Guiliana di Matienna-Aurandis
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Kindheit und Verlobung
Guiliana di Matienna-Aurandis ist das zweite Kind von Coccerano di Matienna von Arinken und Ingrimalda ya Satara. Sie teilt viele Charakterzüge, wie den scharfen Verstand und die Entschlossenheit mit ihrem älteren Bruder Benedict, mit dem sie sich stets gut verstand. Im Gegensatz zu ihm war Guiliana jedoch schon früh vom Ehrgeiz getrieben. So war sie auch voller Freude, als ihr Vater im Rondra 1021 BF endlich den entscheidenden Schritt zur Etablierung seines Hauses in der Domäne Pertakis unternahm, und sie mit Randulfio Aurandis, dem Herrn von Elmantessa verlobte. Randulfio führte zu jenem Zeitpunkt das Banner des Heiligen Leomar in Tobrien, war bei dieser Verlobung also nicht anwesend. Als er nach der Dämonenschlacht nicht ins Liebliche Feld zurückkehrte, wurde Guiliana des Wartens auf ihren Gemahl in spe überdrüssig, und reiste im Efferd 1022 BF in Begleitung ihres Bruders, der Signorina Meryama Aurandyria Aurandis, Signorino Tsadian Aurandis und etwas Gefolge nach Dornhang, einem Edlengut in der darpatischen Baronie Waldmarkt, das vom mittelreichischen Familienzweig der Aurandis, der Familie Hauerndes bewohnt wird.
Putsch in Elmantessa
Schon auf dieser Reise wurde offensichtlich, dass sich Meryama und ihre künftige Schwägerin Guiliana überhaupt nicht ausstehen können. Die Hochzeit wurde im Traviatempel von Hirschhain durchgeführt, mit anschließender Feier auf der Burg Lauben. Dort ernannte Randulfio, der noch nicht gewillt war, ins Horasreich zurückzukehren, seinen Bruder Tsadian zum Vogt seiner Signorie, der gemeinsam mit Guiliana nach drei Wochen wieder zurückreiste. Im Boron 1022 BF kam es zu Aufständen in Elmantessa, da der Rat der Acht Hohen Häuser den überforderten Vogt zu mehr Zugeständnissen bedrängte. Im entstehenden Chaos griff Guiliana nach der Macht: Sie rief ihren Bruder um Hilfe, der seiner Schwester nach nur wenigen Tagen zur Hilfe eilte und die Signorie Elmantessa kurzerhand mit seinen Truppen besetzte. Der Rat der Acht Hohen Häuser wurde aufgelöst, die Ratsherren unter Hausarrest gestellt. Guiliana ließ Vogt Tsadian von ihr getreuen Soldaten festsetzen und in den Kerker werfen. Ihre Machtübernahme begründete sie mit dem “schlechten Gesundheitszustand” des Vogtes und ihrer Pflicht ihrem Gemahl gegenüber, die Signorie sicher zu erhalten. Fortan regierte sie mit eiserner Hand, was ihr den Beinamen Eiserne Dame einbrachte.
Kampf um Elmantessa
Vom Peraine bis in die zweite Rahjawoche hielten die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Signorie an. Beteiligt waren neben den Truppen aus Arinken auch die Vigilanten des Gishtan re Kust, die der Erste Rat der Domäne Pertakis aufgestellt hatte, um Guilianas und Benedicts Treiben Einhalt zu gebieten. Die Vigilanten wurden vor dem Hauptort Elmantessa nach kurzen, aber heftigen Gefecht mit den überlegenen Arinkern vertrieben und in Rahjensgart eingeschlossen. Das Gut wurde daraufhin belagert, bis sich nach zwei Wochen die Arinker überraschend zurückzogen. In Chetan formierte sich daraufhin die elmantessische Opposition gegen Guiliana und schmiedete einen kühnen Plan. Am ersten Tag des Rahjamondes schlichen sich die Vigilanten unter Führung Meryamas und Gishtan re Kusts über die Grenze nach Elmantessa und drangen durch geheime Fluchttunnel in die Feste Aurandis ein. Guilianas Getreue konnten fast widerstandslos überwältigt werden, hatten sie sich doch dem Trunke hingegeben. Die Tür zu Guilianas Gemach sprengten die Rebellen just in dem Moment auf, als sie dem Erben Randulfios das Leben schenkte! Guiliana wurde daraufhin von Meryama nach Wanka in die Obhut von Meryamas Großtante Ismiane Halthera verbannt.
Rückkehr aus der Verbannung
Guilianas Hausarrest in Wanka hatte sich schon wenig später gelockert, und sie wurde im Theater in Pertakis in Begleitung eines Favoriten gesichtet. So kam es, dass Signor Randulfio nach seiner Rückkehr nicht nur seine Schwester Meryama entmachtete, um selbst zu herrschen, sondern Guiliana wieder nach Elmantessa zurückholte. Daher gebar ihm Guiliana noch zwei weitere Kinder, hatte aber sonst auf Grund ihrer Unbeliebtheit wenige Kontakte in Elmantessa.
Herrin Arinkens
Nach dem plötzlichen Unfalltod ihres Bruders Benedict übernahm Guiliana nach tiefer Trauer im Frühjahr 1030 BF die Regierungsgeschäfte in Arinken. Große Bedenken hatte dabei ihr Onkel Amaldo, der lieber auf Anzeichen einer Schwangerschaft bei Yasmina von Streitebeck warten wollte. Erfolgreich vermochte er es, Guilianas offizielle Ernennung zum Familienoberhaupt lange Zeit hinauszuzögern, bis Yasminas plötzlicher Tod ihm die Argumente entriss und selbst dann musste sie Verleumdungen und Anschuldigungen, sie sei in Yasminas Tod verwickelt abwenden. Trotz wochenlanger Konflikte, die nicht nur mit Worten geführt wurden enthob Guiliana ihren Onkel nicht seiner Stellung, als sie ihren Sitz in der Signoria Shenilos einnahm. Sie verbringt nun ihre meiste Zeit im Palazzo di Matienna in Shenilo und besucht nur selten Arinken, wodurch zuweilen in der Stadt das Gerücht gehört werden kann, ihr Amtsantritt sei in Wirklichkeit eine Flucht von der Burg Banquirfels, auf der es im Herbst 1031 BF zu mehreren tödlichen Unfällen unter der Guiliana nahestehenden Dienerschaft gekommen war. Ihre Ambitionen gehen seitdem dahin, sich von ihrem Gatten scheiden zu lassen, um dem Haus Matienna eine neue Erblinie zu bescheren. Ihre zunehmende Verzweiflung, den starrköpfigen Randulfio zu einer Scheidung zu bewegen, lässt sie auch nach wenig praiosgefälligen Wegen suchen, eine Suche die ihr zweites wichtiges Bestreben, die Untersuchung der Umstände des Todes von Yasmina von Streitebeck vorerst in den Hintergrund treten lässt.
Quellen
- SHB 14, 15, 19, 21, 22, 25
- Darpatischer Landbote
- BB 29, 35
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