Marbadane von Urbet-Marvinko
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Marbadane Mythraela von Urbet-Marvinko ist eine Laiendienerin Borons und begabte Seelenheilerin in der Nekropole Nerano wenige Meilen nördlich von Urbasi. Obgleich von altadliger Abkunft, lässt sie sich meist nur als Schwester Marbadane anreden. Ihre tragische Familiengeschichte ist Gegenstand vieler Gerüchte - und hat mehrere offenkundig von Suizidversuchen herrührende, äußerliche Narben (an Hals und Handgelenken) hinterlassen.
Geschichte und Charakter
Marbadane war das erste Kind einer Liebesheirat. Ihr Vater Corto, erster Sohn und Erbe des Marchese Nitor della Tegalliani, ehelichte die Landherrentochter Noiona von Urbet-Marvinko - eine zwar durchaus standesgemäße, aber nicht die vom Marchese gewünschte Verbindung.
Das Glück hielt nicht lange an: Corto verstarb früh, noch vor der Geburt von Marbadanes jüngerem Bruder Corvino und der Vater des Verstorbenen versagte dessen Kindern die volle Anerkennung. Ihre Mutter aber wandte sich vor Trauer vom Leben ab und schließlich dem Kult des Totengottes zu. Die beiden Geschwister wuchsen so ohne jede elterliche Zuneigung auf, wurden zeitweise von einer Amme zur anderen gereicht und waren am Ende doch weitgehend auf sich allein gestellt.
Die empfindsame Marbadane litt darunter besonders, fasste mehrfach den Entschluss frühzeitig aus dem Leben zu scheiden, scheiterte jedoch (zum Glück!) bei jedem ihrer selbstmörderischen Versuche - und schlug schließlich einen ähnlichen Weg wie schon ihre Mutter ein. Auch sie verschrieb sich dem Totengott Boron, dessen schicksalhaftes Wirken scheinbar von Beginn an düster über ihrer Familie gehangen hatte, bis hin zur Namenswahl. Statt die Priesterweihe anzustreben, begnügte sie sich aber letztlich damit, anderen Trauernden mit Erfahrung und Einfühlungsvermögen als Laiendienerin zur Seite zu stehen.
Die narbenentstellte Adlige ist dadurch für viele zur eigentlichen Ansprechpartnerin im Umfeld der Nekropole Nerano geworden, bei der sie Rat suchen oder eine schwere seelische Last abladen können. Ihr selbst scheint die stille Bewunderung für die Tapferkeit, die sie im Umgang mit allem Leid zu zeigen gelernt hat, Belohnung und Lebenszweck genug zu sein. Wenn die Last aber wieder zu groß zu werden droht, dann sucht sie das Gespräch mit den Raben und Krähen der Nekropole, die sie auch regelmäßig füttert.
| Die obige Version von Marbadanes Lebensgeschichte ist - wie so oft - nur die halbe Wahrheit: Tatsächlich ist sie eine Seherin von Heute und Morgen, eine Rabenhexe im Silbertaler Zirkel. Ihre Lehrerin war die einzige Schülerin der greisen Oberhexe Hecane Danzola, eine als Gouvernante (mit Empfehlung der Urbet-Marvinko ...) danach auch für die Ausbildung der Comtessa Sarissa von Marvinko verantwortliche Zauberin. Marbadane ist so zwar eine empfindsame, durch die Ausbildung zur Hexe aber auch seelisch gestärkte Frau. Ihre selbst zugefügten Narben sind Teil der schon früh angelegten Maskerade. Ihr Vertrautentier, Cortorox, eine sprechende Nebelkrähe, lebt unter den von ihr gefütterten Rabenvögeln der Nekropole. |

