Seelenweltburg (Artefakt)
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Der Magier Reugramus Albenfreund besitzt ein Gemälde, das eine phantastische Landschaft um eine Burg abbildet. Dieses Gemälde ist nun so beschaffen, dass es kraft magischer Bearbeitung das Motiv variieren kann. Und zwar kann Reugramus unter Einsatz zusätzlicher Astralenergie eine geistige Verbindung mit dem Gemälde herstellen und sodann seine Gedanken auf eine lebende Person lenken. Das Artefakt prüft nun den Gemütszustand der fremden Person ab und ändert entsprechend sein Motiv: Die Landschaft auf dem Gemälde wird etwa herbstlich und signalisiert Schwermut, zeigt ein Liebespaar oder beispielsweise eine Burgbelagerung.
Das Artefakt hat gegenüber konventionellen Sprüchen den Vorteil, dass es auch auf große Entfernungen den Gemütszustand von Personen ermitteln kann. Allerdings steigt für diesen Fall der Aufwand astraler Energie stark an und wächst gegenüber der zurückzulegenden Entfernung überproportional und ins Unermessliche: Bereits die 1.000 Schritt, die Reugramus von der Burg Torvilio trennen, erfordern seine volle Leistungsfähigkeit. Um in Belhanka die Stimmung der Primesta zu ermitteln, müsste man schätzungsweise einen Geistesbund von 90 Magiern bilden oder kraft Blutmagie 150 Menschen zu Tode bringen. Außerdem kann das Artefakt nicht das Motiv einer Stimmungslage differenziert wiedergeben. Am Beispiel der Primesta wäre etwa nicht ermittelbar, ob sie lediglich ein Morgenmuffel ist oder ob sie Malurien blutig züchtigen wollte. Und nicht zuletzt: Der ausübende Magier muss die Person wenigstens flüchtig kennen, denn allein die Kenntnis des Namens und der Funktion sind für eine Kontaktnahme nicht ausreichend. Zu genau wiederum darf der ausübende Magier die Person auch nicht kennen, weil es nach aller Erfahrung in diesem Falle zu Interferenzen zwischen seinen Erwartungshaltungen und der durch das Artefakt eigenständig ermittelten Motivik kommt. Ein diesbezüglicher Erklärungsgrund könnte in prä- bzw. extradiktativ induzierter Astralenergie liegen, die bereits im actus transmittendi vom Magier zum Artefakt vorläge. Vulgo gesprochen: Der Magier wirkt demnach außerhalb der beabsichtigten Kommunikation mit dem Artefakt einen unfreiwilligen und unterbewussten Begleitzauber, der aus seinen Erwartungshaltungen heraus geformt ist.
Die Herstellung des Artefaktes war ursprüngliche die Spielerei eines Magierfreundes und wurde zum Geschenk gemacht. Einen alltäglichen Nutzen erfüllt es, wenn Reugramus die Absichten von zwielichtigen Besuchern unauffällig prüfen will.

