

Belhankanisch Bidenhänder

Diese Mannen, allesamt nach Gardemaß mindestens 93 Finger groß, zählen nicht viel an der Zahl, doch schlagen sie sich wacker. In leichter Platte unterstützen sie im Kriegsfall zu Corazzi à 6-8 Mann Stärke die Pikeniere der Efferdischen Garden und Bürgerwehr. Im Frieden stellen sie zu Viert jeweils die Wache in den Gefilden der Edlen und an den Toren von Residencia. Sie sind allseits beliebt, denn der schnöde Wachtdienst bringt sie des Öfteren dazu, den Bauern und Händlern entlang der Silem-Horas-Straße mit ihren Karren , soweit Hilfe Not tut, einmal auszuhelfen. Dazu ließe sich die Stadtgarde beispielsweise niemals herab, diese 'Großen Kerls' aber schon.

Terzio di Porta (8 Mann) unter Sargente Ioricco Rubor
1.Corazza: Corporale Dimmin Volio
2.Corazza: Corporale Reggio Tripunta

Terzio di Pane (8 Mann) unter Sargente Salvator Panombra
1.Corazza: Corporale Benjamino Pistazzi
2.Corazza: Corporale Piurria Aliente

Freiherrlich-Covernische Jäger

Diese Truppe erstritt sich ihren guten Ruf und die Ehrenbezeichnung durch die Dienste im Kampf des jungen Reiches gegen die Garether Tyrannei. Sie patrouillieren entlang der nördlichen Küste von Efferdas bis kurz vor Terrinosi. Dort betreiben und unterhalten die Malavista, schon seit einhundert Jahren, seitdem ihnen dieses Privileg gewährt wurde, Kornmühlen. Im Efferdischen findet man sie auch zwischen Parvenusweg und Sikramer Stieg, im südlichen Ranafandelwald, in dem sie ihr Hauptquartier haben, und sie sind für die Krondömäne Chintûr zuständig, von wo aus sie über die Rinderherden des Hauses um Letran und Lanciadoro wachen. Dabei sind die Waldläufer meist einzeln oder zu dritt unterwegs. Im Kriegsfall dienen sie in losen Haufen als Späher, Aufklärer und Kundschafter.

Triterzio di Occuli (3x3x3 Mann) unter Primana Tizzia Ferrante

1.Corazza "Occuli Lux Molinae": Digitus Brindifor
a) 3 Mann unter Jergan
b) 3 Mann mit Rikunrid
c) 3 Mann mit Widun

2.Corazza "Occuli Semita Sylvana": Digitus Darra
a) 3 Mann mit Dschufar
b) 3 Mann mit Sarilar
c) 3 Mann mit Miserio

3.Corazza "Occuli Cornua Salices": Digitus Morena
a) 3 Mann mit Pirlo
b) 3 Mann mit Carla
c) 3 Mann mit Svittelia

Traditionen

Die Streiter der Sentinella nennen sich selbst 'La Branca Nera' - die schwarze Pranke - nach dem Mal, das ihnen mit einem glühend heißen Eisen in Form eines Dreizacks auf die rechte Schulter gebrannt wird, wenn sie ihre Ausbildung abgeschlossen haben. Dem Herren der Wogen zollen sie zuverlässig ihren Respekt. Denn sie haben, nach ihrem Denken, in diesem dem Umsturz der Gewalten geschuldeten Krieg und Aufstand gegen Gareth ihre Existenzberechtigung erhalten.

Sie sind ein eigenwilliger Haufen und haben ihre ganz eigenen Vorstellungen von Ehre. So versammeln sie sich alljährlich in Letran und Lanciadoro, wenn die Schlachtzeit naht, trinken den harten Schnaps der Rinderhirten und laufen in den Straßen vor den getriebenen Viechern mit dem Volke einher. Das Haus Malavista sorgt durch die Errichtung von Barrikaden hierbei dafür dass niemand ernstlich zu Schaden kommt. Danach werden große Kochfeuer errichtet und man zieht von Ortschaft zu Ortschaft, um den Abend und die Nacht mit den einfachen Bauern und Hirten bei allerlei Musik und Tanz zu verbringen. Bei diesen Feiern treffen sich auch Veteranen, denn es ist nicht selten dass ein Occulo Sentinel sein Tagwerk auf einem Hof versieht, wenn er aus dem Waffendienst geschieden ist.

Die einzelnen Mitglieder des jungen Hauses sind dafür bekannt, dass sie von derlei Treiben weniger Abstand nehmen, als vielmehr Freunde und Gönner dazu einladen dem munteren Treiben beizuwohnen!

Mummenschanz

In Novalia sind die Belhankanischen bei den einfachen Fischern so beliebt, wie sie bei den Zyklopäern berüchtigt sind. Denn unter diesen befinden sich eben auch viele einfache Söldner, und gegen diese hegen selbst die Bidenhänder eine tiefe Abneigung. Die Zyklopäer wiederum necken sie gern und nennen sie 'Zyklopengarde', nach dem Auge im Wappen des Hauses, dem sie dienen. Dies trifft sie in ihrer Ehre, denn sie begreifen sich nicht als Hörige eines zahlenden Adelshauses, sondern als Patrioten der Lande. Seit nun beinahe drei Jahrhunderten dient die Sentinella schließlich dem Volk und dem Land, nunmehr der Republik, aber immer dem Hause di Malavista und ihrem Baron.
Es entbrennt zunächst ein heißes Wortgefecht, und spätestens wenn die Hylailer 'Doppelsöldner' rufen, wird es bunt und wieder einmal wird die Einrichtung der ein oder anderen Taverne zerlegt, bevor sich beide Seiten in ihre jeweiligen Viertel zurückziehen.

Dunkle Stimmen berichten noch immer vom plötzlichen Verschwinden der alten Baronin Efferdas und vermuten dahinter auch die Hand der "Occuli". Dies ist ein Gerücht und die Freiherrlich-Covernischen Jäger widersprechen...nun, wer weiß wie weit die Hand der Baronin da reichte? Sicher ist, das die Jäger die ihre immer mit Kusshand annahmen...

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