Glossar der italienischen Renaissance/Namen
Aus Liebliches-Feld.net
Inhaltsverzeichnis |
Personennamen
- Männer: Adriano, Agostino, Alamanno, Alberigo, Alberto, Alessandro/Sandro, Alfonso, Amadeo, Amerigo, Andrea, Angelo/Agnolo, Annibale, Antonio, Antoniotto, Astorre, Averardo, Baldassare, Bartolomeo, Battista, Benedetto, Bernardo, Biagio, Buonaccorso, Carlo, Castruccio, Cesare, Cosimo, Dietisalvi, Dino, Dionigi, Doffo, Domenico, Donato, Dovizio, Ercole, Fabrizio, Federico/Federigo, Ferdinando (span.), Filiberto, Filippo, Florimond (frz.), Franceschetto, Francesco, Galeazzo, Gaston (frz.), Gherardo, Giano, Giorgio, Giuliano, Giulio, Gian Giacomo, Gianpaolo/Giovampagolo, Giovacchino/Gioachino, Giovan Battista, Giovanni/Gian, Giovanvittorio, Ieronimo/Girolamo, Gonzalo (span.), Guidantonio, Guido, Guglielmo, Giustiniano, Iacopo, Ilarione, Ippolito, Ladislao, Lattanzio, Leonardo, Lodovico/Luigi/Loys (frz.), Lorenzo/Renzo, Luca, Luciano, Lucio, Marcantonio, Marcello, Marco, Mariotto, Matteo, Michele, Muzio, Neri, Niccolò/Cola, Obietto, Odet (frz.), Onofrio/Nofri, Orlando, Ottaviano, Pandolfo, Palla, Paolo/Pagolo, Pietro/Piero/Pier, Pico, Pier Francesco, Poggio, Pompeo, Prospero, Puccio, Ramiro (span.), Ramón (span.), Ricciardo, Riccio, Rinaldo/Naldo, Rinieri/René (frz.), Rinuccio, Ruberto, Salvestro, Sigismondo/Gismondo, Silvio Enea, Simone, Simonetta Timoteo, Tommaso/Maso, Totto, Uguccione, Verginio, Ugolino, Vincenzo, Zanobi
- Frauen: Alfonsina, Anne (frz.), Barbera, Bartolomea, Bianca, Bona, Caterina, Clarice, Claude (frz.), Francesca, Giovanna, Isabella, Lucrezia, Margherita, Marietta, Renata/Renée (frz.), Riccia
- Nachnamen: Adorno, degli Alberti, degli Albizzi, Appiani, Baglioni, Barbarigo, della Bella, Belmonte (frz., Beaumont), Bembo, Bentivoglio, Borgia (span., Borja), Borromei, Bracciolini, Bruni, Buondelmonti, Caetani, Cancellieri, Capponi, da Carrara, Carducci, Cavalcanti, Colleone ("Löwenherz"), Colonnesi, Corsini, Donati, Doria, da Esti, dal Fiesco, de Fois (frz., de Foix), Fregosi, Fucheri (dt., Fugger), Gambacorti, Giacomini, Gianfigliazzi, da Gonzaga, Grimaldi, Gritti, Guicciardini, Guinigi, de Lorca (span.), Loredano, Machiavelli, Malaspini, Malatesti, Malvezzi, Manfredi, Martelli, de' Medici, da Montefeltro, Morone, Nasi, de' Nerli, del Nero, Neroni, Oddi, Orsini, Panciatichi, della Palissa (frz., de la Palisse), Pandolfini, Parenti, de' Pazzi, Petrucci, Piccinino, Piccolomini, Pitti, Popoleschi, Portinari, Pucci, Riario, Ricci, Ridolfi, Roncioni, Della Rovere, Rubertet/Rubertetto (frz., Robertet), Rucellai, Sachetti, Salviati, Sanseverino, Savelli, Serrestori, Sforza, Soderini, Spini, Strozzi, Tebalducci, Tornabuoni, Tosinghi, della Trimolia (frz., de la Tremouille), Trivulzio, Varrani, Vespucci, Visconti, Vitelli, degli Uberti
Namensbildung
- Der Vorname erlaubt regelmäßig eine Verniedlichungsform auf "-ino" (Bsp.: "Lorenzino"). Sie kann auch verwendet werden, wenn der Namensträger noch minderjährig ist oder er einen gleichnamigen Vater hat.
- In Vater-Sohn-Folge wird mit "di" angeschlossen wie in "Piero di Lorenzo de' Medici".
- Der Nachname wird im Singular angeschlossen, nicht im Plural. Namen wir "Orsini" entsprechen einer Vereinfachung. "Paolo Orsini" etwa ist zeitgenössisch als "Paolo Orsino" bezeichnet worden. Hingegen steht der Plural für die ganze Familie. Alternativ kann in einigen Fällen mit "de'" oder "degli" die Familie im Plural angegeben werden wie bei "Rinaldo degli Albizzi".
- Ein Herkunftsname wird mit "da" angeschlossen wie in "Conte Rinuccio da Marciano" ("Graf Rinuccio aus Marciano"). Einige Adelsnamen wurden historisch noch als Herkunftsnamen angegeben, so "Isabella da Esti" ("Isabella d'Este") oder "Federigo da Gonzaga" ("Federigo Gonzaga"). Alternativ und zuweilen geläufig kann auch ein Adjektiv für eine Herkunft oder Familie gebildet werden. So wurden die Colonna historisch als "Colonnesi" bezeichnet, die Este mitunter als "Estensi", der Bischof von Gurk als "Gurgense" usw.
- Der Nachname an sich ist eine erstarrte Herkunfts- oder Berufsbezeichnung oder ein erstarrter Beiname. Hinzu tritt die Möglichkeit, dass ein Leitname zum Familiennamen geworden sein kann. So etwa mag angenommen sein, dass die Manfredi von Faenza einen Manfredo zum Ahnen hatten.
Ortsnamen
- Lateinische Formen:
Für Ortsnamen gibt es durchweg eine lateinische Form, die etwa in dem gewöhnlich auf Latein verfassten Briefkopf verwendet wird. Etwa heißt Arezzo dort "Aretium", Livorno "Liburnum", Pistoia "Pistoria", Florenz "Florentia", Mailand "Mediolanum", Augsburg "Augusta" usw. Letzteres Beispiel zeigt, dass der Sachverhalt international gültig ist.
- Verschleifungen:
Kritische Quelleneditionen, die die Schreibweisen nicht angleichen, bieten Anlass für den Befund, dass die italienischen Ortsnamen vergleichsweise konservativ sind, Änderungen kaum vorhanden. Gleichwohl gibt es bei zusammengesetzten Namen oftmals Verschleifungen. So etwa wurde Pontedera in der Toskana zumindest schriftlich als "Ponte ad Era" bezeichnet.
Sonstiges
- Herrscherzählungen werden an den Herrschernamen nur angefügt, wenn eine Unterscheidung zu vorangegangenen Herrschern gleichen Namens erforderlich ist. "Ludwig XII. von Frankreich" ist also grundsätzlich "Ludwig".
- Herrscherbeinamen bzw. Sondertitel stehen metonymisch für den Herrscher. Der König von Frankreich ist also der "Cristianissimo" (der "Allerchristlichste"), der König von Aragon der "Cattolico" (der "Katholische") usw. Der römisch-deutsche König wird nur als "Re de' Romani" bzw. als König der Römer bezeichnet, wenn seine fehlende Kaiserkrönung in Rom signalisiert werden muss. Ansonsten wird er auch unabhängig von diesem Mangel als "Imperadore" bezeichnet. Generell wird der Titel nachgestellt. Auch modern und deutsch ist "König Ludwig II. von Bayern" also "Ludwig II. König von Bayern".
- Kardinäle und Bischöfe werden in Kurzform nach ihrer Pfründe benannt. So war Giuliano della Rovere "Vincola", benannt nach "San Pietro in Vincoli" bzw. "ad Vincula" in Rom. Ähnlich ist in den Quellen die Rede von "Santa Croce", "Saint-Malò" usw.
- Bürgerschaften werden auch in politischem Zusammenhang fast nie mit dem Namen ihrer Stadt bezeichnet, sondern als Plural der Personengruppe. Wenn die Republik Venedig beispielsweise einen Kriegszug unternimmt, handeln "i Vinegiani" bzw. "die Venezianer", nicht Venedig. Wie in der Antike, so ist auch in Mittelalter und Renaissance das Volk grundsätzlich eine Gruppe, die unabhängig von ihrem Siedlungsort existiert. Dies hat auch zur Folge, dass ein Bürger in der Renaissance nicht per Umzug andernorts ein Bürger im rechtlichen Sinne ist. Im Vergleich wäre dies ungefähr so, als würde man einem Franzosen mit einem Wohnsitz in Deutschland zugleich das Wahlrecht zum Bundestag zuerteilen. Dies ist nicht der Fall.

