Politik Shenilos
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| Politik Shenilos | Gransignore von Shenilo | Signoria | Curia | Consilium | Bund | Militär | Shenilo im Kronkonvent | Calendarium |
Die Politik Shenilos wird maßgeblich durch die Herrschaftsverhältnisse bestimmt, wie sie im Sheniloer Frieden Ende Tsa 1029 BF zwischen den Parteien des alten Landadels, Stadtpatriziats und der Geweihtenschaft ausgehandelt wurden. Wesentlich ist dabei die Aufspaltung der politischen Macht auf eine Adelsversammlung, die Signoria Nobili, sowie einen gewählten Stadtrat, die Curia Patricii, zwischen denen das vor allem von Geweihten besetzte Consilium Draconis eine vermittelnde Stellung innehat. Als formelles Stadtoberhaupt wird der Gransignore von Shenilo abwechselnd von den beiden erstgenannten Gremien gewählt und herrscht über alle Gebiete der alten Domäne Pertakis mit Ausnahme der großen Handelsstadt an der Yaquirbrücke selbst. Weiter gefasst ist der Sheniloer Bund, dem auch Nachbarstädte und Marktorte wie Arinken, Chetan, Côntris und Sodanyo sowie alle Besitzungen der Adligen, die den Sheniloer Frieden unterzeichnet haben, angehören.
Inhaltsverzeichnis |
Hintergrund: Der Sheniloer Frieden
Die Domäne Pertakis, im horasischen Thronfolgekrieg von Beginn an wiederholt Schlachtfeld der größeren Parteien, versank spätestens mit der Krönung Königin Salkyas endgültig in den Kriegswirren, als dies Konflikte zwischen dem rondrianischen Landadel sowie zum Einen dem Stadtpatriziat von Pertakis und zum Anderen jenem von Shenilo hervorbrechen ließ. Anderthalb Monate währte der Machtkampf der drei Parteien, bis Ralman von Firdayon-Bethana sie schließlich unterwarf und zu Verhandlungen über die neue Ordnung zwang.
Der Stadt Pertakis sicherte er dabei Eigenständigkeit zu, versagte ihr jedoch zugleich eine weitere direkte Einflussnahme auf das weitere Umland, so dass letztlich Landadel und Sheniloer Patriziat die Ordnung des neuen Sheniloer Bunds aushandelten. Die Verhandlungen fanden an zwei Orten gleichzeitig statt: Der Adel versammelte sich im Praios-Tempel Shenilos, die Patrizier hielten die Burg Yaquirstein, weil keine der beiden Parteien anfänglich mit der anderen an einem Tisch sitzen wollte – dennoch wurde mittels Boten zwischen beiden Verhandlungsorten binnen weniger Tage der Sheniloer Frieden beschlossen.
Signoria Nobili
Begründet infolge des sich ausweitenden Zwistes mit dem Gransignore in Pertakis, war diese Vertretung des (Land-)Adels zunächst mit der Wahl sowie ständigen Beratung des (Gegen-)Gransignore betraut. Heute wählt sie im jährlichen Wechsel mit dem Stadtrat das städtische Oberhaupt. Dazu obliegen ihr einige Aufgaben direkt, etwa die Führung der Heroldsrolle, die Aushebung von Adelsaufgeboten und die Erhebung der Steuern auf dem Land. Insgesamt ist die Zusammenarbeit der Adligen in der Signoria jedoch eher unreglementiert und es zählen meist nur die Stimmen Anwesender, während viele der nominell in der Signoria vertretenen Häuser oft gar nicht das Interesse aufbringen, an den Sitzungen teilzunehmen. Das zeigt sich auch in den wechselnden Sitzungsorten: Meist veranstaltet derjenige Adlige eine Zusammenkunft, der gerade ein besonderes Anliegen hat - und außer in Notfällen haben diese Zusammenkünfte auch eher den Charakter eines herrschaftlichen Banketts.
Nominelle Mitglieder sind die Oberhäupter der noblen Familien der Stadt (siehe Calendarium unten).
Curia Patricii
Das Gegenstück zur Versammlung der Adelshäuser des Umlands ist der gewählte Stadt- oder auch Volksrat, dessen Zusammensetzung und Aufgaben im Sheniloer Frieden neu formuliert wurden. Er wählt im jährlichen Wechsel mit dem Adelsrat das städtische Oberhaupt. Dazu unterstehen ihm Aufgaben wie Marktaufsicht und -gerichtsbarkeit, die Bemessung der Pfründe des Magistrats und die Erhebung der Steuern in der Stadt. Ein Curator selbst erhält dabei keinerlei Entschädigung und dient dem Volk von Shenilo aus freien Stücken. Der Älteste unter den Curatoren erteilt als sogenannter Decurio das Rederecht in den Versammlungen der Curia.
Ihr gehören seit dem Frieden von Shenilo die Familien Brahl, Cordur, Menaris, Tuachall und Wankara an. Der einfache Bürger wird hier allerdings nicht automatisch Mitglied, sondern muss sich in regelmäßigen Wahlen durchsetzen. Dabei sind Adlige, die bereits der anderen Signoria angehören, von der Wahl ausgeschlossen. Auch darf jede Familie nur einen Curator stellen. Wahlberechtigt (aktiv und passiv) ist ansonsten jeder freie Bürger der Stadt, unabhängig von seinem Einkommen. Wer höhere Steuern entrichtet, erhält aber mehrere Stimmen.
Bis eine Woche vor einer Wahl dürfen Kandidaten sich dabei zur Wahl melden. Sie brauchen dafür 12 Fürsprecher. Fürsprecher darf jeder sein, der wählen darf und Steuern zahlt. Jeder Wahlberechtigte erhält Abstimmungskugeln. Ein einfacher Bürger erhält eine Kugel, bei hohen steuerlichen Abgaben gar mehrere.
Am Tag der Wahl haben sich alle Bürger dann auf dem König-Khadan-Platz vor dem Magistratspalast einzufinden. Dort darf jeder Kandidat noch eine kurze Rede halten. Danach wird für jeden Kandidaten eine Urne aufgestellt, und die Bürger dürfen ihre Abstimmungskugeln dort hineinwerfen. Die Auszählung wird sofort auf dem Platz öffentlich durchgeführt. Die ersten 5 Kandidaten kommen dabei in den Stadtrat, der in regelmäßigen Abständen in der Dorén-Halle tagt (derzeitige Zusammensetzung, siehe Calendarium unten).
Ein wesentliches informelles Entscheidungsorgan ist die Gesellschaft zum Silbernen Adler, in der sich das Patriziat der Stadt zusammenfindet und häufig auch künftige Curia-Themen im Vorfeld abspricht.
Consilium Draconis
Der sogenannte 'Drachenrat' wurde ursprünglich als verschworener Zirkel der Geweihtenschaft und des Patriziats begründet – während der Bemühungen sich vom Adel loszulösen. Als dies scheiterte, wurde er im Sheniloer Frieden zum Vermittlungsgremium umgewandelt, dem nun vor allem noch Geweihte angehören. Den Consilieri obliegt seither die Anfertigung von Kandidatenlisten für die Magistrate, jedoch bei allen Streitigkeiten zwischen Signoria und Curia, und diese sind nicht selten, auch die Ausarbeitung von Kompromisslösungen. Darüber hinaus versehen sie auch selbst einige Spezialaufgaben, etwa Brunnenpflege, Seuchenschutz, Armenspeisung, Gräberpflege oder Volksbildung. Manchem gilt das Consilium aufgrund seiner Schlüsselposition zwischen den beiden anderen Gremien gar als eigentliches politisches Zentrum der Stadt.
Seine zwölf Mitglieder tragen jeweils das Siegel eines Hohen oder Alten Drachen als Brosche und dazu einen zumeist wohlklingenden Titel (siehe Calendarium unten). Sie werden auf Lebenszeit gewählt, können aber durch einen Mehrheitsbeschluss innerhalb des Consilium Draconis abgewählt werden, wenn ihnen Unfähigkeit oder Befangenheit vorgeworfen wird.
Gransignore und Magistrat
Der Gransignore von Shenilo wurde ursprünglich als Gegenkandidat des bekämpften Pertakisers Alessandro ya Ilsandro aufgestellt, fungiert heute jedoch in erster Linie als Stadtherr Shenilos und Oberhaupt des Sheniloer Bundes. Infolge des innerstädtischen Machtkampfs wird er heute im jährlichen Wechsel (regulärer Wahltermin ist der 15. Praios) von einer der beiden Signorias gewählt und bleibt durch seine kurze Amtszeit dabei zumeist auf die formelle Repräsentation der Stadt beschränkt, es kommt ihm jedoch ein Initiativrecht in beiden Kammern zu. Einer überkommenen Tradition folgend, wird auch heute noch der Abgesandte des Arinkelwaldes zu jeder Wahl eingeladen, obwohl nicht einmal die Rechtsgelehrten, Historiker oder Praios-Geweihten von einem Erscheinen vor der Signoria berichten können.
Im Krisenfall kann dem Gransignore vom Consilium Draconis einstimmig die Macht gegeben werden, die wichtigsten Entscheidungen persönlich und ohne Rücksprache zu treffen. Diese Machtübertragung ist auf maximal 3 Monde begrenzt. Zudem muss der ehemalige Gransignore nach Ablauf seiner Amtszeit über die Vorgänge vor der Bürgerschaft Rechenschaft ablegen.
Neben dem Stadtoberhaupt stehen weitere traditionelle Ämter der alten Domänenverwaltung, nämlich der Erste Rat, der Cancellario, der Secretario, der Iustitiar (Gerichtsbarkeit, überwacht vom Consiliere Branibor), der Constabler (Militär, allerdings Kompetenzüberschneidungen mit dem Consiliere Famerlor) und dazu neu der Camerlengo, die gemeinsam den Magistrat bilden. Diese Ämter sind ihrer Pfründe wegen sehr begehrt.
Kompetenzgerangel
Die ähnlichen und im Sheniloer Frieden ungenau abgegrenzten Kompetenzen des Consilium Draconis und der Magistrate führen bisweilen zu Streitigkeiten, welche Institution welche Frage zu entscheiden hat. In einigen besonders heiklen Bereichen, hat man jedoch mittlerweile (1031 BF) feste Verfahren entwickelt, die endloses Kompetenzgerangel unterbinden sollen:
Constabler vs. Consiliere Famerlor: Die Befehlsgewalt im Frieden und bei Strafexpeditionen innerhalb der Gransignorie trägt der Constabler, er ist auch für die Unterhaltung der Truppen zuständig. Er vergibt im Normalfall bei Offensiven außerhalb der Gransignorie die Befehlsgewalt an einen vertraglich gebundenen Condottiere, dieser haftet mit seinem Privatvermögen, bekommt jedoch 70 Prozent von eventuellen Lösegeldern und einen unbestimmten Betrag aus der Stadtkasse. Bei einer echten Notlage, die die Verteidigung der Stadt vor einem Feinde darstellt (eine solche Notlage stellt das Consilium Draconis mit 2/3-Mehrheit fest), erhält der Consiliere Famerlor das Kommando über alle Truppen und darf alle erforderlichen Maßnahmen zur Verteidigung ergreifen. Außerdem überwacht der Consiliere generell die Tätigkeit des Constablers.
Iustitiar vs. Consiliere Branibor: Generell fungiert der Iustitiar als Richter über alle Streitigkeiten der Stadt (Ausnahmen s.u.) Bei Revisionen legt er eine Gebühr fest, die der Schwere der Tat angemessen sein soll; in der Praxis von 12 Dukaten - Hühnerdiebstahl - bis eher vierstelligen Summen - für Hochverrat. Lediglich bei "Schädlich Hämmern an den Grundfesten Alverans" ist keine Revision möglich. Der Consiliere entscheidet, ob eine Revision generell zulässig ist (dabei ist er nur an sein Gewissen und Praios gebunden), und führt die Zweitverhandlung dann auch selbst durch. Erstinstanzlich ist der Consiliere bei "Schädlich Hämmern..." tätig.
Sheniloer Bund
Die Gransignorie Shenilo, als das lehensrechtlich gebundene "Kernland" der Sheniloer Herrschaft, wird von einem Ring von Adelsbesitzungen gleichsam umgeben und geschirmt. Parallel zu der Absicherung durch die von Ralman Firdayon garantierte Gransignorie verbindet die Adelshäuser Shenilos nämlich auch eine vertragliche Vereinbarung, eben der Sheniloer Frieden von 1029 BF, mit der Stadt. Dieser einseitig unaufkündbare Vertrag legt Gefolgschaftspflichten und Eingriffsrechte jenseits eine Lehensbindung fest. Innerhalb der Gransignorie besteht also für die Adelsgeschlechter eine Doppelbindung über Lehensrecht (Gransignorie) und Vertrag (über den Sheniloer Bund).
Den Ritterhäusern, welche außerhalb der Sheniloer Gransignorie, beispielsweise also in der Baronie Terubis begütert sind, obliegen natürlich teilweise noch die althergebrachten Lehenspflichten gegenüber ihren Lehnsherren. So kann es sein, dass z.B. das Haus Gabellano über den Vertrag mit Shenilo, lehensrechtlich den Baronen von Terubis verbunden, in einem Konfliktfall vor der Entscheidung über die Loyalität steht. Da aber (fast) alle Ritterhäuser des Sheniloer Bundes in Shenilo ihren Wohnsitz genommen und ihr Aktionszentrum begründet haben, scheint die Entscheidung im Regelfalle klar.
In weiteren Orten des Sheniloer Bundes bestehen eigenständige Bürgerräte, die vom Gransignore vor Entscheidungen, die die gesamte Region betreffen, angehört werden sollen. Bei der Verwaltung der Orte selbst haben sich jedoch auch die örtlichen Adelsfamilien zumeist noch einige Hoheit bewahren können. Dabei reicht das Spektrum von signorshörigem, schier ohnmächtigem Bürgerrat (wie beispielsweise in Arinken) bis zum autonomen, machtvollen Stadtrat (in Chetan). Jenseits des Signorienmodells sind auch diese Städte somit eigenständige Mitglieder des Sheniloer Bundes.
Ausnahme ist der Ort Côntris am Yaquir. Der Urenkel des ehemaligen Signore von Côntris wurde hier zum Präfekten von Shenilos Gnaden bestellt. Er soll gewährleisten, dass Côntris als Flusshafen der "Stadt der Drachen" fungieren kann.
Calendarium
| Amt | Aufgabe | Wahl | Amtsträger |
|---|---|---|---|
| Gransignore und Magistrat | |||
| Gransignore | nominelles Stadtoberhaupt | jährlich wechselnd durch eine der beiden Signorias | Endor Dorén (1032/1033 BF) |
| Erster Rat | Stellvertreter des Stadtoberhaupts | aus Kandidatenliste des Consiliums für drei Jahre vom Gransignore ernannt | Gishtan re Kust (1031 BF bis 1034 BF) |
| Cancellaria | allgemeine Verwaltungsaufgaben | aus Kandidatenliste des Consiliums für drei Jahre vom Gransignore ernannt | Yolanda Tuachall (1032 BF bis 1035 BF) |
| Secretaria | Urkundensiegelung | aus Kandidatenliste des Consiliums für drei Jahre vom Gransignore ernannt | Obra Tuachall (1030 bis 1033 BF) |
| Iustitiar | allgemeine Gerichtsbarkeit | aus Kandidatenliste des Consiliums für drei Jahre vom Gransignore ernannt | Caron von Calven-Imirandi (1030 bis 1033 BF) |
| Constabler | Verwaltung des Militärs | aus Kandidatenliste des Consiliums für drei Jahre vom Gransignore ernannt | Orsino Carson (1032 BF bis 1035 BF) |
| Camerlengo | Finanzverwaltung | aus Kandidatenliste des Consiliums für drei Jahre vom Gransignore ernannt | Daryl Brahl (1031 bis 1034 BF) |
| Signoria Nobili | |||
| bis zu 8 Mitglieder | s.o. | - |
|
| Herold | führt die Wappenrolle | durch die Signoria | |
| Curia Patricii | |||
| 10 Curatoren | s.o. | durch alle Bürger (s.o.) |
|
| Marktrichter | Marktgerichtsbarkeit und -aufsicht | durch die Curia | Piara Collina |
| Consilium Draconis | |||
| Consiliere Naclador | Verkünder der Wahrheit, Stadtchronist, Sprecher des Consiliums | durch die Hesindianer und die Schwesternschaft der Mada | Tankred Menaris |
| Consiliere Branibor | Hüter der Gerechtigkeit | durch die Praios-Geweihten | Praiosdan vom Lohenfels |
| Consiliere Famerlor | Wächter der Stadt und des Geronsgrabes | durch die Rondrianer | Arana von Shenilo |
| Consiliere Darador | Stifter der Pracht | durch die Rahja-Geweihten | Beleno Brahl |
| Consiliere Yalsicor | Schenker der Hoffnung, Almosar, Armenspeisung | durch das Donatorier-Kloster | Tsatalante Friedensstimme |
| Consiliere Menacor | Wissender der Macht, Erster Magier der Stadt | durch die Magier | Defranda Defrus |
| Consiliere Pyrdacor | Wahrer des Handwerks, Oberster Vertreter der Zünfte | durch die Zünfte | Jeanos Wankara |
| Consiliere Teclador | Mehrer des Wissens, Volksbildung | durch die Lehrer der Volksschule | Scibor Tuachall |
| Consiliere Umbracor | Mahner des Todes, Gräberpflege | ein örtlicher Boroni | Prätor Boronir aus Arinken |
| Consiliere Fuldigor | Beender des Zwistes | Gesandter des Horas aus Horasia | Yarbosco Aurandis |
| Consiliere Nosulgor | Spender des Lebens, Seuchenschutz | durch das Therbûniten-Spital | Kedio aus Malur |
| Consiliere Aldinor | Schürer der Fruchtbarkeit, Brunnen- und Zisternenwart | Efferdianer von Côntris | Isida von Veliris-Balthâr |
| Verwaltung des Umlandes | |||
| Präfekt von Côntris | Verwaltung von Côntris | Mitglied des Hauses di Côntris | |
| Straßenvogt | Wacht als Mitglied der Connetablia Vetera über die Seneb-Horas-Straße | Mitglied des Hauses Schwarzenstamm | |
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