Wirtschaft Shenilos
Aus Liebliches-Feld.net
Scheinbar im Widerspruch zum Forschrittsglauben vieler hesindetreuer Bürger der Stadt Shenilo steht der noch immer vergleichsweise große Einfluss der Gilden und Zünfte. Während in vielen Städten des Reiches Manufakturen mit den alten Institutionen ringen, blieb Shenilo von solcherlei wenig friedensstiftenden Veränderungen verschont. Auf der anderen Seiten haben die mächtigen Familien der Stadt jedoch längst die einzelnen Zünfte an Einfluss überholt, sodass einige Gilden gar völlig von den Patriziern beherrscht werden und nur noch nominell (und de iure) bestehen.
Während das Umland der Stadt vor allem einfache Rohstoffe und landwirtschaftliche Produkte hervorbringt, finden sich in der Stadt selbst überdurchschnittlich viele Edelhandwerker. Auch eine Manufaktur entstand gegen den Widerstand vieler kleiner Gewerbebetriebe am Stadtrand.
Bedeutende Handelswaren der Ponterra
Die natürlichen Ressourcen der Ponterra, von deren Handel auch Shenilo profitiert, bestehen hauptsächlich in den reichen Holzbeständen des Arinkelwaldes und aus den kleineren Wäldern des Landstrichs - etwa die gefragter werdenden Walnussbäume der Auwälder - sowie im Abbau des Chetaner Ockers aus den Ockerfelsen. In der Landwirtschaft dominieren der auch überregional bedeutende Weinanbau (repräsentiert fast exklusiv von der Weinhandlung Yaquiria Shenilo), der Anbau vornehmlich von Weizen sowie von Raps südlich des Yaquir. Dort ragt zudem die Viehwirtschaft heraus. Natürlich sind auch die Früchte des Yaquir, allen voran alle Sorten von Flussfischen, aber auch die zu Klinkern weiterverarbeitete Tonerde bei Chetan und Balthar sowie das begehrte Yaquirschilf zu nennen. Über den reinen An- und Abbau bzw. die Zucht der entsprechenden Handelswaren hat sich das städtische Handwerk auf die Weiterverarbeitung spezialisiert, so wird Rapsöl und Färbemittel hergestellt, Schafs- und Rindfleisch vertrieben und Lederwaren gegerbt und geschneidert und Schafswolle geschoren.
Auch in der Edeltierzucht hat man sich einen Namen gemacht, so werden in Rahjensgart Pferde, in Solstono Falken und in Shenilo sogar Shenilesen gezüchtet. Zudem wird auch Kulinarisches gebacken, wie der Shenilesen-Lebkuchen oder allerlei Mohnsüßspeisen. Auch die Verehrung der beiden wichtigsten Gottheiten der Stadt - Rondra und Hesinde haben ihren Niederschlag im örtlichen Handwerk erfahren: Der Beförderung der Pilgerfahrt bzw. der wirtschaftlichen "Nutzbarmachung" dient der ausgedehnte Devotionalienhandel, die lange Tradition der Gelehrsamkeit findet ihre Entsprechung in der Herstellung und Vervielfältigung von ein- und mehrblättrigen Druckwerken, aber auch in der aufwändigen Buchmalerei und Buchcopie. Schließlich ist auch die ursprünglich in Côntris beheimatete Glas- und Linsenproduktion zu nennen, die durch die ungewöhnliche Herstellung von Spiegeln ergänzt wird.
Finanzinstitutionen
Das Gildenwesen
Alle Handwerker der Stadt müssen in Gilden organisiert sein, um auf diesem Wege die Verteidigung der Stadt zu gewährleisten. Den Gilden obliegt nämlich die Pflicht im Kriegsfalle die Bürgerwehr aufzustellen und je einen bestimmten Mauerabschnitt zu bemannen. In Friedenszeiten ist es ihre Pflicht die Handwerker rudimentär im Waffengang zu schulen. Eine Gilde besteht immer aus wenigstens drei Meistern, von denen einer ihr als Gildenmeister vorsteht. Er wird innerhalb der Gilde gewählt. Jedes Mitglied der Gilde – sei es Meister oder Geselle - muss Bürger der Stadt Shenilo sein.
Die einflussreichen Kaufleute sind von dieser Gildenpflicht ebenso befreit wie Priester, Magier und viele andere. Den unehrlichen Berufen hingegen ist eine Gilde verwehrt.
Es gibt in Shenilo die folgenden Gilden, welche teilweise in der jüngeren Geschichte aber stark an Einfluss verloren haben und nur noch nominell existieren. Deren Leitung wurde zumeist von einer einflussreichen Familie oder Gruppierung übernommen. Auch die Sheniler Spielkartenmanufactur gehört nur nominell der Parinorszunft an. Anders als im Lieblichen Feld sonst üblich konnten einige Gilden hingegen ihre Macht erhalten.
Der Einfluss bezieht sich auf die Stadt Shenilo, das Vermögen ist natürlich überregional zu verstehen.
Riesenzunft
Zunftmeister: Dalek ya Radell
Gewerbe: Maurer, Steinmetze, Maler, Schreiner, Töpfer, Kannengießer, Zimmerer, Tischler, Baumeister
Einfluss: ansehnlich
Vermögen: ansehnlich
Die Riesenzunft ist benannt nach ihrem Zunfttreff, der Schenke Zum Riesen.
Die "Riesen", wie sich die Mitglieder der Zunft gerne scherzhaft nennen, sieht man manches Mal entlang der nordwestlichen Mauern patroullieren. Die Zunftmeister nehmen die Bürgerpflicht sehr ernst, denn diesen Teil der Stadtmauern müssen sie im Kriegsfalle verteidigen.
Webergilde
Gildenmeister: Odina Jobornu
Gewerbe: Schneider, Tucher, Gerber, Schuhmacher, Hut- und Putzmacher, Sattler
Einfluss: ansehnlich
Vermögen: hinlänglich
Im Falle eines Krieges ist es Pflicht der Webergilde, das Westtor Shenilos zu halten. In Friedenszeiten ist es ihre Aufgabe, alle ihre Mitglieder auf diesen Ernstfall vorzubereiten.
Stutenzunft
Zunftmeister: Coruno Equola
Gewerbe: Kunst- und Edelhandwerker, Instrumentenbauer, Bildhauer, Maler und andere Künstler
Einfluss: ansehnlich
Vermögen: hinlänglich
Die Stutenzunft ist nach der als Zunftstube dienenden 'Geflügelten Stute' (Name des mit Pegasus-Hausmarke versehenen Hauses der Familie Equola) benannt.
Im Verteidigungsfall der Stadt obliegt es der Stutenzunft, ihre Mannen zur Sicherung des Pertak'schen Tores bereitzustellen.
Innung der Rebleute
Gildenmeister: Daryl Brahl
Gewerbe: Winzer, Schröter, Küfer, Wagner, Weinhändler
Einfluss: groß
Vermögen: groß
In der Innung der Rebleute sind von alters her alle Schröter, Küfer, Wagner, Weinhändler, Kelterer und diejenigen Winzer vertreten, die sich als Ackerbürger in der Stadt Shenilo niedergelassen haben. Viele landständige Winzer des Umlands waren nicht vertreten, wenngleich sie natürlich mit den Handwerkern der Stadt in einem engen Verhältnis standen. Der resultierenden und immer wieder hervortretenden Uneinigkeit wurde erst im Jahre 996 BF mit der Gründung der Weinhandlung Yaquiria Shenilo ein Ende gesetzt.
Heute ist die Innung der Rebleute faktisch in der Hand der WYS und damit ihrer wichtigsten Familien, der Thergourian, ya Côntris, Adratiello, Landois und vor allem der Familie Brahl. Da das jeweilige Oberhaupt letzterer Familie auch die WYS anführt, stellte sie in den letzten Jahrzehnten auch den Gildenmeister. Aber auch unabhängige Küfer oder Winzerfamilien wie die di Asuriol können sich dem Gildenrecht nicht entziehen.
Zu den städtischen Aufgaben der Innung zählt unter anderem die Entrichtung der Steuern für ihre Lehrlinge, Gesellen und Meister und deren Familien, sowie im Kriegsfalle die Bemannung des südlichen Abschnittes der westlichen Mauern.
Parinorszunft
Zunftmeister: Alvin Eselborn
Gewerbe: Apotheker, Bader, Barbiere, Medici, Wundärzte, Glaser, Optiker, Buchbinder und -drucker, Parfümeure, Uhrmacher
Einfluss: ansehnlich
Vermögen: ansehnlich
Die Parinorszunft ist nach dem Fresko des Hl. Parinors am Gildenhaus benannt. Ihren Ursprung führt die Zunft auf die Priesterkaiserzeit zurück. Der Legende nach sollen ein Bader, ein Alchimist und ein Buchbinder damals auf Befehl des Custos Lumini Daradan Heliopher, Sohn des ersten ponterranischen Praioten Eregan Heliopher, zu Tode geprügelt worden sein. Die Drei hatten zuvor versucht gegen eine durch Unterernährung und mangelnder Hygiene ausgelöste Krankheitswelle durch Aufklärung der Menschen in Alchimie und Heilkunst vorzugehen und wurden ob "ketzerischer Gedanken und Anmaßung" zum Tode verurteilt. Nach dem Ende der Priesterkaiserherrschaft über die Stadt machten sich die Angehörigen und Berufskollegen der Getöteten daran, ihr Erbe hochzuhalten und schlossen sich zusammen. Das während der Rohalszeit errichtete Gildenhaus im Stadtteil Studiora wurde mit dem Fresko Parinors versehen um den Kampf der Heilkunst und Spagyrik gegen einen unüberwindlich scheinenden Feind zu betonen.
Das Andenken der Drei wird noch heute in der Zunft hochgehalten und es sind fast immer angebliche Nachkommen der Getöteten, die die Führung der Zunft übernehmen. Darüberhinaus ist die Zunft eine der stärksten Säulen der Hesinde-Kirche in der Stadt, im Gildenhaus findet sich sogar ein kleiner Schrein, in dem die Zunftstatuten aufbewahrt werden. Die Gesellentrinkstube befindet sich in der Taverne Am Zweiflinger Tor.
Zu den städtischen Aufgaben zählt die Verteidigung der östlichen Mauern gegen jedweden Feind Shenilos.
Knochenhauergilde
Zunftmeister: Dorio Cordur
Gewerbe: Fleischer, Krämer, Schildwirte, Mäkler
Einfluss: groß
Vermögen: ansehnlich
Die vermutlich älteste Gilde der Stadt Shenilo ist die 'Gilde der Kramer und Knochenhauer', zumeist einfach Knochenhauergilde genannt. Wie der Name vermuten lässt, waren geschichtlich die Fleischer beherrschender Handwerkszweig der Gilde. Es folgte die Einordnung der nur kurze Zeit existierenden Gilde der Schildwirte durch die herrschaftliche Verwaltung bzw. den Stadtrat. Mit deren Aufschwung infolge der zunehmenden Bedeutung Shenilos als Pilgerstadt kam es in der Gildenführung jedoch zu einem Umschwung auf die Wirte der Herbergen und Tavernen.
Daher stellt auch die altehrwürdige Familie Cordur seit Jahrzehnten den Gildenmeister. Aber auch die Familie Wankara weiß dank der Unterstützung der Krämer hier einigen Einfluss geltend zu machen, wenn sie dies möchte.
In Friedenszeiten ist die Gilde für die Ausbildung ihrer Handwerker im Waffengang zuständig, damit diese im Falle eines Krieges die Mauern südlich des Geronsviertels verteidigen können. Darüber hinaus ist sie für die Einhaltung des Gildenrechts zuständig.
Bäckerzunft
Zunftmeister: Ascania Calleano
Gewerbe: Bäcker, Müller
Einfluss: groß
Vermögen: groß
Die Zunft der Bäcker und Müller in Shenilo überprüft die Einhaltung der Bäckerordnung. Dazu gehört die Größe und der Preis der angebotenen Brote, aber auch die Qualität des verwendeten Mehls. Sie führt auch bei Missachtung der Ordnung die Strafen aus und wird dabei sehr genau von der Bevölkerung Shenilos überwacht. Die Strafen reichen von Stock- und Peitschenschlägen bis zum Ertränken im Stausee.
Im Kriegsfall ist die Gilde, angeführt von ihrem Gildenmeister, zuständig für die Bemannung der Mauern am Nordtor.
Ehemals war die Zunft fest in der Hand der Familie Wankara, doch die konkurrierende Familie Tuachall hat diese längst an Einfluss überholt. Dennoch gelang es den Tuachalls zuletzt nicht, einen Gildenmeister aus der eigenen Klientel zu bestimmen.
Schmiedemeister
Den Schmiedemeistern der Stadt obliegt seit jeher das Recht sich ihre Zunftzugehörigkeit auszusuchen. Wie sie zu diesem Privileg kamen, ist nur noch wenigen bekannt. In den Stadtarchiven ist aber niedergelegt worden, dass zur Zeiten, als Shenilo noch Teil der Erzherrschaft Arivor war, eine entsprechende Petition durch die arivorer Schmiede durchgesetzt werden konnte.
Gasthäuser Shenilos
Gasthaus Vinsalter Stube
Dem leiblichen Wohl ist das Hotel Vinsalter Stuben, das beste Haus der Stadt am König-Khadan-Platz, gewidmet.
Herberge Lachender Taler
Im Stadionviertel liegt, nördlich der Brücke nach Nuovo Ruthor, die Herberge Lachender Taler, die bereits vor dem Entstehen eines Stadtviertels um das Immanstadion existierte. Die Herbergsmutter Jamene Zardan konnte nicht verhindern, dass der Taler seinen Ruf als abgelegener Schlafplatz längst verloren hat.
Herberge Zum Schlafenden Thorwaler
Abseits des Geronsplatzes liegt die Herberge „Zum Schlafenden Thorwaler“, die tatsächlich einst von einem echten Thorwaler gegründet wurde.
Herberge und Gasthaus Statio Shenilo
Die Herberge, eine Station des Postendienstes Pertakis war Keimzelle des späteren Stadtviertels Porta Pertakia. Die Niederlassung des Postendienstes wird von der Leiterin Lisella Midici in strikter Neutralität zum Konflikt der beiden ponterranischen Städte geführt. Deshalb treffen sich dort Kaufleute, Reisende und Gesandte beider Städte oder ihrer Verbündeten um trotz des angespannten Krisenzustandes miteinander reden oder einander beobachten zu können.
Taverne Zum Silbernen Adler
Die Taverne Zum Silbernen Adler ist vor allem aufgrund der Patriziergesellschaft zum Silbernen Adler von Bedeutung, dem elitären Kreis der sheniler Stadtritter.
Gasthaus Am Alten Markt
Nördlich der Dorén-Halle liegt das Gasthaus „Am alten Markt“ in bester Lage. Das von Ignacio di Storpa betriebene Haus im Besitz der Familie Cordur hat nur wenige Plätze und ist fast immer ausgebucht.
Gasthaus Zunderkästchen
Das Gasthaus Zunderkästchen am Geronsplatz ist für seine aus ganz Aventurien zusammengesammelte Ausstattung und die guten Nudelgerichte bekannt. Interessierte können sich nach dem Essen von Wirtin Elida Menak ihre Zunderkästchensammlung zeigen lassen, die dem Gasthaus den Namen gegeben hat.
Stadtschänke
Die Stadtschänke, einzige Taverne Cordovanos und mindestens ebenso bürgerlich wie das gesamte Stadtviertel, aber deutlich günstiger, wird von Jamerya Dalensuarez einer ursprünglich aus Almada stammenden Frau geleitet.
Schänke Trinkwässerchen
Die abnehmende Zahl der Immanverrückten des Stadionviertels trifft sich immer noch in der urigen Schenke Trinkwässerchen in Stadionnähe. Selbst nach dem Zerwürfnis mit Pertakis gibt es hier noch Menschen, die den Purpurblitzen nachtrauern, ihre großen Spiele feiern und die alten Wimpel und Flaggen an den Wänden lassen.
Gasthaus und Hotel Gigas
Das bekannteste Gasthaus und Hotel in ganz Shenilo ist das im Geronsviertel gelegene Gigas (ehemals die Taverne Zum Riesen). Die Tradition dieser ehemaligen Taverne geht weit zurück. Selbst der jüngste Stadtteilbrand im Jahre 1020 BF konnte ihr nichts anhaben. Sie wurde vom alten Wirt an die Familie di Asuriol verkauft und von dieser mit einem neuen Konzept und bosparanisiertem Namen zunächst als Gasthaus wiedererrichtet und vor einiger Zeit zum Hotel erweitert. Seitdem besitzt das Gasthaus und Hotel Gigas eine der wenigen Schankstuben, in der nicht die Weine der WYS getrunken werden, sondern die der Familie di Asuriol gereicht werden. In der Vinothek besteht auch Möglichkeit, an einer Degustation der Weine der Familie teilzunehmen und sie natürlich zu erwerben.
Kneipe Ogerfänger
Der Ogerfänger, gelegen in Porta Pertakia, ist eine Art Legende im Umkreis vieler Meilen und gerät immer wieder in den Blickpunkt der Gazettenschreiber. Hier geht es noch rauer zu als vor dem Krieg, da die Rundgänge der Stadtgarde kaum noch stattfinden. Nun sammeln sich all diejenigen Sheniler, die im Krieg in Geldnöte gerieten und ihre Grundstücke innerhalb der Mauern an „fremde Kriegsgewinnler“ verkaufen mussten oder einfach etwas gegen Fremdländer in wichtigen Positionen Shenilos haben. Wirt Bosper „Schmetterfaust“ Armundonir schickt „seine Truppe“ gerne aus, um auswärtige Reisende und Zugezogene zu überfallen.
Spielsalon Mondlicht
Eingeweihte wissen, dass östlich des Hesinde-Tempels ein Spielsalon existiert. Nur eingeladene Gäste werden vom Besitzer Asrabis Omiran empfangen, von dem die Garde vermutet, er sei Haupt einer Betrügerbande. In einem gepflegten Hinterzimmer, kann man ein gepflegtes Glücksspiel betreiben. Als Gast sollte man genug Geld für die Spieleinsätze mitbringen.
Schildwirtschaft Zum Zweiflinger Tor
Direkt am Osttor liegt die Schildwirtschaft Zweiflinger Tor. Als Schildwirtschaft hat sie alle Brau- und Brennrechte. Ihr gebrautes Bier hat innerhalb der Stadt ein passablen Ruf. Unter den Gästen sind viele Gelehrte und Handwerker aus Studiora. Auch trifft sich hier der Gesellenstammtisch der Parinorszunft.
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