Bosper Luntfeld
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Beschreibung
Trotz seiner über 80 Götterläufen lässt es sich Bosper Luntfeld nicht nehmen, nach wie vor täglich seiner Werkstatt einen Besuch abzustatten, um bei seinen
Gesellen und Lehrlingen nach dem Rechten zu sehen. Selber legt er allerdings wegen seiner Gicht nur noch selten mit Hand an. Nur wenn ein besonders
hochstehender Herr ein erkleckliches Sümmchen auf den Tisch legt, bequemt sich der Meister nochmals dazu, die Schnitzereien eines Amene II.-Stuhls oder
Therengar-Schreibtischs selber zu gestalten. Dies gebietet ihm die Ehre und der ingerimmsche Stolz, ansonsten hat er die Führung der Werkstatt faktisch
bereits vor Jahren seinem Sohn und Nachfolger gleichen Namens überlassen. Letzterer ist der ganze Stolz des Alten, Von fast allen
anderen seiner acht Kinder ist der konservative Bosper zumindest enttäuscht, da sie sich dem ingerimmgefälligen Handwerk verschlossen und für ihn
derart unverständliche Professionen wie Seefahrerin, Händlerin, Soldatin oder Künstlerin eingeschlagen haben. Einzig die Goldschmiedin
Jalta bildet hiervon eine Ausnahme.
Über zwanzig Götterläufe steht Bosper Luntfeld dank seines Könnens und seines ingerimmgefälligen Lebenswandels an der Spitze der Sewamunder Zunft der Küfer,
Tischler und Zimmerleute. Eine Position, die er sich in langen Jahren durch Fleiss und Ehrlichkeit erkämpft hatte, denn als junger Holzschnitzer musste sich
Bosper zunächst als Lehrling in Veliris, später jahrzehntelang als Geselle in verschiedenen Städten Aventuriens den Respekt der etablierten
Handwerksmeister buchstäblich erarbeiten, ehe es ihn jeweils dennoch weiterzog. Im Jahr 1001 erreichte ihn in Angbar ein Brief mit der Nachricht, dass in
Sewamund eine Werkstatt frei würde. Dank diesem Tipp und einem damit verbundenen Kredit seines Bruders Beppo Luntfeld konnte Bosper endlich eine eigene
Werkstadt erwerben - dazu gehörte allerdings gemäss Zunftrecht auch der Traviabund mit der blutjungen Witwe des erbenlos verstorbenen Vorbesitzers!
In den nächsten Jahren wurde Bosper dank seines Talents sowie seiner jahrzehntelang in ganz Aventurien erworbenen Kenntnisse schnell in der ganzen Septimana
als hervorragender Tischlermeister und Möbelschreiner bekannt. Gerüchte, seine Wahl zum Zunftmeister 1004 von seinem Bruder gekauft worden, um das
holzbearbeitende Handwerk Sewamunds noch mehr an die Familie Luntfeld zu binden, entbehren jeglicher Grundlage.
Nach dem Tod Beppo erhob Bosper als Ältester Luntfeld Ansprüche auf den Rang des Familienoberhaupts. Der Versuch war jedoch von vorneherein zum Scheitern
verurteilt, nicht zuletzt wegen der Schulden und des damit verbundenen Klienten-Status, welchen er gegenüber der Familie seines Bruders immer noch besass.
Nach einer Aussprache mit seiner Nichte Lania Luntfeld unter Vermittlung seiner Schwester Adaque Luntfeld gab Bosper schliesslich nach. 1023 waren
auch die endlich auf Heller und Kreuzer zurückbezahlt, damit verbesserte sich auch spürbar das Verhältnis zur Familie seines Bruders.
In den letzten Jahren ging es mit Bospers Gesundheit langsam bergab, aufs Altenteil zurückziehen will er sich jedoch nach wie vor nicht. Nicht, solange er
noch keine "echten" Enkelkinder auf den Knien schaukeln kann... Seit kurzem versucht er deshalb mit Unterstützung seiner Nichte Lania, geeignete Ehegatten
für seine Kinderschar zu finden.
Zitate
- "Soso, aus der von König Khadan sagt ihr? Dann muss ich euch aber enttäuschen, diese Schnörkel hier kommen erst in der Zeit König Tolmans auf..."
- "Acht solche Stühle aus echtem Bosparanienholz kosten euch 200 Dukaten, euer Exzellenz."

