Geschichte Urbasis: Das Haus Urbasi-Agendayo
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Nach der Regentschaft der Berater fiel die Stadt Urbasi wieder an das Haus d'Auspizzi - bzw. dessen neuen Urbasi-Agendayo-Zweig - zurück, bevor Gransignore Traviano von Urbet dem ein Ende bereitete und die kurze Zeit Unter der Ägide Travianos einleitete.
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Das Haus Urbasi-Agendayo (968-1028 BF)
Signore Sumudan folgte sein Vetter Viburn nach, der zu dieser Zeit Vogt Agendayos im Vinsalter Umland war – eine Position, in die ihn noch die Heiratspolitik Caldias gebracht hatte. Seinen Anspruch auf das Stammerbe des Hauses machte er nach Sumudans Tod mit der Änderung seines Familiennamens in 'Urbasi-Agendayo' deutlich, musste die Verwaltung Agendayos aber schließlich an seinen jüngeren Bruder abgeben.
Das Haus Urbasi-Agendayo war stärker noch als alle vorherigen Signori eher dem Vinsalter Umland verbunden als der Stadt Urbasi, erkannte aber auch, dass eine völlige Vernachlässigung der Stadt die eigene Herrschaft dort gefährden würde – zu selbstbewusst waren die Patrizier, zu dokumentiert ihr Streben nach Höherem, als dass man annehmen konnte, sie würden derlei lange hinnehmen. Stattdessen zeigte man sich nun entschlossen, auch die Stein gewordenen Monumente urbasischen Bürgerstolzes aufzugreifen, und vor allem dem gewaltigen Palazzo Magistrale ein vergleichbares Gebäude gegenüberzustellen, das den eigenen Herrschaftsanspruch zugleich unterstrich: den Palazzo del Castello. Dieser 971-974 BF errichtete Palast mit den markanten Due Torri am östlichen Ende reichte von der Größe der Fassade zwar an sein Gegenstück heran, blieb aufgrund seiner eher uninspirierten Gestaltung aber dennoch das im Schatten des anderen stehende Gebäude.
Auch ansonsten hielten die Signori mit der Dynamik des um Ansehen, Wohlstand und Macht wetteifernden urbasischen Patriziats allenfalls mühsam Schritt. Einer Initiative der Familien Silbertaler und Solivino zum Wiederaufbau des Argenna-Aquädukts bis zum Jahr 1000 schloss sich Signora Marba erst nach einigem Zögern an, um sich dann als dessen größte Förderin aufzuspielen. Den Unmut hierüber vermochte sie 1004 BF jedoch mit der Schenkung des eigenen Torre Duo an den Rahja-Tempel (dessen Campanile im selben Jahr eingestürzt war) wieder zu beschwichtigen.
Nichtsdestotrotz breitete sich im Patriziat zunehmend Unzufriedenheit mit der adligen Herrschaft aus, die eine Unterstützung derselben in künftigen Konflikten immer unwahrscheinlicher erscheinen ließ.
Viburn von Urbasi-Agendayo (968-983 BF)
Der Vetter Sumudans war ein Kind der Vinsalter Stadtmark und dort vor allem der sich Richtung Goldfelsen ausbreitenden Wälder. Seine Leidenschaft war die Jagd in den Wäldern von Agendayo, seine Heimat aber die Metropole Vinsalt mit ihren umgebenden Weilern und unzähligen nahen Schlössern. Das für seine Verhältnisse eher kleine und abgelegene Urbasi konnte ihm dies nie ersetzen, doch war es ihm als Stammland seines Hauses und zumindest formell höherwertiges Lehen – hier war er Signore, in Agendayo nur Vogt – immerhin wert, darum zu kämpfen.
Gegen seinen Widersacher Ferrante Deraccini tat er sich dabei trotz seiner Rückendeckung durch die Königsfamilie und zahlreiche Adlige Aldyras zunächst schwer, bevor ihm – angeblich einer Eingebung während einer Jagd in den Wäldern Baliiris folgend – der Gedanke kam, seinen Gegner zu separieren und Gespräche mit möglichen Alliierten innerhalb des urbasischen Patriziats zu suchen, die er dann in der Familie Silbertaler fand.
Einen eher zweifelhaften Ruf erwarb er sich später mit einer Begebenheit, die sich in den Einhornwäldern ereignet haben soll: Als Gastgeber einer kleineren Festgesellschaft hatte er seine Gäste nach dem Mittagstisch zu einem Ausritt eingeladen und stieß in den lichteren Randbereichen des Waldes gar auf eines der namensgebenden Wesen selbst. Ein echtes Einhorn zu sehen, war schon in der Heimat Agendayo stets sein größter Wunsch gewesen – und nun wollte er es zumindest auch berühren. Das sagenhafte Tier wich ihm und seinen Begleitern trotz einer gewissen Neugier auf die Menschen aber immer wieder aus, bis es Viburn zuviel wurde: Mit der stets mitgeführten Armbrust erlegte er es und wurde seither hinter vorgehaltener Hand nurmehr 'der Einhornschlächter' genannt ...
Calvino von Urbasi-Agendayo (983-986 BF)
Der Sohn Viburns war in seiner Jugend ein bekannter Taugenichts: kaum für etwas Nützliches oder in den Augen seiner Erzieher Notwendiges zu begeistern, wenig interessiert, Anderen etwas zu beweisen, und dazu die Gesellschaft mancher zwielichtiger Gestalten mehr als die vieler Adliger genießend. Dies änderte sich erst, als seine eitle Schwester Marba ihm unter die Nase rieb, dass er so unmöglich Nachfolger ihres Vaters würde und wohl noch rechtzeitig enterbt werde.
Der ungeliebten Schwester hier einen Strich durch die Rechnung zu machen, entfachte danach seinen Ehrgeiz und ließ ihn zumindest zu einem fähigen und dazu aufgeschlossenen Bewahrer des familiären Erbes werden. Seine Bereitschaft, alte Strukturen zu hinterfragen, das Gespräch mit dem urbasischen Patriziat zu suchen und auch die unbedingte Loyalität gegenüber den Firdayon zu überdenken, wurde ihm aber zum Verhängnis, als die eigene Schwester ihn aufgrund einiger (teilweise aufgebauschter oder gar erfundener) Details seiner Vergangenheit anklagen und einkerkern ließ. Acht Jahre blieb der Unglückliche auf Burg Aldyramon gefangen und starb als gebrochener Mann vier Götterläufe später.
Marba von Urbasi-Agendayo (986-1015 BF)
Eitelkeit und ein mangelnde Befähigung oftmals wettmachender Ehrgeiz waren die markantesten Charakterzüge Signora Marbas, die ihren eigenen Bruder teils erfundener Verbrechen anklagen und von bereitwilligen Richtern aus königlichem Hause einkerkern ließ. An ihrem Lehen liebte sie vor allem den damit verbundenen Titel und bevorzugte ansonsten das Leben am Vinsalter Hof. Ihre Geltungssucht ließ sie auch vom Bauprojekt des Argenna-Aquädukts 'Besitz' ergreifen, wodurch sie die eigentlichen Initiatoren verärgerte. Ihr Gespür für die Verehrung oder Ablehnung durch Andere veranlasste sie anschließend aber wieder zu einem großzügigeren Verhalten.
Die Wahl zur Comtessa Seneschallya Yaquirias durch den Kronkonvent war sicherlich Marbas größter Erfolg, auch wenn sie kaum ahnte, dass sie dabei lediglich eine Marionette in der Politik Anderer war. Je älter sie wurde und je deutlicher ihre einstige Schönheit verging, desto mehr öffnete sie sich auch obskuren Versprechungen ewiger Jugend. Hinweise darauf versuchte sie schließlich auch in den Ruinen des alten Urbasi zu finden und ließ insbesondere in den Katakomben unter dem zentralen Hügel erfolglos nach verschollenen Geheimnissen suchen.
Gestorben ist die Signora angeblich infolge einer missglückten Behandlung mit einem Schönheitselixier, das sie nicht verjüngte, sondern tödlich erkranken ließ.
Ulmessan von Urbasi-Agendayo (1015-1028 BF)
Der Sohn Signora Marbas war ein gewissenhafter Verwalter, der aber wie seine Vorgänger das Leben am Vinsalter Hofe dem 'Fristen' in der urbasischen Provinz vorzog und dies mit seiner Aufgabe als Hoher Schöffe Yaquirias und Camerlengo der Baronie Aldyra auch begründen konnte. An der Silberstadt interessierte ihn wenig mehr als die Pfründe, die sie ihm einbrachte, und er ließ die Patrizier in ihrem Streben nach Wohlstand für sich und die Stadt, die sie bewohnten, gewähren, solange sie seine Stellung nicht in Frage stellten.
In der sogenannten 'Sikramara-Affäre' ließ der stets gesetzesbewusste Signore die Verlosung durch den von ihm aufgrund seiner provokanten Äußerungen bereits länger verachteten Gransignore Traviano genauestens überprüfen und frohlockte innerlich, als er die Gelegenheit gekommen sah, ihn seiner Verbrechen anzuklagen. Dessen Unberechenbarkeit, die Besetzung Urbasis durch Condottiere Uolbo Valpoza und auch der Tod der Amene-Horas setzten den stets in einfachen Bahnen denkenden Ulmessan jedoch unter Zugzwang. Seine bei Hofe geschulte Unverbindlichkeit in allen sozialen Beziehungen erschwerte ihm danach die Suche nach Alliierten im Aldyrischen – auf die Patrizier Urbasis konnte er ohnehin nicht zählen.
Der Verlust des Stammlehens seiner Familie verbitterte Ulmessan, auch wenn er die Schuld für diese Entwicklung weniger bei sich selbst als in der ungünstigen Lage im Reich nach dem Tod der Kaiserin suchte. Er starb kein ganzes Jahr nach dem Verlust seines Lehens bei Aufständen in Sibur.
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