Herzogtum Grangor
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Das Herzogtum Grangor existiert erst seit dem Ende des Unabhängigkeitskrieges im Jahre 752 BF. König Khadan fasste damals die Grafschaften Phecadien, Grangor und Bomed sowie die Baronien Sewamund, Felsfelden, Tikalen und Veliris unter dem Dach des Herzogtums zusammen. Die Baronie Felsfelden ging dann später in der Krondomäne Schradok unter, die ebenso wie die Krondomäne Venga als königliche Eigengüter zur Trutzwehr gegen das Mittelreich ausgebaut wurden. Nahezu den gesamten Norden des Lieblichen Feldes umfasst diese traditionsreiche Provinz an Phecadi und mittlerem Yaquir. Außer der grenznahen Lage und der gemeinsamen Dynastie haben die einzelnen Gebiete des Herzogtums allerdings recht wenig gemeinsam, wenn man von den traditionellen Bindungen an das nahe Mittelreich einmal absieht, doch selbst dabei ist das Phecadische eher dem Herzogtum Nordmarken zugewandt, während im Land von Bomed am Yaquir die Verwandtschaften mit dem benachbarten Almada ins Auge fallen.
Doch auch machtpolitisch unterscheiden sich die beiden Landesteile, die durch den Phecanowald voneinander getrennt sind. Während die Landgrafschaft Bomed einst selbständig war und sich viele ihrer Privilegien bis heute erhalten haben, ist das Phecadiland zwischen Windhagbergen und Sewak der traditionelle Schwerpunkt des Herzogenhauses Garlischgrötz. Dieses Gebiet ist geprägt durch die mächtige Handelsstadt Grangor, und viele Bewohner der kleinen Dörfer und Gehöfte wandern ab in die Reichtum verheißende Metropole, so dass sich überall in Phecadien verödetes Bauernland und überwucherte Brachen finden, zwischen denen sich einzelne Einödhöfe hartnäckig halten. Im Volksmund gelten die Phecadier als kräftige Bauernburschen und dralle Landmaiden, die man sich gern als Leibdiener, Nachtgefährten und Ammen ins Haus holt. Beim Bearbeiten der Felder gehen sie beherzt zu Werk und arbeiten länger und mehr als die Bauern an anderen Orten - angeblich deshalb, weil sie "die Freuden der Muße ohnehin nicht zu schätzen wissen", wie die übrigen Bewohner des Alten Reichs spotten. Ähnliches gilt auch für das Bomedsche mit dem Unterschied, dass es hier die nahe Kaisermetropole Vinsalt ist, die ihren Einfluss auf Land und Leute ausübt und die Stellung Grangors bei weitem übertrifft.
Allgemein lässt sich feststellen, dass große Herrengüter mit Fronbauern selten sind und die meisten Landleute als Pächter leben, die dem Grundherrn einen erträglichen Zins schulden und ihn ansonsten nur gelegentlich als ihren Gerichtsherrn kennen lernen. Im Herzogtum Grangor gibt es fast keine Landgüter von "Fremden", sprich Vinsalter Hofadligen, und der Händler-, Fischer- und Bauernstand prägt mit seinen schlichten Sitten das Bild der Grangorier. Im Vergleich zu den übrigen Liebfeldern gelten sie als nüchtern, kühl und realistisch in allen Dingen. Weder auf kulinarischem noch auf modischem Gebiet wurden irgendwelche bemerkenswerten Leistungen vollbracht.
Ein typisches Kennzeichen der Grangorier (wie man die Bewohner des Herzogtums nennt, während die Grangorer die Bewohner der Lagunenstadt sind) ist, dass sie Fremde durchaus freundlich begrüßen und bewirten, dabei aber stets eine unsichtbare Barriere aufrechtzuerhalten wissen. Diese gesellschaftliche Schranke zu durchbrechen, ist das erklärte Ziel vieler Zuwanderer, aber manchmal erst nach Generationen möglich. Hinsichtlich der schönen Künste ist der Unterschied zum übrigen Alten Reich nicht derart groß, dass er eine gesonderte Betrachtung erforderte - es wäre allein festzuhalten, dass die eher praktischen, "ingerimmschen" Künste wie Architektur und Feinhandwerk höher im Ansehen stehen als Malerei und Dichtkunst.
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