Politik der Familie Raloff
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"Wir betrachten es durchaus als Ehre und Auszeichnung, von gewissen Familien übel beleumundet zu werden. Hunde bellen nunmal, das liegt in ihrem Naturell."
-Fusca Gylvana Raloff
Die Politik der Raloffs wird durch ein moralisches Wertegefüge bestimmt, dass sich über Jahrhunderte entwickelt und gefestigt hat.
Spätestens seit dem Verlust der Vogtwürde von Efferdas haben sich die Raloffs als bürgerliche Hüter der Werte von Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit und Ehrenhaftigkeit im Widerstreit mit dem dekadenten, hochmütigen und selbstherrlichen Adel verstanden. So verwundert es auch nicht, dass sich die Familie in Efferdas an die Spitze der republikanischen Bewegung gesetzt hat, um eine neue und bessere staatliche Ordnung in Efferdas durchzusetzen, zu bewahren und weiter zu entwickeln:
Herrschen sollen diejenigen, die am fähigsten sind und die sich für das Gemeinwohl einsetzen. Das man sich hierbei im Selbstverständnis zu den Fähigsten zählt, sei hier nicht verschwiegen.
Für die Raloffs sind die von ihnen angestrebten Tugenden nicht nur leere Floskeln und heraldischer Schmuck, der eine selbstgefällige Herrschaft dekorieren soll. Vielmehr versuchen alle Patriarchen und Matriarchinnen der Raloffs diesen Tugenden stets wirklich gerecht zu werden und ihrer Familie als moralisches Vorbild voran zu gehen. Man ist sich bewusst, dass man Verantwortung für das Volk trägt, dass man repräsentiert. Und man ist auch gewillt, dieser Verantwortung gerecht zu werden - im schlimmsten Falle auch auf eigene Kosten. So erfüllte die Familie insbesondere auch in den finanziell prekären Jahren ihre karitativen und sozialen Verpflichtungen, auch wenn dafür zum Beispiel diverse Bauprojekte nicht oder nur langsam zur Ausführung kamen.
Korruption ist den Raloffs ein Graus. Mit großer Besorgnis und mit Argwohn wird ein jedes Streben der anderen Patrizier und Adligen nach individueller Macht beobachtet. Auch der Ämterhandel gilt ihnen als anrüchig und unmoralisch. Ziel der raloffschen Politik ist die gänzliche Überführung der Fiskal- aber insbesondere auch der Militärhoheit in die Gewalt des Senates.
Die Raloffs lehnen die Intrige als politisches Mittel als unehrenhaft ab. Mit Verachtung werden diejenigen gestraft, die sich dieses Mittels bedienen, um ihre politischen Ziele durchzusetzen.
Mögen ihnen auch unmoralische Angebote mit hohem finanziellen oder politischen Erfolg in Aussicht gestellt sein, so weiß man doch um das moralische Kapital, dass über die Jahrhunderte angesammelt wurde und das es zu bewahren gilt. Dies wird keinesfalls aufs Spiel gesetzt. Dies schuldet man den Göttern, dem Volk und den Ahnen.
Handelspolitisch setzte man bislang auf das einst Erreichte bzw. auf die Bewahrung des noch Verbliebenen. Doch in den letzten Jahren begann die Familie neue Projekte in Angriff zu nehmen. Mit dem angehenden Patriarchen Marbio Rudor Raloff kommt bald ein Mann an die Spitze der Familie, der nichts unversucht lassen wird, für die Ausübung der neu gewonnenen politischen Macht auch den nötigen finanziellen Spielraum zu erringen. Es gelang den Raloffs im Zuge der Gründung der Republik den di Punta den Getreidehandel wieder zu nehmen. Auch mit der Banca di Coverna scheint eine neue und unerwartet reichhaltige Finanzquelle errungen worden zu sein.

