Domänen und Geschäfte der Familie Luntfeld

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Am Anfang war das Holz. Durch generationenlangen, weitsichtigen Holzschlag und –verkauf in den Städten Sewamund und Veliris hatten sich die Luntfeld – Waldbauern aus Trestal – einen bescheidenen Wohlstand erarbeitet.
Dem jungen Beppo Luntfeld war dies alles jedoch nicht genug, als er 973 BF die väterlichen Geschäfte übernahm. Er hatte ein Händchen für den Umgang mit Geld und ein Näschen für gewinnbringende Kreditmöglichkeiten und Beteiligungen. Das Holzgeschäft vernachlässigend verlieh er als wandernder Geldverleiher zunächst Geld an Bauern, Krämer und Handwerker in der ganzen Septimana. Mit zunehmendem Erfolg vergrösserten sich auch die verliehenen Summen, so dass Beppo schon kaum ein Jahrzehnt später Geschäfte mit dem lokalen Landadel und später auch mit dem Herzog und den Kaufherren von Grangor tätigte. Fleiss und Sparsamkeit verhalfen ihm so in jahrzehntelanger Arbeit zu ungeahntem Reichtum, Ansehen und Macht und innert kürzester Zeit zu einem unangefochtenen Platz im Patriziat der Stadt Sewamund.

Beppos überraschender Tod durch eine Herzattacke im Rahja 1019 BF, während vor den Mauern der Stadt die Kämpfe gegen den Dämon Ghurondaii tobten, zog weitreichende Konsequenzen für die Familie nach sich. Sowohl Beppos ältestes überlebendes Kind Lania Luntfeld wie auch sein Bruder Bosper Luntfeld reklamierten die Stellung des Patriarchen für sich. Ausserdem kollabierte das Finanzimperium, welches Beppo aufgebaut hatte, über Nacht. Nach dem Tod seines ältesten Sohnes Romero 1003 BF hatte es der alte Patriarch nämlich (absichtlich oder unabsichtlich) versäumt, jemand anderen als Nachfolger aufzubauen.

Nach einer einer ergreifenden Rede von Adaque Luntfeld entschied der Familienrat sich im Nachfolgestreit für Lania – also endgültig zugunsten der Nachkommen Beppos – doch die wirtschaftliche Zukunft der Familie schien düster und der gesellschaftliche Wieder-Abstieg nur eine Frage der Zeit. Kreditzurückzahlungen von Kaufleuten aus der ganzen Septimana hielten die Finanzen einigermassen im Lot, doch bereits mittelfristig musste ein Strategiewechsel her: Im PHE 1026 BF entschied sich Lania Luntfeld nach Absprache mit dem Familienrat schliesslich dazu, die Familie zurück zu ihren wirtschaftlichen Wurzeln zu führen:
In den folgenden Jahren veräusserten die Luntfeld systematisch fast sämtliche Kreditguthaben bei Herzog und lokalem Landadel gegen umfangreiche Privilegien, Rechte und sonstige Berg- und Forst-Regalien im Bereich des südlichen Phecanowaldes zwischen Sewak und Phecadi. Als letztes gingen die luntfeldschen Anteile an der Banca di Septimana – einer Filiale der Silbertaler Bank – 1033 BF an verschiedene Privatpersonen, der grösste Teil jedoch an die Bankiers der Familie van Kacheleen. Bereits vorher war der Löwenanteil der umfangreichen luntfeldschen Anteile an der Nordlandkompagnie nach und nach an die ehemaligen Klienteln der Familie Continio abgetreten worden . Beides zusammen sollte sowohl den Van Kacheleen als auch den Continio den Weg ins Sewamunder Patriziat ebnen.

Durch diese Renascentia Luntfeldis stabilisierte sich die wirtschaftliche Lage der Familie allmählich wieder und sicherte ihr weiterhin ihren Platz unter den mächtigen Familien des Sewamunder Contados. Hatte Beppo Luntfeld sein Vemögen noch im Geldgeschäft gemacht, waenr zehn Jahre später davon nur noch wenige Spuren übrig: Der Reichtum der Luntfeld gründete nun auf Abbau und Handel mit den Rohstoffen des Phecanowaldes: Holz, Erz und Baugestein sowie den sewamunder Handwerks- und Manufakturerzeugnissen der Familie (Sägewerk, Torsionswaffenmanufaktur, Luxusmöbel sowie viele Handerker als Kleinel). Einzig einige wenige Anteile an der Nordmeer-Compagnie dienen der Familie als Erinnerung an Beppo Luntfelds Finanzimperium.


Inhaltsverzeichnis

Grundbesitz und Immobilien

Palazzo Luntfeld

Matriarchin: Lania Luntfeld (Wohnsitz: Palazzo Luntfeld in Sewamund)
Leib-Secretaria: Zerline Brahl

Im Vergleich zu anderen Nobili besitzen die Luntfeld in der Stadt Sewamund über vergleichbar wenig Grundbesitz: Palazzo, Holzmühle und Holzplatz sowie eine handvoll weiterer Gebäude. Ausserhalb Sewamunds liegen der Familienstammsitz Hof Luntfeld im Trestalschen sowie der Fuhrhof in Veliris und die Agenturen in Venga und Unterfels. Darüber hinaus besitzt die Familie einige wenige Hufen Land Streubesitz, auf denen ihre Holzfällerlager, Minen und Steinbrüche liegen.
Dreh- und Angelpunkt fast aller Luntfeldschen Unternehmungen ist der Palazzo Luntfeld in Sewamund. Von hier aus dirigiert Lania Luntfeld ihre Untergebenen in Stadt und Land Sewamund. Im Gegensatz zu anderen Mercantili, deren Kontore über das ganze Reich verstreut sind oder sogar im Ausland liegen, konzentriert sich die Familie auf das Naheliegende: Luntfeldsche Handels- und Frachthöfe finden sich nur in relativer Nachbarschaft zu Sewamund und dem Phecanowald, in Venga, Veliris und Unterfels. Für geschäftliche Angelegenheiten in weiter entfernt liegenden Städten beauftragt Lania Luntfeld einzelne bevollmächtigte Agenten – meist ihren Sohn Khardan – welche ausser einigen grundlegenden Direktiven weitgehende Handlungsfreiheit geniessen.

Hof Luntfeld

Freie Eigentümerin: Adaque Luntfeld (Wohnsitz: Hof Luntfeld in der Nähe von Trestal)

Der alte Stammsitz der Familie im Trestalschen. Adaque Luntfeld konnte das Streben ihres Bruders Beppo nach Geld und Macht nie verstehen und lebt zurückgezogen mit einem Knecht auf dem geerbten Hof, den ihre beiden Brüder Beppo und Bosper verschmähten.


Die Kerndomäne der Luntfeld – Holz, Erz und Baugestein

Directora Orientale: Dalida Luntfeld (Wohnsitz: Luntfeldscher Fuhrhof in Veliris)
Assistenta: Aldare Continio

Directora Occidentale: Rondrianne Luntfeld (residierende Agentin in Venga)

Directora Yaquiria: Hisela Luntfeld (residierende Agentin in Unterfels)

Die Luntfeld besitzen in Sewamund und Venga weitreichende Forstregale und beschäftigen rund ein Dutzend Holzfällermannschaften sowie weitere Bedienstete zu deren Versorgung. Geschlagene Stämme werden gen Sewamund bzw. bis oberhalb der Phecadifälle geflösst oder aber von Veliris aus mit Ochsenkarren nach Bomed gekarrt und von dort aus nach Unterfels getreidelt oder nach Vinsalt geflösst.
Dirigiert von Daria Luntfeld vom Fuhrhof in Veliris aus oder ihrer Schwägerin Rondrianne in Venga sind luntfeldsche Holzfäller in den meisten Wäldern der Septimana und des westlichsten Yaquirbruchs unterwegs. Hisela Luntfeld als residierende Agentin von Bomed und Unterfels ist ausschliesslich im Handel und Verkauf tätig.

Das Eisenerz des Phecanowaldes ist von durchschnittlicher Qualität und kann sich nicht mit demjenigen aus Amboss, Kosch und Eisenwald messen, deckt jedoch die meisten Ansprüche horasischer Schmiede. Zumindest in der Qualität, in der Menge kann es im Horasreich nämlich nie genügend Eisen haben. Im Laufe der Jahrhunderte sind derart viele Minen im Phecanowald betrieben und wieder aufgegeben worden, dass Prospektoren immer wieder über längst verschollene Stollen und Schächte stolpern. Die meisten heute betriebenen Silber-, Eisen- oder Blei-Minen des Phecanowaldes sind im Besitz verschiedener kleinerer Angroschim-Sippen.
Zwischen Osthzweig und Quarzin liegt die Santa-Argelia-Mine der Luntfeld, wo unter Tage Eisenerz gebrochen wird, welches im nahen Dorf Osthzweig verhüttet wird. Die gewonnenen Eisenbarren werden durch Maultierkarawanen nach Sewamund, Grangor oder Veliris transportiert. Am nördlichen Ende des Trestaler Tales liegt die Silbermine von Ingrimmspfort, wo mehrere Dutzend Arbeiter (und immer mindestens ein Dutzend Schwarze Äxte) das wertvolle Metall gewinnen, welches von Herzog Cusimo und den Städten Grangor und Sewamund für ihre Münzen aufgekauft werden.

Im Tal von Trestal finden sich viele grosse und kleine, benutzte und aufgegebene Kalksteinbrüche, zum Teil jahrtausendealt. Ausser den herzöglichen Steinbrüchen, wo von den Freigerichten in Grangor, Venga und Sewamund oder vom Herzöglichen Hochgericht zur Zwangsarbeit verurteilte Sträflinge schuften, gibt es im Tal viele kleinere Brüche in Familienbesitz – nicht selten Nachkommen freigelassener Sträflinge –, welche sich auf diese Weise ein Zubrot zur kargen Weide- und Forstwirtschaft verdienen. Fast alle diese Familien sind Klienten der Luntfeld, deren Maultierkarawanen die gebrochenen Steine nach Veliris oder Venga transportieren und in der Gegenrichtung Lebensmittel, Salz, Werkzeug und Krämerwaren mitbringen.

Minen, Steinbrüche und Holzfällerlager der Luntfeld beherbergen in der Regel nicht nur Holzfäller, Bergleute und Steinbrecher, sondern auch Pferdeknechte, Köche, Schmiede usw. Seit im Boron 1029 BF Marodeure ein Holzfällerlager in der Nähe Sewadâls plünderten, sind in manchen Lagern überdies eine Handvoll Schwarzer Äxte stationiert, doch habe auch viele Holzfäller aus einer früheren "Karriere" Erfahrung im Umgang mit Waffen. Denn egal ob ehrbare Bauerntöchter, ehemalige Strassenräuber oder entflohene Leibeigene aus Almada, Windhag oder Nordmarken, die Luntfeld interessieren sich nicht für das Vorleben ihrer Arbeiter. Für sie zählen nur bedingungslose Loyalität zur Familie Luntfeld und die Bereitschaft zu harter, ehrlicher Arbeit. Wer diese Bedingungen erfüllt, erhält für seine Arbeit eine ansehnliche Entlöhnung und bei guten Leistungen oder Geschäftsabschlüssen winkt schon mal die ein oder andere Prämie.

Jeden Frühling, wenn die Schneeschmelze Sewak und Phecadi ansteigen lässt, werden in jedem Lager Dutzende Stämme zu Flössen zusammengebunden und den Fluss hinunter nach Sewamund geflösst wo sie Verwendung im Möbel-, Haus- und Schiffbau finden. Äste, die zu klein sind um als Bauholz Verwendung zu finden werden dagegen das ganze Jahr über mit kleinen Maultierkarawanen nach Veliris, Sewamund, Farsid oder Venga transportiert.


Beteiligungen und Investitionen

Directora Moneta: Gylpurnia Eolana Kanbassa (Wohnsitz: Palazzo Luntfeld in Sewamund)
Assistenta: Lutisana Vinarii
Assistenta: Lovisa Selemia Raloff

Die Familie Luntfeld hat sich komplett aus dem Kreditgeschäft, nicht jedoch aus dem Geldgeschäft per se zurückgezogen: Unter der kundigen Leitung von Gylpurnia Luntfeld-Kanbassa fungiert die kleine Abteilung als Verbindungsstelle zur Nordlandcompagnie, handelt Beteiligungen und Investitionen in anderen Handelsgeschäften aus und dient nebenbei auch noch der Verwaltung der riesigen Anzahl Bediensteter (insbesondere deren Löhne).


Ingerimmgefälliges Handwerk – Manufakturen und Handwerksbetriebe

Sägemühle von Sewamund

Director: Silem Luntfeld

Auf dem Holzplatz zwischen Stadtmauer und Palazzo Luntfeld warden die angeflössten Stämme gelagert und getrocknet, ehe sie in der Sägemühle zu Brettern und Balken geschnitten werden. Silem Luntfeld ist seit mehr als zwanzig Jahren Meister der Sägemühle und geht seit dem Tod seiner Frau ganz in seiner Arbeit auf.

Manufaktur Redo-Roglom

Directores: Ingrimmion Redo, Väterchen Roglom, Sohn des Rundarosch
Assistenta manufactura: Eslamuela Luntfeld
Assistento commerciale: Mazarino Vinarii

Das grösste Phexensstück Beppo Luntfelds war die Verehelichung seiner Tochter Lania mit Ingrimmion Redo, dem letzen Angehörigen der Armbruster-Familie Redo. Zusammen mit seinem Partner, Väterchen Roglom, Sohn des Rundarosch, hatte dessen Vater bereits vor einem Jahrzehnt das Wagnis der Fertigung von Schiffsgeschützen aufgenommen und durch die Expansion von Kriegs- und Handelsmarine enorme Gewinne erzielt. Obwohl der Begriff Manufaktur eigentlich streng genommen nicht zutrifft da sich der Betrieb aus Platzmangel in mehreren Häusern angesiedelt über die ganze Stadt verteilt, beschäftigt Redo-Roglom mehrere Dutzend Zimmerleute, Seiler, Schmiede und Steinhauer um der enormen Nachfrage nach Belagerungswaffen nachzukommen, Tendenz zunehmend.

Obwohl bei Redo-Roglom nach wie vor Armbrüste mit dem typischen eingebrannten Doppel-R-Stempel gefertigt werden, arbeitet der weitaus grösste Teil der Belegschaft am Bau von Rotzen, Aalen/Skorpionen und Hornissen. Andere Belagerungswaffen werden selten verlangt und kosten deshalb wegen Mehraufwand auch etwas mehr als gewöhnlich.

Bedingt durch eine Klausel im Heiratsvertrag sind die Besitzanteile an der Manufaktur trotz der nunmehrigen Zugehörigkeit Ingrimmion Redos zur Familie Luntfeld nach wie vor in dessen ausschliesslichem Besitz. Erst mit der nächsten Generation wird die Familie Luntfeld die Manufaktur auch de jure besitzen. Zumindest die eine Hälfte, denn die andere gehört nach wie vor Väterchen Roglom, der im besten Alter von 120 Jahren derzeit überlegt, vorübergehend einige Jahre zurück in den heimatlichen Phecanowald auf Brautschau zu gehen.

Produkte der Manufaktur Redo-Roglom

Name Gewicht Preis Fertigungszeit
Handfeuerwaffen
Balestra 150 Unzen + 5 Unzen 50D/20H ca. 11 Tage
Balestrina 60 Unzen + 5 Unzen 45D/15H ca. 8 Tage
Leichte Armbrust 150 Unzen + 3 Unzen 18D/15H ca. 11 Tage
Windenarmbrust 200 Unzen + 4 Unzen 35D/20H ca. 14 Tage
Belagerungswaffen
Leichte Rotze 300 Stein + 200 Unzen 800D/5S ca. 14 Tage
Mittlere Rotze 400 Stein + 300 Unzen 1500D/8S ca. 16 Tage
Schwere Rotze 500 Stein + 500 Unzen 2500D/12S ca. 20 Tage
Leichter Aal 350 Stein + ??? 1000D/25S ca. 13 Tage
Schwerer Aal 500 Stein + ??? 2000D/80S ca. 18 Tage
Hornisse 50 Stein + 10 Unzen 120D/25H ca. 14 Tage



Kunsttischlerei Bosper Luntfeld

Director: Bosper Luntfeld der Ältere (Besitzer de jure)
Assistento: Bosper Luntfeld der Jüngere (Besitzer de facto)

Während Beppo Luntfeld die Familie durch den Holzhandel zu Patriziern machte, erarbeitete sich sein Bruder Bosper in Sewamund weiland eine Reputation als Kunsttischler. Heute ist der über 80 Jahre alte Bosper respektierter Zunftmeister der Küfer, Tischler und Zimmerleute von Sewamund. Dies, der luntfeldsche Besitz der Sägemühle sowie grosszügig gewährte Kredite an die einzelnen Handwerker führten dazu, dass im Seilerviertel in vielerlei Hinsicht wenig geschieht, ohne dass die Familie nicht zumindest davon Kenntnis hat.


Zum Schutze des Familieneigentums – die Schwarzen Äxte

Capitano: Khardan Luntfeld (nomineller Kommandant)
Teniente Primo: ??? (faktischer Kommandant)

Siehe Schwarze Äxte.

Klientel

  • Familie Pisano (Schreiber und Buchbinder)
  • Familie van der Steeg (Seiler)
  • Familie Arcimboldo (Kunstschmiede und Schlosser)
  • Holzverarbeitende Zunft in Sewamund
  • Kleinere Trestaler Steinbrüche in Familienbesitz
  • Verschiedene Handwerker und kleine Händler im Sewamunder Contado (v.a. Schmiede, Zimmerleute und Steinmetze)




Persönliche Werkzeuge