Handwerk (Horasisch Faberlein)

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Hinterhof einer Manufaktur

Das Handwerk im Lieblichen Feld ist der höchste Ausdruck der Stadtkultur, der Rückhalt der Ingerimm-Kirche und die Grundlage für ein starkes und selbstbewusstes Bürgertum. Es ist in einigen Gewerbezweigen weiter entwickelt als im aventurischen Vergleich oder weist doch eine höhere Dichte auf. In den Organisationsformen und kann grundlegend die zünftige Gewerbeausübung von der einer Manufaktur geschieden werden.


Die Zunft als Korporation schließt führende Handwerker aus einem Gewerbe zusammen und klientelisiert die Gewerbetreibenden vom Meister bis hinab zum Lehrling. Hierdurch verschafft sie gesellschaftlichen Rückhalt und politische Macht: In vielen Städten reguliert die Zunftmatrikel den Zugang zu bestimmten Ämtern. Eine Versammlung der Zunftmitglieder oder -vorstände kann überdies als politisches Organ auftreten.


Die Einrichtung einer Manufaktur gilt als fortschrittlicher und steht in ihrem Ergebnis in einem Gegensatz zum Zunftwesen. Sie verfährt nach dem Prinzip der Arbeitsteilung und fordert in Abgrenzung zu Handwerksgesellen ein insgesamt entsprechend niedrigeres Qualifikationsniveau ihrer Arbeiter ein. Ebenso ist ihre Produktion weit effektiver, so dass sie dem Zusammenschluss und dem Überleben einzelner Handwerker entgegenwirkt. Somit wird ein Gewerbezweig lokal zumeist auf das Gebot einer einzigen Familie konzentriert - und die Zunft als gemeinsame Einrichtung wird zerstört oder faktisch entmachtet. Politisch steht im Ergebnis ein bürgerlicher Oligarch.
In Extremfällen identifiziert sich der Manufakturbetreiber mit seinen Arbeitern weniger als der Handwerksmeister mit seinen Gesellen und Lehrlingen. Dies wirkt der Klientelbildung und der sozialen Sicherheit der Unterschichten entgegen, sobald sich Arbeiter als austauschbare Ware empfinden. Ein guter Patron wird daher darauf achten, auch seinen Arbeitern zu begegnen wie ein fürsorglicher Vater seinen Kindern.


Siehe auch:

- Schnitter
- Handwerks- und Manufakturgewerbe


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