Politik
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Die Politik im Lieblichen Feld und Horasreich ist - spätestens seit dem Ende des horasischen Thronfolgekriegs - ein Konglomerat schwer durchschaubarer Hierarchien, Beziehungen und Rivalitäten, über dem allein der junge Horas als bereits mythisch verklärter, jedoch kaum direkt Einfluss nehmender Herrscher steht. Regionale Machthaber betrachten sich selbstbewusst als Herren über "Teilstaaten", die über den Kronkonvent mehr auf ständige Mitsprache drängen, als sich als unbedingte Gefolgsleute sehen. Der mächtigste unter ihnen hingegen, Fürst Ralman von Firdayon-Bethana, versucht als Comto Protector dem Zerfall der Zentralgewalt seit dem Tod der Amene-Horas entgegenzuwirken. Maßgeblichen Einfluss hat die Krone, insofern gerade die zerklüftete politische Situation ihr Wort als autoritativ hervorhebt und ihr in der Schlichterrolle immerhin indirekte Steuerungs- und Eingriffsmöglichkeiten eröffnet.
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Der Horashof in Horasia
Der bereits gekränzte und gekrönte, aber noch nicht regierende Herrscher des Lieblichen Feldes residiert in der Palaststadt Horasia und ist selbst für die meisten seiner Höflinge unnahbar. Dass die Politik des Reiches (noch) nicht hier gemacht wird, ist ihnen wohlbewusst, doch sie spekulieren ohnehin eher auf die Zukunft unter einem starken Monarchen, der sie zu seinen Würdenträgern macht. Besonders die Orden im Umfeld des jungen Horas - Adler- und Heilig-Blut-Ritter, Draconiter, Famerlorianer und Ucuriaten - wollen auf die Erziehung und Ausbildung des jugendlichen Herrschers Einfluss nehmen.
Kronkonvent und Kronämter
Die größte politische Bedeutung kommt seit dem Ende des Thronfolgekriegs (wieder) dem unregelmäßig tagenden Kronkonvent in Arivor zu, zu dem sich alle Machthaber des Reiches, aus Adel und Patriziat ebenso wie den Kirchen und Magiergilden, zusammenfinden. Seine umfassenden Kompetenzen erstrecken sich seit Kriegsende auch auf die unter der Herrschaft der Amene-Horas noch ausgeklammerten Gebiete jenseits des Königreichs Yaquiria. Charakteristisch ist die Unterteilung des Konvents in die drei Bänke - Königs-, Fürsten- und Edlenbank - deren Votum jeweils einzeln gewertet wird. Auch die Kronregierung, die sich aus Kronsekretariaten und Kronkabinett zusammensetzende formelle Exekutive, wird von ihm gewählt, auch wenn ihr Einfluss nicht selten mit dem Selbstbewusstsein regionaler Machthaber kollidiert. Vertreter des Horas im Kronkonvent und zugleich von diesem zum Vertreter des Horas in der Reichspolitik gewählt ist Comto Protector Ralman.
Regionale Machthaber
Die sich zumeist nur noch den Befugnissen des Kronkonvents unterordnenden regionalen Machthaber des Horasreichs - Fürsten und Grafen, doch auch zahlreiche Stadtherrschaften - sind sich in einem komplizierten Geflecht freundschaftlicher Beziehungen und erbitterter Rivalitäten verbunden.
- Der Herzog von Grangor, Cusimo Garlischgrötz, ist einer der mächtigsten Fürsten des Reiches und herrscht in Phecadien sowie im nordwestlich angrenzenden Windhag - weswegen er als "Diener zweier Herren" zwischen Horas- und Mittelreich steht.
- Die Freie Stadt Grangor ist an Macht Herzog Cusimo beinahe ebenbürtig, allerdings agiert das in Innerer und Äußerer Stube organisierte Patriziat der Stadt meist als Alliierter im Hintergrund. Die mächtige Grangorer Flotte untersteht allein der Freien Stadt selbst.
- Die Stadt Sewamund, formell vom Baron Irion von Streitebeck beherrscht, ist nach Grangor und Bethana die wichtigste der Seestädte der Septimana und stets um gleichermaßen gute Beziehungen zum Herzog wie auch zur Freien Stadt bestrebt.
- Der Bergkönig vom Phecanowald, Gorfar Sohn des Gurobead, steht den Schradoker Zwergen vor, die wegen ihrer mechanischen Fertigkeiten von einigem Einfluss sind.
- Die Stadt Unterfels ist das Machtzentrum im Yaquirbruch, seitdem die örtlichen Kriegsherren und Condottieri es als neutrale Stadt anerkannten.
- Um die Würde der Grafen von Bomed streiten sich drei Aspiranten, Rimon Sâlingor, Horasio della Pena und Josmina von Bregelsaum - und bestimmen dadurch oft die wechselhafte Politik der Kriegsherren im Yaquirbruch. In ihrem Gefolge befinden sich wiederum Barone und Freiherren mit oft ebenso rivalisierenden Ansprüchen.
- Der Fürst von Vinsalt, Ralman von Firdayon-Bethana, ist der mächtigste Regionalherrscher des Reiches. Sein Einfluss erstreckt sich auch auf die nahen Barone von Shumir und Aldyra (letzteres ein weiterer Titel des Horas, weswegen er hier vertreten wird) sowie den Statthalter von Sibur.
- Die Stadt Pertakis ist eine der mittleren Stadtherrschaften des Landes, steht mit ihrem eigenen Umland jedoch in Fehde. Ihre Machtgrundlage ist die Bedeutung als Handelsplatz im Zentrum des Reiches.
- In der Stadt Shenilo hat sich die Opposition des alten Adels der pertakischen Domäne versammelt und dehnt zusammen mit Patriziern ihren Einfluss zwischen den anderen Machthabern der Kernlande allmählich aus.
- Der nahe Horashof in Horasia beherrscht nur das unmittelbare Umland der Palaststadt, ist aber für die Nachbarn sowieso unangreifbar.
- Die Gräfin von Bethana, Hesindiane Aralzin, regiert in der südlichen Septimana zwar noch unmittelbarer als über die formell ihr unterstellten Seestädte, sieht sich aber ebenso wie der Herzog von Grangor im Norden einem einflussreichen Patriziat gegenüber.
- Die Stadt Kuslik, ehedem galahansches Fürstentum, wird heute von ... (N/A) beherrscht.
- Der Erzherrscher von Arivor, Seneschall Nepolemo ya Torese, steht in der wichtigsten Pilgerstadt des Horasreiches einer formellen Kirchenherrschaft vor, die indes das örtliche Patriziat unter Erzkastellan Gaspare ya Stellona immer mehr einzubeziehen hat.
- Die Fürstliche Gemeinde Urbasi ist eine aus dem kurzlebigen Fürstentum Urbasi während des Thronfolgekriegs hervorgegangene Stadtherrschaft, die viele der mittleren Adelshäuser am Goldfelser Stieg vereint und mehr oder weniger offen und kaum behindert nach der Vorherrschaft in der gesamten Region strebt.
- Der Graf vom Sikram, Croenar von Marvinko, gilt immer noch als einer der begütertsten Adligen des Reiches, ging im Krieg aber seiner Residenzstadt Silas verlustig und nimmt, wie es für ihn typisch ist, nur über Intrigen im Hintergrund Einfluss.
- Die Syndikokratie Silas, eine reine Zünfteherrschaft, hat sich vom Grafen losgesagt und weist vor allem wirtschaftliche Macht auf - und droht hinter der kleineren, aber territorial einflussreicheren Nachbarstadt Urbasi zurückzufallen.
- Die Gräfin vom Onjet, Delhena di Visterdi, deren Anspruch ebenfalls aus dem kurzlebigen Fürstentum Urbasi herrührt, hat sich ihre Eigenständigkeit seit dem Zerfall desselben weitgehend bewahrt - auch weil sie mit keinem ihrer Nachbarn den Streit sucht.
- Die Belhankanische Republik Efferdas, vom Patriziat und der alten Baronin Elanor von Efferdas beherrscht, ist innerhalb des Parvenusbundes der bestimmende Faktor in der nordwestlichen Coverna, der größeren Schwester- (oder Mutter-) Republik im Süden aber formell verpflichtet.
- Die Republik Belhanka ist die mächtigste aller Stadtherrschaften des Horasreiches, was sie vor allem ihrem Reichtum und ihrer Führungsrolle im Handel mit den Zyklopeninseln und den Kolonien verdankt.
- Der Herzog von Methumis, Eolan IV. Berlînghan, regiert über die südöstliche Coverna mit der wichtigen Universitätsstadt, in der viele Prinzen und Staatslenker des Reiches ausgebildet werden.
- Die Herzogin von Chababien, Calliane ay Oikaldiki, und der Graf von Thegûn, ihr Oheim Furro ay Oikaldiki, herrschen traditionell in Chababien. Verbunden ist die junge Herzogin mit dem Prinzen Haridiyon Thaliyin, dem Erben der Zyklopeninseln.
- Die Fürstin von Drôl, Alrigia ya Costermana, gilt als die erfolgreichste Condottiera des Horasreichs. Ihr gelang es, die gesamte Drôler Mark unter ihre Herrschaft zu bekommen. Hierbei sieht sie sich dem entmachteten, aber nicht machtlosen Patriziat des alten Senats von Drôl gegenüber.
- Der Seekönig der Zyklopeninseln, Palamydas Thaliyin, ist nach dem jungen Horas der formell höchstrangige Adlige des Horasreichs und herrscht beinahe autonom über die ihm unterstellten Inseln.
- Die Vizekönigin des Südmeers, Nandora ya Strozza, ist eine Kolonialverwalterin aus methumischer Bankiersfamilie, deren Wirkungsbereich weit im Süden liegt. Vom Titel her zählt sie auch zu den höchsten Adligen des Reiches.
Mächtegruppen
Neben den oft im Vordergrund stehenden Machthabern gibt es eine Reihe einflussreicher Mächtegruppen, die die tatsächliche Politik nicht selten ebenso sehr bestimmen wie es die eigentlichen Herrscher tun. Genannt seien hier:
- Die Nordmeer-Compagnie der Seestädte der Septimana ist deren wichtigstes Bindeglied und vertritt die Interessen der Kaufleute im Handel mit Nordaventurien. Ihre Opposition fürchtet der Herzog von Grangor ebenso wie die Gräfin von Bethana.
- Die Süd-Aventurien-Compagnie ist das Gegenstück dazu im Süden und nimmt über den Süd-Aventurien-Rat in Belhanka, einen ständigen Ausschuss des Kronkonvents, entscheidenden Einfluss auf die Politik in den Kolonien im Südmeer.
- Das Drôler Commercien-Syndikat vereint die alten Senatoren der Rosenstadt im Machtkampf gegen die Fürstin Alrigia ya Costermana.
- Zu den einflussreichen Kirchen (vor allem der Hesinde, des Efferd, der Rahja und Rondra) siehe den Artikel Religion. Die Magiergilden finden sich dazu im Artikel Magie.
- Daneben treten immer wieder kleinere Bündnisse in Erscheinung, mit oft stark differenzierten Zielen, etwa der Dreililienbund zur Unterstützung des Bomeder Grafenkandidaten Rimon oder der Sikramtaler Ritterbund zum Schutz der eigenen Landgüter gegenüber der wachsenden Macht der Kaufherrenschaft im Süden.
Siehe auch
- Zur alten Lehensstruktur vor dem Thronfolgekrieg siehe Horasreich und Königreich Yaquiria.
- Zum Militär siehe die entsprechende Kategorie und Flotte des Horasreiches.
- Zu Staatstheorien und Ideologien siehe etwa Renascentia und Kategorie:Ideologie.
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