Colmar Luntfeld
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Viele Familien haben ihr Schwarzes Schaf - in der Familie Luntfeld ist dies Condottiere Colmar Luntfeld. Colmar erblickte das Licht Deres unter
unglücklichen Umständen - als Frühgeburt auf den Schock, welchen seine hochschwangere Mutter bei der Nachricht vom Unfalltod ihrer Kinder Romero
und Loris erlitt. Wenige Tage später verstarb Sharine Luntfeld im Kindbett, was Beppo Luntfeld seinem Jüngsten
unterschwellig ewig vorzuwerfen schien, obwohl er sich zeitlebens nie etwas anmerken liess. Ausserdem hatte Colmar den Dickkopf seines Vaters geerbt, somit
war das Verhältnis zwischen Vater und Sohn stets ein berücktes.
Da Colmar sich weit mehr für die rondrianischen als für die phexischen Künste begeistern konnte, erhob Colmar auch keinen Widerspruch als ihm sein Vater
1015 BF den Besuch der Kriegerakademie der Kriegs- und Lebenskunst in Vinsalt mehr be- denn empfahl. Die beiden sollten sich nie wiedersehen. Nach Beppos
Tod erbte Colmar im Rahja 1019 genügend Geld, um sich den Besuch der teuren Akademie bis zum Abschluss finanzieren zu können. Mit dem Kriegerbrief in der
Tasche trat er 1022 jedoch nicht wie von der Familie erwartet in die Herzöglich Grangorer Phecadigarde ein, sondern verpflichtete sich als Leutnant im
Regiment Schwert des Südens bei der Horaslegion. Mit den Schwertern diente er fünf Jahre in den Kolonien des Südmeeres, wo er viel über das Militär- und
Söldnerwesen des aventurischen Südens lehrte.
Mittlerweile hatte seine Familie (ohne dass Colmar davon wusst oder es gar gut geheissen hatte) ihre Verbindungen spielen lassen und so wurde er 1027 zurück
nach Hause beordert, wo er 1027 in der Kronlegion die Plänklerkompanie des I. Erzherzöglich Horasischen Regiments Murak-Horas übernahm. Sein erster
Besuch im Palazzo Luntfeld nach über 10 Jahren verlief frostig, immerhin versöhnte er sich mit seinen Geschwistern.
Den Ausbruch des Thronfolgekriegs erlebte die I. Plänklerkompanie, Murak-Horas in Shumir, als Ende Travia 1028 plötzlich Galahanisten vor den Stadttoren
standen, jedoch unverrichteter Dinge wieder abziehen mussten. In der Schlacht von Shumir erlebte Colmar vier Monate später im Horasreich seine erste
Schlacht im Lieblichen Feld. Im Heer von Ralman von Firdayon-Bethana sollten weitere folgen.
Im Zuge der Auflösung der alten Legionsstrukturen kehrte ein geschockter colmar Luntfeld nach Ralmans überraschendem Frontenwechsel im Rondra 1029 der
Kronlegion den Rücken und machte sich als Condottiere selbständig. Bereits Ende Firun stand er jedoch mit Colmars Cavallieri erneut unter Ralmans
Banner. In der Schlacht von Westfar werden beinahe aufgerieben, doch dem unermüdlichen Organisator Colmar gelingt es in kurzer Zeit aus Resten
verschiedener aufgeriebener oder versprengter Einheiten eine neue Truppe zusammen zu schmieden. Nach heldenhaftem Verhalten in der (Strassen-) Schlacht um Urbet
wird Colmar von Ralman zum Major befördert und mit dem Gut Paquirella nahe Clameth belohnt. Nach der Zweite Schlacht von Pertakis gelingt
es Colmar wiederum, durch Integration anderer Versprengter seine erneut schwer mitgenommene Truppe auf ein unterzähliges Battailon von drei Bandieras zu
vergrössern.
Nach Kriegsende liess sich Colmar und seine Cavallieri in Paquirella nieder. Jenes wiederum lag im Einflussbereich des Sheniloer Bundes, dessen Mitglieder
teilweise heftige Vorbehalte gegenüber unabhängigen Söldnern in ihren Landen besassen. Es sollte Jahre und unzählige Verhandlungsrunden mit lokalem Adel und
Städten dauern, ehe sich die Gemüter einigermassen beruhigten. Ausserdem näherte sich Colmar auch seiner Familie wieder an, was nicht zuletzt der
Pendeldiplomatie seines Neffen Khardan lag. Seit einer gründlichen Aussprache mit seinen Geschwistern anlässlich Khardans Hochzeit in
Sewamund ist er in Sewamund wieder vollumfänglich willkommen (auch wenn es ihm in seiner Heimatstadt noch der ein oder die andere übelnimmt, in der
entscheidenden Schlacht auf der anderen Seite gekämpft zu haben).
Condottiere Colmar Luntfeld besitzt eine gewisse Exzentrik: Ist er nicht gerade mit Teilen seiner Cavallieri unterwegs frönt er gerne dem Immanspiel, um
seine Truppe in Form und bei Laune zu halten. Ausserdem brütet er seit Kriegsende - angewidert von einigen Auswüchsen des Thronfolgekriegs - über einer
Anpassung des Khunchomer Kodex an die Verhältnisse im Horasreich. Die Soldverträge der Cavallieri versucht er anhand seines "Vinsalter Kodex" auszuhandeln
und an Rat und Meinungen anderer Condottieri zu seinen verschiedenen Artikeln und Klauseln ist er immer interessiert.

