Porta Pertakia
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„Das Tor nach Pertakis? Dass ich nicht lache! Sie sollten es Tor zu den Niederhöllen nennen! Nicht nur, dass es dort stinkt, als würde man ins Gratenfelser Land kommen, dort ist man seines Lebens nicht sicher! Im Ogerfänger rammen sie einem einen eben solchen zwischen die Rippen, wenn man nicht „die Grenzen von Murak 42“ akzeptieren will, in der Poststation belauern sich die Halsabschneider Pertakis‘ und Shenilos und so wahr ich Luidberto heiße: eines Morgens, ich war gerade auf dem Heimweg, zogen sie mit dem Wassereimer einen toten Burschen aus dem Brunnenschacht an der Piazza Umbracor! Nein, nein Freunde, bleibt hier in Arivor, wo Rondra wahrhaft Tafel hält!“ - Luidberto Montarelone, Geronspilger aus Arivor, zeitgenössisch
Durchquert man die Porta Pertakia Shenilos nach Süden gelangt man in das gleichnamige Viertel. Seit dem Zerwürfnis und der schmählichen Entehrung Pertakis' fordert jedes Jahr am Tag des Buhurts eine Delegation Bürger eine Umbenennung des Stadtteils. Vorschläge waren bisher etwa „Shafiria“, „Porta Côntris“ oder aber einfach „Südviertel“. Keiner Eingabe wurde von der Curia Patricii bisher entsprochen. Die Bewohner Porta Pertakias sind ein rauher Menschenschlag, verdienen hier doch die meisten ihren Lebensunterhalt mit dem Schlachten oder Häuten von Vieh – oder auch Menschen, glaubt man den Gerüchten über den Ogerfänger.
Das Viertel selbst, im Osten vom Sonnenfels begrenzt auf dem die Burg Yaquirstein thront, entstand um die Station des Postendienstes Pertakis (42) und das Kontor der Tuachall herum, die an dem einzigen Platz liegt, der heute – fast etwas ironisch – als Piazza Umbracor bezeichnet wird. Die Niederlassung des Postendienstes wird auf Weisung der pertakischen Patrizierfamilie ya Lerdis von der Leiterin Lisella Midici in strikter Neutralität zum Konflikt der beiden ponterranischen Städte geführt. Deshalb treffen sich dort Kaufleute, Reisende und Gesandte beider Städte oder ihrer Verbündeten um trotz des angespannten Krisenzustandes miteinander reden oder einander beobachten zu können.br>
Die Piazza Umbracor (41) kann den anderen Plätzen Shenilos kaum das Wasser reichen, riecht man dort doch stets die Dämpfe der Gerbereien in der Nähe. Als Sinnbild des Alten Drachens gilt der geschuppte Wasserspeier an der Postendienststation, wiewohl zynischere Gemüter sagen, der Platz trüge den Namen des Zerstörers ohnehin nicht zu unrecht.
Westlich der Piazza, an der Straße nach Nuovo Ruthor, reihen sich die Häuser und Werkstätten der Gerber, Fleischer und Sattler der Stadt aneinander, um die Nähe des Dragenbaches auszunutzen. Deshalb riecht es hier alles andere als gut und schon verkaufen einzelne Krämer Pilgern und anderen Reisenden hölzerne Klammern um sich vor dem Gestank zu schützen. Manch ein böswilliger Beobachter hat schon bemerkt, man habe das Gerberviertel an jene Stelle verlagert, um die Pilger durch den Gestank in die Mauern der Stadt zu treiben, wo sie ihr Geld lassen sollen. Andere vermuten es handle sich um einen augenzwinkernden Fingerzeig der Sheniler und Sheniloer gen Pertakis.
Ebenfalls an dieser Straße liegt die ehemalige Tuchmanufaktur der Petilliani, die seit dem Aussterben der Patrizierfamilie lange Zeit leer stand, bis dort auf Initiative der Hesinde-Kirche der Stadt 1025 BF mit einigen Funden aus dem Güldenland als Hauptattraktion das Heimatmuseum (45) eingerichtet wurde.
Der Ogerfänger ist eine Art Legende im Umkreis vieler Meilen und gerät immer wieder in den Blickpunkt der Gazettenschreiber. Hier geht es noch rauer zu als vor dem Krieg, da die Rundgänge der Stadtgarde kaum noch stattfinden. Nun sammeln sich all diejenigen Sheniler, die im Krieg in Geldnöte gerieten und ihre Grundstücke innerhalb der Mauern an „fremde Kriegsgewinnler“ verkaufen mussten oder einfach etwas gegen Fremdländer in wichtigen Positionen Shenilos haben. Wirt Bosper „Schmetterfaust“ Armundonir schickt „seine Truppe“ gerne aus, um auswärtige Reisende und Zugezogene zu überfallen.
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