Beppo Luntfeld
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Beschreibung
Der Aufstieg von Familie Luntfeld ist gleichbedeutend mit demjenigen der Beppo Luntfelds. Schon früh zeigte sich, dass der kleine Beppo zwar peraine- und ingerimmgefällig arbeiten konnte, seine Talente aber eher phexischer Natur waren. Im Alter von 18 Jahren verliess Beppo 965 BF nach dem Tod der Eltern den heimatlichen Hof, fest entschlossen reich zu werden. Teilweise buchtstäblich mit blossen Händen schürfte er in aufgegebenen Minen des Phecanowaldes nach Silber und wurde prompt fündig. Wenig später stieg er in den Holzhandel ein und verkaufte wie viele Luntfeld-Generationen vor ihm Brennholz in Sewamund, Veliris und Farsid. Dies allerdings in einem Umfang und mit einer Zielstrebigkeit, wie sie seine Vorfahren nie gekannt hatten.
Durch unermüdlichen Fleiss, harte Arbeit und Sparsamkeit kam Beppo in wenigen Jahren zu einem kleinen Vermögen. Trotz bescheidener Herkunft war er bereits 970 BF in der Lage, sich in das Bürgerrecht von Sewamund einzukaufen und ein erster gesellschaftlicher Höhepunkt war Anfang 977 BF erreicht, als er mit Sharine Gorbesen die Erbin des Sewamunder Sägemeisters als Braut gewinnen konnte. Obwohl das Verhältnis der beiden Eheleute zeitlebens mehr unter Travias denn Rahjas Segen stand, zeugten sechs Kinder von gegenseitigem Respekt und Pflichtgefühl.
Nun erst begann Beppo grosse Schritte zu machen: Nebst Bergbau und Holzschlag stieg Beppo in den Geldverleih ein, wo er ein geradezu sagenhaftes phexisches Händchen bewies. Schon bald war er in der Lage, von den Edlen und Junkern des Sewaktals für weite Gebiete Holzschlagsrechte zu pachten oder zu kaufen. Seit 978 BF donnerten jedes Jahr in der Zeit der Schneeschmelze grosse und kleine Holzflösse den Sewak hinunter, um in der Sägemühle des Schwiegervaters zu Bau- und Möbelholz zersägt zu werden.
Der stetig fortschreitende wirtschaftliche und gesellschaftliche Aufstieg liess es irgendwann nicht mehr zu, dass sich Beppo Luntfeld persönlich in den Wäldern der Baronie um Bergbau und Holzschlag kümmern konnte. Stattdessen widmete sich der "Holz-Baron" mehr und mehr dem Geldgeschäft: Wo ein sicherer Gewinn herausschaute, dort konnten Klienten mit Krediten oder Geschäftspartner mit Beteiligungen rechnen. Mit Konkurrenten oder zahlungsunwilligen Schuldnern ging Beppo allerdings selten zimperlich um, doch respektierte er dabei zumindest Praios’ Gesetze und Phexens Gebote. Schon bald gehörte der Grossteil der holzverarbeitenden Handwerker Sewamunds zu seinen Klienten. Vor der grossen wirtschaftlichen Auseinandersetzung mit der Familie Degano, Besitzer der Sewamunder Werft, scheute Beppo allerdings zurück. Geäussert hat er sich hierzu nie, doch es wird angenommen, dass Beppop rechtzeitig erkannte, dass Degano womöglich doch ein zu grosser Brocken für gewesen wäre, ausserdem war Beppo das Meer sowieso nie geheuer.
Stattdessen begnügte er sich mit einem gesunden Respekt gegenüber einem Gleichwertigen und Bauholzlieferungen an die Werft, was der Familie Jahre später noch zu Gute kommen sollte. Allerdings scheute sich Beppo nicht, kräftig in den Seehandel zu investieren. Wobei er sich allerdings hier in erster Linie durch Beteiligungen an den grossen Grangorer Handelshäusern, in Sewamund bediente er sich dazu ausserdem der Klientelfamilie Continio, die er durch einen Traviabund seiner Tochter Dalida noch enger an die Luntfeld band.
Um 1000 BF hatte sich Beppo Luntfeld als reichster Bürger Sewamunds den Patrizierstatus erkämpft, doch seine bäuerliche Herkunft verhinderte stets, dass er von den lokalen alteingesessenen Geschlechtern als etwas anderes als ein Emporkömmling angesehen wurde. Ein zutiefst gekränkter Beppo Luntfeld widmete sich umso mehr der Vergrösserung seines Einflusses und seines Vermögens doch erst seine Kinder und Kindeskinder dürfen den Status des Patriziers vorurteilsfrei geniessen.
Seine Konkurrenten hatte er fest im Griff, aber gegen das Schicksal war auch ein Beppo Luntfeld machtlos. Am "Schwarzen Rohalstag" 1003 BF wurden bei einem schweren Flössereiunglück auf dem Sewak gleich zwei seiner Kinder frühzeitig zu Boron gerufen, darunter auch sein Lieblingssohn und Erbe Romero. Seine Frau Sharine, im Alter von 44 Jahren nochmals schwanger geworden, erlitt über der Unglücksnachricht eine Frühgeburt und starb wenige Tage später im Kindbett. Der kleine Colmar sollte ohne Mutter aufwachsen und das Verhältnis zu seinem Vater sollte nie ein gutes sein.
Romero Luntfeld besass noch keine Kinder und so hatte sich Beppo der Tatsache stellen, dass eines Tages ein anderes seiner Kinder seine Nachfolge antreten würde. Allerdings brachte er es nicht über sich, seine nun älteste Tochter Lania als seine neue Nachfolgerin aufzubauen. Im Gegenteil: Obwohl fast alle seine Kinder Teilbereiche seines Imperiums leiteten (Lania und ihr Mann die wichtige Geschütz-Manufaktur, Silem die von Beppos Schwiegervater geerbte Sägemühle und Dalida als Beppos Stellvertreterin die Minen und Holzfällerlager – nur Colmar schlug sich nach einem endgültigen Zerwürfnis mit dem Vater als Söldner und Abenteurer durch), hielt Beppo die Zügel bis zuletzt fest in seiner eigenen Hand.
Das Ende kam sowohl überraschend als auch mit Schrecken, als Mitte Rahja 1019 BF der Dämon Ghurondaii durch die Sewakwälder in Richtung Sewamund zog. Die "Schlacht um Sewamund" am 16. RAH 1019 zog grosse Teile des Luntfeldschen Gebäudekomplexes entlang der östlichen Altstadt in Mitleidenschaft. Ein Schock, der zuviel war für den alten Patriarchen. Als der "Holz-Baron vom Sewak" zwei Tage später für immer die Augen schloss, hatte er sich den Traum des Bauernjungen vom grossen Reichtum aus eigener Kraft mehr als nur erfüllt.
Typische Zitate
- "Lieber dreckige Finger, als leere Hände."
- "Sich nach einem Kreuzer zu bücken, hat noch keinem geschadet."
- "Lieber ein grosser Fisch im kleinen Sewamund, als ein kleiner Fisch im grossen Grangor!"

