Details der Familie Luntfeld

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Inhaltsverzeichnis

Geschichte derer von Luntfeld

Die Herkunft der Familie Luntfeld liegt – von einer Legende abgesehen – im Dunkeln. Im Zuge der Renascentia liessen Beppo und nach ihm Lania Luntfeld in den Archiven von Vinsalt, Farsid, Elenvina und sogar Punin und Gareth Nachforschungen anstellen, um die Wahrheit hinter diesen Femilienlegenden zu erfahren. Das Ergebnis ist mager, aber zumindest einzelne Lichtblicke sind erkennbar.

Sagenhafte Vorfahren

"… spielte die Junkerin von Luntfeld mit uns mehrere Wochen lang Katz und Maus. Ganze zwei Banner des Grafen von Phecadien waren nötig, um die Schar der Rebellen aufzuspüren und zu zersprengen. Die Junkerin fand sich allerdings weder unter den Toten noch unter den Gefangenen, welche samt und sonders an Ort und Stelle gehängt wurden. Auf die verschollene Junkerin Garlieb wurde die Acht verhängt sowie ein Kopfgeld von 20 Goldstücken ausgesetzt, die Siedlung Luntfeld wurde zur fürderen Mahnung an Praios’ Gesetze ausgelöscht, seine überlebenden Einwohner in die Markgrafschaft Drôl verbannt."
(Kopie des Einsatzberichts eines Offiziers der Greifenlegion über eine Steuerrevolte in Phecadien im Jahre 446 BF, gefunden 1028 BF in den Archiven des Herzogs von Grangor)

"Begnadigt via Generalamnestie durch Kaiser Rohal 488 BF"
(Herzöglicher Kanzleivermerk zur obigen Akte)

"8. PHE 745 BF: Überraschend auf die Banditenbande gestossen, die vorige Woche zwischen Grangor und Veliris die Regiments-Zahlmeisterin und ihre Eskorte erschlagen und ausgeplündert hatte. 17 Rebellen getötet und 11 Gefangene gehängt. Ihren Anführer, einen gewissen Barmod Luntfeld, zur Hinrichtung nach Grangor gebracht."
(Rittmeisterin Brunelda von Wangenfurt, Kriegstagebuch der 3. Schwadron der Goldenen Lanze "Raul von Gareth", 745 BF)



Von Bauern zu Patriziern – der Aufstieg des Beppo Luntfeld (965–1019 BF)

Abgesehen von Steuerlisten der Barone von Sewamund lässt sich die jüngere Familiengeschichte nur bis ca. 950 BF zurückverfolgen. So weit reichten nämlich die Erinnerungen und Erzählungen der Luntfeld-Geschwister Beppo, Bosper und Adaque, ehe sie von eifrigen Familienchronisten niedergeschrieben worden sind.
Danach verdingten sich die meisten Luntfeld als Söldner im Heer von "Kaiserin" Rondhara von Albenhus, aus dessen vernichtender Niederlage in der Schlacht von Albenhus niemand zurückkehrte. Zu dieser Zeit hatte sich die Familie bereits in der dörflichen Elite des Trestals etabliert, so dass Ismara Luntfelds Sohn Khardan der Sprung zum Grossbauer und Holzhändler nicht mehr schwer fiel.

Khardans ältestem Sohn Beppo war dies jedoch nicht genug. Während der handwerklich talentierte zweite Sohn Bosper eine zünftige Lehre als Schreiner in Veliris absolvierte, überliess Beppo nach dem Tod seiner Eltern 965 BF der gerade einmal 12jährigen Schwester Adaque den Hof – auf welchen er als Ältester eigentlich das Erbrecht hatte. Phexvertrauend und fest entschlossen reich zu werden, versichte er sich im Gewinn und Handel mit den Rohstoffen des Phecanowaldes: Holz, Erz und Baugestein. Von Freunden und Nachbarn kopfschüttelnd beobachtet, schürfte er teilweise buchtstäblich mit blossen Händen in lange aufgegebenen Minen des Phecanowaldes nach Silber und wurde prompt fündig. Wenig später nahm er den lange vernachlässigten väterlichen Holzhandel wieder auf und verkaufte wie viele Luntfeld-Generationen vor ihm Brenn- und Bauholz nach Veliris, Sewamund und Farsid.
Durch unermüdlichen Fleiss, harte Arbeit und Sparsamkeit kam Beppo in wenigen Jahren zu einem kleinen Vermögen. Trotz seiner ländlichen Herkunft war er bereits 970 BF in der Lage, sich in das Bürgerrecht von Sewamund einzukaufen und ein erster gesellschaftlicher Höhepunkt war Anfang 977 BF erreicht, als er mit Sharine die Erbin des Sewamunder Sägemeisters Ehlar Gorbesen als Braut gewinnen konnte. Obwohl das Verhältnis der beiden Eheleute zeitlebens mehr unter Travias denn Rahjas Segen stand, zeugten sechs Kinder von gegenseitigem Respekt und Pflichtgefühl.

Nebst Bergbau und Holzschlag stieg Beppo in den folgenden Jahren in Sewamund in den Geldverleih ein, wo er ein geradezu sagenhaftes phexisches Händchen bewies: Schon bald war er in der Lage, von den Edlen und Junkern des Sewaktals für weite Gebiete Holzschlagsrechte zu pachten oder zu kaufen. Seit 978 BF donnerten jedes Jahr in der Zeit der Schneeschmelze grosse und kleine Holzflösse den Sewak hinunter, um in der Sägemühle des Schwiegervaters zu Bau- und Möbelholz zersägt zu werden. Erst in gesetztem Alter liess ich auch Bosper in Sewamund nieder, um dort einer der bekanntesten Tischlermeister der Septimana zu werden.

Der stetig fortschreitende wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufstieg liess es irgendwann nicht mehr zu, dass sich Beppo Luntfeld persönlich in den Wäldern der Baronie um Bergbau und Holzschlag kümmern konnte. Stattdessen widmete sich der "Holz-Baron" mehr und mehr dem Geldgeschäft: Wo ein sicherer Gewinn herausschaute, dort konnten Klienten mit Krediten oder Geschäftspartner mit Beteiligungen rechnen. Mit Konkurrenten oder zahlungsunwilligen Schuldnern ging Beppo allerdings selten zimperlich um, doch respektierte er dabei zumindest Praios’ Gesetze und Phexens Gebote. Schon bald gehörte der Grossteil der holzverarbeitenden Handwerker Sewamunds zu seinen Klienten, darunter auch sein eigener Bruder.
Vor der grossen wirtschaftlichen Auseinandersetzung mit dem grössten holzverarbeitenden Betrieb Sewamunds, den Wertbesitzern der Familie Degano, scheute Beppo allerdings aus unbekannten Gründen zurück. Geäussert hat er sich hierzu nie, doch es wird angenommen, dass Beppo rechtzeitig erkannte, dass Degano womöglich doch ein zu grosser Brocken für gewesen wäre – ausserdem war Beppo das Meer nie geheuer. Stattdessen begnügte er sich mit einem gesunden Respekt gegenüber einem Gleichwertigen und Bauholzlieferungen an die Werft, was der Familie Jahre später noch zu Gute kommen sollte.
Dafür investierte Beppo kräftig in den Seehandel durch Beteiligungen und Anteilsscheinen an grossen und kleinen Handelshäusern und -Unternehmen in der ganzen Septimana. In Sewamund bediente er sich hierzu der Klientelfamilie Continio, welche er durch einen Traviabund seiner jüngsten Tochter Dalida eng an die Luntfeld band.

Um 1000 BF hatte sich Beppo Luntfeld als reichster Bürger Sewamunds den Patrizierstatus erkämpft, doch seine bäuerliche Herkunft verhinderte stets, dass er von den lokalen alteingesessenen Geschlechtern als etwas anderes als ein Emporkömmling angesehen wurde. Ein zutiefst gekränkter Beppo Luntfeld widmete sich umso mehr der Vergrösserung seines Einflusses und seines Vermögens doch erst seine Kinder und Kindeskinder dürfen den Status des Patriziers vorurteilsfrei geniessen.
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Seine Konkurrenten hatte er fest im Griff, aber gegen das Schicksal war auch ein Beppo Luntfeld machtlos. Am "Schwarzen Rohalstag" 1003 BF wurden bei einem schweren Flössereiunglück auf dem Sewak gleich zwei seiner Kinder frühzeitig zu Boron gerufen, darunter auch sein Lieblingssohn und Erbe Romero. Seine Frau Sharine, im Alter von 44 Jahren nochmals schwanger geworden, erlitt über der Unglücksnachricht eine Frühgeburt und starb wenige Tage später im Kindbett. Colmar Luntfeld sollte ohne Mutter aufwachsen und das Verhältnis zwischen Vater und jüngstem Sohn sollte nie ein gutes sein.
Der notorische Frauenheld Romero Luntfeld hinterliess zwar etliche Kinder, keines von ihnen war allerdings von ehelicher Geburt und somit erbberechtigt. Die Trauer um seinen Lieblingssohn verhinderte, dass Beppo rechtzeitig seine Nachfolge regelte. Im Gegenteil: Obwohl fast alle seine Kinder Teilbereiche seines Imperiums leiteten (Lania und ihr Mann Ingrimmion Redo die wichtige Geschütz-Manufaktur Redo-Roglom, Silem die von Beppos Schwiegervater geerbte Sägemühle und Dalida als Beppos Stellvertreterin die Minen und Holzfällerlager – nur Colmar schlug sich nach einem endgültigen Zerwürfnis mit dem Vater als Söldner und Abenteurer durch), hielt Beppo die Zügel bis zuletzt fest in seiner eigenen Hand.

Das Ende kam sowohl überraschend als auch mit Schrecken, als Mitte Rahja 1019 BF der Dämon Ghurondaii durch die Sewakwälder in Richtung Sewamund zog. Die "Schlacht um Sewamund" am 16. RAH 1019 BF zog grosse Teile des Luntfeldschen Gebäudekomplexes entlang der östlichen Altstadt in Mitleidenschaft. Ein Schock, der zuviel war für den alten Patriarchen. Als der "Holz-Baron vom Sewak" zwei Tage nach seiner Herzattacke für immer die Augen schloss, hatte er sich den Traum des Bauernjungen vom grossen Reichtum aus eigener Kraft mehr als nur erfüllt.

Familienzwist, Sewamunder Investitur und Renascentia (1019–1028 BF)

Beppos für die Familie doch überraschender Tod zog weitreichende Konsequenzen für die Familie nach sich. Sowohl Beppos ältestes überlebendes Kind Lania Luntfeld wie auch sein Bruder Bosper reklamierten die Stellung des Familienoberhaupts für sich. Das das Finanzimperium, welches Beppo aufgebaut hatte, kollaborierte überdies innert kürzester Zeit, da niemand in der Familie weder über dessen phexgefälligen Instinkt noch über dessen persönliche Verbindungen verfügte.

Mit der Unterstützung Adaques setzte sich Lania sich im Hesinde 1020 gegen Bosper durch, doch auf die frisch gekürte Matriarchin wartete eine schwere Aufgabe: Die wirtschaftliche Zukunft der Familie schien düster und der gesellschaftliche Wieder-Abstieg nur eine Frage der Zeit. Kreditzurückzahlungen von Kaufleuten aus der ganzen Septimana hielten die Finanzen einigermassen im Lot, doch bereits mittelfristig musste ein Strategiewechsel her: Im PHE 1026 BF entschied sich Lania nach Absprache mit dem Familienrat schliesslich dazu, die Geldgeschäfte fast vollständig aufzugeben und die Familie stärker zu ihren wirtschaftlichen Wurzeln zurück zu führen. Dem Gewinn und Handel mit Ressourcen des Phecanowaldes.

In den folgenden Jahren veräusserten die Luntfeld systematisch fast sämtliche Kreditguthaben bei Herzog und lokalem Landadel gegen umfangreiche Privilegien, Rechte und sonstige Berg- und Forst-Regalien im Bereich des südlichen Phecanowaldes zwischen Sewak und Phecadi. Als quasi letzter Akt dieser luntfeldschen Renascentia gingen die luntfeldschen Anteile an der Banca di Septimana – einer Filiale der Silbertaler Bank aus Urbasi – 1033 BF an die Bankiers der Familie van Kacheleen sowie verschiedene Privatpersonen über. Bereits zuvor hatte die Familie die meisten der umfangreichen luntfeldschen Anteile an der Nordlandkompagnie veräussern müssen. Den Löwenanteil hiervon hatte die Familie Continio übernommen, welche es verstanden hatte die Schwierigkeiten ihrer Patrone auszunutzen und sich so die Unabhängigkeit zu erkaufen. Beide Ereignisse ebneten ihrerseits sowohl den Van Kacheleen als auch den Continio den Weg ins Sewamunder Patriziat.

[Abschnitt über Sewamunder Investitur]

Durch die Renascentia Luntfeldis stabilisierte sich die wirtschaftliche Lage der Familie allmählich wieder und sicherte ihr weiterhin ihren hart erstrittenen Platz unter den mächtigen Familien des Sewamunder Contados. Hatte Beppo Luntfeld sich in seinen späteren Jahren noch vornehmlich auf Geldgeschäfte konzentriert, waren zehn Jahre später davon nur noch wenige Spuren vorhanden: Der Reichtum der Luntfeld gründete nun wie zu Beppos Pionierzeiten auf Abbau und Handel mit den Rohstoffen des Phecanowaldes, Holz, Erz und Baugestein. Dazu kamen die Erzeugnisse der sewamunder Handwerks- und Manufakturbetriebe der Familie (Sägewerk, Torsionswaffenmanufaktur, Luxusmöbel sowie viele Handerker als Klientel). Nur eine handvoll Anteile an der Nordmeer-Compagnie hat die Familie behalten, um sich nicht komplett um jedwelches Mitspracherecht die Compagnie zu bringen – Einfluss wirklichen Einfluss besitzt sie jedoch nicht mehr.

Neue Zeiten (seit 1029 BF)

Angehörige der Familie Luntfeld


Vorfahren der Familie Luntfeld

Garlieb Luntfeld
Barmod Luntfeld
Khardan Luntfeld der Ältere (916-973 BF)

Angehörige der Familie Luntfeld






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