Briefspiel:Steine kommen ins Rollen (5)

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Stadt Urbasi klein.png Briefspiel in Urbasi Stadt Urbasi klein.png
Datiert auf: EFF 1038 BF Schauplatz: Urbasi Entstehungszeitraum: Sommer 2016
Protagonisten: Lucrezia ya Scalior und andere Mitglieder der Familie Scalior, weitere Mitglieder der Steinzunft Urbasis Autoren/Beteiligte: Familie Scalior.png Djamilla
Zyklus: Übersicht · Die letzte Sitzung vor der Patronatswahl · Neroli - die Maurer · Frappante - die Ziegelei · Triffon - die Steinmetze · Landor Maddalari – der Malergeselle · Die Ratssitzung mit Wahl des Patrons · Epilog

EFF 1038 BF, Palazzo der Familie Scalior

Nachdem sich Lucrezia die Loyalität der drei Ratsmitglieder gesichert hatte, würde nun das Herzstück des Plans folgen. Der schwierigste aber auch beste Teil des kleinen Streichs. Lucrezia hatte bereits den Vormittag bestens gelaunt in freudiger Erwartung verbracht und noch letzte Kleinigkeiten vorbereitet. Schon länger hatte sie Landor Maddalari unter Beobachtung, den jüngsten Sohn Federesco Maddalaris. Das Oberhaupt der Maddalari Familie war den dell'Arbiatos treu ergeben, genauso waren es seine Kinder. Landor zählte sogar zu dem engeren Freundeskreis von Aliena di Taresellios Neffen Alricio und bekam durch diesen Zugang zu Gesellschaften, die ihm ansonsten verschlossen blieben. Der junge Maddalari war Geselle seines Vaters und somit Mitglied der Zunft, aber vom Lebensstil schien ihm der seines adligen Freundes Alricio weit besser zu gefallen. So war er ein oft gesehener Gast auf den Empfängen und Bällen Urbasis – jedoch immer nur als Gast seines Freundes. Dieser Lebensstil brachte erwartungsgemäß auch einige Laster mit sich, und dass Landor dem Spiele mehr als nur zugeneigt war, war ein offenes Geheimnis. Nun brachte dieses Freizeitvergnügen allerdings auch ein gewisses Geldproblem mit sich, da die Entlohnung eines Gesellen nicht mit den Einsätzen mithalten konnte, die in der Gesellschaft in der er sich bewegte üblich waren. Wenn man jedoch den Gerüchten Glauben schenken durfte, dann schien Alricio auch in dieser Hinsicht seinem Freunde beizustehen. Lucrezia hatte gehofft, dass sie durch tiefere Nachforschungen an dieser Stelle auf etwas stoßen würde, mit dem sie Landor – oder sogar Alricio – gefügig machen konnte. Diese Hoffnung hatte sich zwar zerschlagen, aber in dem Zuge war sie auf etwas noch viel besseres gestoßen. Ihre getreue Serinai hatte ganze Arbeit geleistet.
Für den heutigen Nachmittag hatte Lucrezia Landor zu einem privaten Tete-a-Tete auf einen Tee eingeladen. Worum es wirklich ging, würde der junge Mann kaum ahnen können. Lucrezia hatte sich etwas geheimnisvoll gegeben und wenn ihr Gast einen rahjanischen Hintergrund vermutete, wäre sie nicht überrascht. Lächelnd machte sich die Frau zurecht, sie würde wohl auch den ersten Teil der Nachmittags genießen. Landor war ein charmanter Gesellschafter, es hatte genug Gelegenheiten gegeben bei denen sich ihre Wege bereits gekreuzt hatten, und wenn sie bei ihm erst einmal positive Erwartungen aufgebaut hatte, würde sie ihn danach nur noch fester in ihrem Griff haben. Und welche Katze fraß schon eine Maus, ohne vorher mit ihr gespielt zu haben? Ein letzter Tupfer des guten Vinsalter Parfums zu Ehren des Anlasses, und dann bedeutete ihr Serinai – die gerade in ihr Zimmer geschlüpft war – dass ihr Gast eingetroffen war. Beschwingt verließ Lucrezia ihre Gemächer und schritt gemächlich auf den Teesalon zu, den sie für den heutigen Nachmittag auf geschlossene Gesellschaft reserviert hatte. Das hieß, dass schon der Palazzo abbrennen mußte damit einer der Diener es wagen würde, ungebeten den Raum zu betreten. Und ihre Familie würde sie auch alleine lassen, sofern nicht wichtige Angelegenheiten ihre dringende Aufmerksamkeit erforderten.
Als Lucrezia den Raum betrat, roch sie neben dem feinen Teegeruch sofort das Duftwasser des Mannes. Eindeutig hatte sich der Malergeselle auf ein romantisches Tete-a-Tete eingestellt. Die Kleidung Landors bestätigte den Eindruck – feine Kleidung, die man jedoch beim besten Willen nicht als formell bezeichnen konnte. Der enge Schnitt betonte die wohlgeformten Proportionen des Mittzwanzigers und der Ausschnitt des Hemdes war für Lucrezias Geschmack eigentlich schon ein wenig zu offenherzig. Entweder hatte der Gute viel zu viel in ihr Einladung hineininterpretiert, oder er war sehr von sich überzeugt, oder er hatte einfach keinen Geschmack und maß sich am Standard der Lusthäuser der Stadt. Was auch immer es war, sie ließ sich nichts anmerken und begrüßte ihren Gast charmant. Sie selbst war wesentlich dezenter gekleidet, zwar in ein eng anliegendes Kleid, doch endete der Schlitz des Rockes knapp über dem Knie und auch der Ausschnitt ließ nicht einmal ihr Schlüsselbein frei. Sie enthüllte nichts sondern deutete nur dezent an. Mit leicht hüft-wiegendem Gang schritt sie auf Landor zu, faßte ihn bei den Händen und deutete die 3 Küsse auf seine Wangen nur so weit an, dass ihre Haare sein Gesicht streiften und er sie riechen konnte. „Mein lieber Landor, es erfreut mich außerordentlich, dass Ihr meiner Einladung Folge geleistet habt.“ Seine Hände immer noch in den ihren stand sie keine 30 Halbfinger vor ihm, blickte ihm tief in die Augen und lächelte katzengleich. „Es ist mir eine Ehre und noch viel mehr ein Vergnügen, meine Teure.“ Seine Körpersprache zeigte deutlich, dass er den Abstand gerne verkürzt hätte, doch ihre Aufforderung „Nehmt doch Platz. Ich hoffe, der Tee ist nach Eurem Geschmack.“ begleitet von der entsprechenden Geste gen Chaiselongue konnte er unmöglich ignorieren. Etwas Enttäuschung schlich sich auf Landors Gesicht und Lucrezia rollte innerlich mit den Augen. Der junge Herr war eindeutig nicht auf Augenhöhe mit ihr. Mit leichtem Bedauern schloß sie, dass das Spiel dann wohl nicht zu lange dauern würde.
Lächelnd ließ sie sich dann auf dem Sessel ihm gegenüber nieder und hob fragend die Teekanne. „Sehr gerne, meine liebreizende Gasteberin.“ bestätigte er nickend. Doch in seine Antwort hatte sich eine Spur Verunsicherung geschlichen. Bei Rahja, dachte sich Lucrezia. Was hatte sich der junge Heißsporn nur gedacht? Dass er hierher kommen würde und sofort über sie herfallen konnte? Nicht mal bei einem Treffen mit wahrhaftig rahjanischen Absichten, nicht einmal der charmanteste und erregendste Mann des Reiches würde ihr in dieser Geschwindigkeit körperlich nahe kommen dürfen. Und es war bisher auch noch keiner so impertinent gewesen, es zu versuchen. Er mochte zwar feinere Gesellschaft gewöhnt sein, doch wurde in solchen Momenten seine einfachere Herkunft offensichtlich. Während Lucrezia sich dann auch eine Tasse einschenkte, fuhr sie in leichtem Plauderton fort „Was haltet Ihr von einer Partie Rote und Weiße Kamele?“ Sie lächelte zuckersüß „Ich spiele so gerne und finde hier in Urbasi doch nur wenige adäquate Gegner.“ Nun blickte Landor sie überrascht an „Rote und weiße Kamele? Ich“ er zögerte kurz „nun, wenn Ihr wünscht dann spiele ich gerne mit Euch.“ Ihr war durchaus bewußt, dass das nicht die Art von Spiel war, die er so liebte, doch das war hier auch nicht der Punkt. Mit dem Spiel konnte man hervorragend jemanden schon einmal geistig in die Enge treiben und seine Überlegenheit demonstrieren, bevor man dann auf einer anderen Ebene dem Gegner den letzten Stoß versetzte. Also hervorragend dazu geeignet, eine Falle wie die heute von ihr geplante, zu begleiten.
In der Anfangsphase des Spiels verlegte sich Lucrezia auf seichte Plaudereien während sie ihre Figuren in Stellung brachte. Landor stellte keinen wirklich ernstzunehmenden Gegner dar. Sie konnte die Partie mit nur leichten Abwandlungen über die Standardzüge der „Karawane durch Keft“ abhandeln, dadurch mußte sie kaum tiefere Gedanken an das Spiel verwenden und die Schlingen um Landors Spielfiguren zogen sich fast wie von allein zu. Ihr Spielpartner hingegen schien mit dem Spiel reichlich beschäftigt zu sein, seine Mine sprach deutliche Bände. Als sie nur noch wenige Züge vor seiner sicheren Niederlage entfernt war, schlug sie in kokettierender Überraschung eine Hand auf den Mund und rief erstaunt aus „Aber nein! Ich habe Euch nun ja fast aufgerieben!“ Landors verwirrtes und leicht verärgertes Gesicht verdeutlichte, dass ihrem Gegenüber diese Tatsache bisher noch nicht aufgegangen war. Und er schien nicht gerne zu verlieren. Nun, wer tat das schon, das konnte Lucrezia vollkommen nachvollziehen. „Noch ist nichts verloren“ behauptete er störrisch. „Oh doch“ lächelte sie zuckersüß während sie ein Kamel zog. „Nun ist es gleich, welche Eurer Figuren Ihr als nächstes bewegt – Ihr seid mit meinem nächsten Zug geschlagen.“
Sie ließ ihrem Gegner Zeit, das Spielbrett zu inspizieren. In die angestrengte Stille hinein fing sie dann an, den jungen Mann zu provozieren. „Dafür dass Ihr so gerne spielt, seid Ihr aber reichlich schlecht“ stichelte sie. Nun deutlich verärgert, blickte Landor auf. „Was soll das?“ blaffte er ungehalten. Lucrezia vertiefte ihr Lächeln „Reine Beobachtung mein Lieber. Jetzt verstehe ich auch, wie Ihr immer an diese Spielschulden kommt.“ Das Gesicht des Mannes war jetzt deutlich angespannt. Doch bevor er etwas sagen konnte, sprach sie weiter: „Ich weiß auch nicht, was für einen Narren Alricio dell'Arbiato an Euch gefressen hat, aber er scheint Euch ja immer auf diesen Miseren herauszuholen.“ Nun sprang er auf „Was erdreistet Ihr Euch!“ doch Lucrezia blieb unbeeindruckt, dieser Gefühlsausbruch kam nicht unerwartet. „Aber nein“ sie machte eine kurze Pause und fasste ihn nun scharf ins Auge „immer holt er Euch nicht heraus.“ Bedächtig erhob sie sich nun, den jungen Mann weiterhin mit beiden Augen scharf fixierend, und trat einen Schritt auf ihn zu. Unwillkürlich wich er vor ihr zurück. „Was – was wollt Ihr? Wovon sprecht Ihr?“ in seinen Ärger mischte sich nun eine gute Spur Unsicherheit. Ihr kleines Spielchen hatte voll gewirkt, er war hilflos in ihrem Netz gefangen. „Das wißt Ihr ganz genau!“ sie stieß mit dem rechten Zeigefinger nach vorne, was ein Zurückzucken ihres Gegenübers zur Folge hatte. Er öffnete den Mund, doch schloß ihn dann auch gleich wieder. Hilflos blickte er sie an „I-ich weiß nicht so recht“ der Satz verebbte unsicher. „Dann laßt mich Euch mal auf die Sprünge helfen.“ Lucrezia näherte sich ihrem Opfer weiter, allerdings immer auf der Hut. Sollte sie einen Wutausbruch provozieren, wollte sie schnell genug wieder außer Reichweite sein, denn körperlich würde sie es mit ihrem Gegenüber nicht aufnehmen können. Und dass er zu durchaus gefährlichen Wutausbrüchen in der Lage war, war ihr bewußt. Das hatte ihn ja erst in diese Lage gebracht. Bislang schien die psychische Einschüchterungstaktik jedoch volle Wirkung zu zeigen und Lucrezia behielt die Oberhand. „Denkt einmal 15 Nächte zurück“ ihr Lächeln war nun völlig verschwunden, hart und strafend sah sie ihren Gegenüber an. Ein Blitz der Erkenntnis zeigte sich auf seinem Gesicht, sein Körper spannte sich unwillkürlich an. „Was“ zischte er „woher?“ Ein kurzer Blick aus den Augenwinkeln zeigt Lucrezia, dass Serinai, die sich bisher komplett im Hintergrund gehalten hatte, langsam von schräg hinten auf den Mann zukam aber Abstand hielt. Sollte er ungemütlich werden, dann wäre sie in einem Wimpernschlag da. „Ich weiß, dass Ihr es wart.“ Drohend baute sich Lucrezia vor Landor auf. „Ihr seid für seinen Tod verantwortlich!“ ihre Stimme erhob sich „Ihr! Und warum?“ Sie gab einen abfälligen Laut von sich „Geld“ schleuderte sie ihm hin „schnöder Mammon! Spielschulden!“ ihre Worte trieften vor Verachtung. Kurz krümmte sich der junge Mann vor ihr, dann schlich sich die Wut in seine Augen. „Er hat wohl Serinai noch nicht bemerkt“ dachte sich Lucrezia zufrieden und wich keinen Schritt zurück, sondern fixierte ihren Gegenüber weiterhin kalt, macht sich allerdings zum Ausweichen bereit. Mit einem tiefen Knurren sprang sie Landor daraufhin an „Scortum“ drang es tief aus seiner Kehle, als seine Hände an ihren Hals schnellten. Ein schneller Schritt zur Seite brachte Lucrezia aus seinem Wirkungsradius und nun war Serinai auch schon zur Stelle. Den Schwung des Mannes nach vorne ausutzend hatte sie den kopflos schäumenden in kurzer Zeit nieder gerungen. Nur zwei Schritte neben Lucrezia kam er zum Liegen und gab bald erschöpft auf. Aus seinem Körper schien plötzlich die Willenskraft zu schwinden und er erschlaffte, die Hände auf dem Rücken fielen zur Seite sobald Serinai ihn losließ. Fragend blickte die junge Frau auf „Danke, ich denke das reicht“ nickte ihr Lucrezia kurz zu. Serinai erhob sich, blieb aber neben dem auf dem Boden liegenden Mann stehen. „Das werte ich mal als Schuldgeständnis“ Lucrezia konnte den zufriedenen Ton in ihrer Stimme nicht ganz unterdrücken. „Ihr habt doch nicht ernsthaft gedacht, daß Ihr mich hier einfach in meinem eigenen Haus erwürgen könnt?“ Daß sein Angriff eine Kurzschlußhandlung war, war ihr wohl bewußt, aber den weiteren Vorteil, den ihr die Tat gebracht hatte konnte sie auch nicht ungenutzt verstreichen lassen. „Nehmen wir also noch versuchten Mord an einem Mitglied der Noblessa mit auf die Liste“ fügte sie in einem geschäftsmäßigen Ton hinzu, ganz so also würde sie Aufzählung niederschreiben. Sie tappte abwartend mit dem rechten Fuß auf den Boden und wartete.
Nach einer kurzen Weile hörte sie leise „Was wollt Ihr?“ seine Stimme klang so erschöpft wie sein Körper aussah. Langsam hob er den Kopf. Seine Wut schien verraucht, er war wohl wieder bei klarem Verstand und sah sich geschlagen. „Um Anklage zu erheben hättet Ihr mich nicht hierher eingeladen.“ Langsam erhob er sich weiter und blieb dann auf dem Boden sitzen. Fragend blickte er zu Lucrezia auf. Diese lächelte nun leicht „Sehr schön, Euch ist also bewußt, daß ich Euch vor Gericht zerreißen könnte.“ Daß sie eigentlich keine Handhabe gegen ihn hatte – zumindest nicht bis er sie angegriffen hatte – wußte sie zwar, aber er mußte es ja nicht wissen. Außer einer zweifelhaften Zeugenaussage hatte sie nichts in der Hand gegen ihn, also nichts, was vor Gericht bestehen würde. Sein Angriff eben kam da sehr zupaß. Aber auch ohne wäre sein Ruf allein durch einen Prozeß bereits ruiniert – Spielschulden waren immerhin Ehrenschulden. Nach kurzer Pause fügte sie hinzu „Mal ganz davon abgesehen, daß danach – unabhängig vom Ausgang des Prozesses – nicht einmal mehr die Halunken in der Gosse mit Euch spielen würden.“ Müde blickte er sie an „Glaubt mir, ich würde alles tun, das wieder ungeschehen zu machen.“ Er schlug die Augen nieder und fast schien Lucrezia, als würde sich eine Träne den Weg die Wange hinunter bahnen „Bei Boron! Ich bin Maler und kein Mörder!“ nun schluchzte er leicht. Lucrezia verdrehte innerlich die Augen „Bei Hesinde – jetzt auch noch diese Leier. Es war doch immer das gleiche.“ Dachte sie nun etwas enerviert. „Nun, ein Mord ist leider ein Verbrechen, welches sich nicht ungeschehen machen läßt.“ kommentierte sie kalt. „Das fiel den Leuten dann immer reichlich spät ein“ dachte sie. „Steht auf und setzt euch zu mir.“ Sie sah ihn auffordernd an und deutete auf den Sessel ihr gegenüber.
Nachdem er sich gesetzt hatte, blickte Lucrezia Landor ernst an. „Also – Ihr habt nun zwei Möglichkeiten.“ Sie machte eine kurze dramaturgische Pause „Entweder Ihr sühnt für Eure Sünde“ ein kurzer Blick in sein Gesicht sagte deutlich, daß er dieser Alternative nicht besonders zugeneigt war „oder – Ihr könnt Euer Leben weiter so leben wie Ihr es gewohnt seid.“ Sie lächelte leicht und sah deutlich das Mißtrauen in seinen Augen. „Was wollt Ihr?“ wiederholte er „Ich bin in Eurer Hand – Ihr wißt es, ich weiß es. Was ist Euer Preis?“ diese Einsicht war schon fast überraschend angenehm. „Machen wir es kurz“ sie setzte wieder einen geschäftsmäßigen Ton auf „Ich möchte nichts als das Beste für unsere Zunft.“ Leichtes Erstaunen schlug ihr aus Landors Augen entgegen „Aliena di Taresellio ist nicht das Beste.“ Nun breitete sich ein Verstehen auf seinem Gesicht aus und er sank etwas tiefer in den Sessel. „Ihr tretet auf der Sitzung in 3 Tagen vor und sprecht ihr Euer Mißtrauen aus.“ fuhr sie ruhig fort und aus dem Verstehen wurde langsam Entsetzen. „Des weiteren schlagt Ihr meinen Vater, Adamante ya Scalior, als neuen Patron vor. Ihr legt mit guten Argumenten dar, warum die dell’Arbiato nicht geeignet ist, und Ihr bereitet meinem Vater mit flammender Rede den Weg.“ Sie hob kurz die Hand als er daraufhin offensichtlich zu einer Wiederrede anhub „Ich weiß, daß Ihr reden könnt. Ich weiß, wie überzeugend Ihr sein könnt. Ich habe Euch bereits gehört. Strengt Euch einfach an. Ja? Ihr wolltet sagen?“ Ergeben war Landor wieder in seinen Sessel gesunken. „Das ist gesellschaftlicher Selbstmord“ stellte er resigniert fest. „Die Alternative etwa nicht?“ lächelte sie zurück. „Ach nein, die würde noch schlimmer enden. Seht es so: die dell'Arbiatos sind nicht die Alleinherrscher über Urbasi.“ Sie zuckte gleichmütig mit den Schultern.