Benutzer:Torrem/Irdisch-aventurische Größenvergleiche
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Dieser Artikel soll dem Vergleich der Dimensionen zwischen der irdischen und der aventurischen Welt unter dem besonderen Blickpunkt des Lieblichen Feldes dienen. Dabei liegen jedoch lediglich einige ausgewählte Bezugspunkte in der Absicht, nicht etwa ein "Aushebeln" der Spielwelt und ihrer nach irdischen Maßstäben unplausibel erscheinenden Freiheiten.
Inhaltsverzeichnis |
Derographie und Geographie
Beziehung der Größenverhältnisse noch vorbehaltlich einer Überprüfung.
Ausdehnung und Entfernungen
Die Zentrallandschaften des Lieblichen Feldes haben eine Flächenausdehnung, die in etwa der Thüringens entspräche. Dabei wiese es ein Drittel der dazugehörigen Bevölkerungsgröße auf. Über die Dichte müsste eine nähere Betrachtung der Landschaftlichkeit entscheiden. Bezieht man Chababien bis auf die Höhe von Neetha und den Yaquirbruch mit ein, hätte das Reich ungefähr die Größe Hessens oder der Toskana.
Die Entfernung zwischen Vinsalt und Kuslik beträgt ungefähr hundert Kilometer. Dies entspräche - wenn auch nicht Luftlinie - ungefähr der Entfernung zwischen Braunschweig und Göttingen, böte also einem durchaus imposanten Mittelgebirge wie dem Harz und evtl. sogar dem Vorland Platz. Die Entfernung zwischen Bomed und Neetha entspräche in etwa einer Fahrt auf der A2 von Hannover nach Berlin oder auf der A8 von München nach Stuttgart. Beherzigt man die ungleich schlechteren Straßen und Verkehrsmittel der Spielwelt, handelt es sich durchaus um Distanzen. Man kann es sich auch zum Teil der Vorstellungswelt machen, man müsste all die Städte, Dörfer, Wiesen, Felder und Waldränder, an denen man mit vielleicht 160 km/h vorüberbraust - außer wohl nicht ganz hinter Ulm, wo feste Blitzanlagen installiert sind - zu Fuß oder zu Pferde passieren.
Gebirge
Der Phecanowald hätte ungefähr eine Ausdehnung wie der Harz. Die Goldfelsen hätten eine ungefähre Ausdehnung wie der Bayerische Wald, überträfen ihn jedoch bei weitem in der Gipfelhöhe, nämlich mit rund 2500 Schritt um 1000 Meter - trotz einer weit geringeren Entfernung vom Meeresspiegel. Um dies zu relativieren: Auch das Apenningebirge liegt mitunter nah an der Küste oder zumindest nicht über Gebühr weit im Binnenland und hat mit beinahe 3000 Metern seinen höchsten Gipfel.
Flüsse
- - Der Main wäre insgesamt ungefähr so lang wie der Yaquir von der Mündung bis Punin. Die Gesamtlänge des Yaquir überschritte die des Po.
- - Der Arno überträfe mit einer Länge von 240 Kilometern den Sikram um ungefähr 50 Kilometer.
Infrastruktur
Städte
Das Wittenberg der Reformationszeit hatte etwa 2.000 Einwohner und entspräche somit etwa der Größe Shenilos. Wittenberg verfügte über 400 Häuser, drei Kirchen, zwei kleinere Klöster, eine Universität und ein Fürstenschloss. Als Exportgewerbe hatte es den Buchdruck und die Malerei, über die Tätigkeit der Kaufleute hinaus jedoch nur für den lokalen Markt arbeitende Handwerker. Straßburg hatte zu jener Zeit ca. 20.000, Köln und Nürnberg 40.000 Einwohner. Somit sollte man, im Vergleich Städte wie Kuslik und Vinsalt betrachtend, einzig die Frage nach der räumlichen Häufung der Metropolen nicht stellen.
Im Import und Export von Florenz wurde um 1500 die Ankunft einzelner Schiffe als Ereignis registriert. Mit Blick auf die Belagerung und das Aushungern des abtrünnigen Pisas wurden im Jahresverlauf einzelne Getreideschiffe aus Genua oder Sizilien beäugt. Der Versuch, die Versorgung Pisas von der Seeseite aus zu unterbinden, wurde mit zwei oder drei Brigantinen unternommen. Gleichwohl müsste geprüft werden, welchen Rahmen Handelsumfang und Verfügbarkeiten zu Friedenszeiten und bei Vorhandensein eines Seehafens hatten.
Straßennetz
Das Straßennetz des Lieblichen Feldes lässt sich mit dem der Toskana um 1500 ohne Probleme vergleichen. Erstes Indiz in den Quellen ist die Flexibilität von Truppenverschiebungen mit wiederkehrenden Angaben beispielsweise zu wichtigen Tälern.
Militärpotential
Reich
Als die Republik Florenz - also grob skizziert der größte Teil der Toskana - ab etwa 1505 Pläne hegte, auf der Basis von Wehrübungen ein Volksheer aufzustellen und aus den Bauern des Umlandes zu rekrutieren, lag eine Stärke von ungefähr 15.000 Mann in der Planung. Die Söldnerheere der damaligen Eidgenossenschaft ließen sich auf Zahlen zwischen 5.000 und 20.000 Mann beziffern. Summierte man die Kriegsscharen des Horasreiches auf allen Ebenen auf, bliebe die Größenordnung vermutlich (halbwegs) gewahrt. Nach irdischen Maßstäben der italienischen Frühen Neuzeit würde es bzgl. der Stärke ungefähr wie der Herzog von Mailand oder die Republik Venedig rangieren, wobei - wie bei diesen Mächten auch - nicht etwa eine Präsenzstärke zu veranschlagen wäre, sondern ein eigens rekrutiertes und versammeltes Aufgebot für eine Schlacht von epochemachender Tragweite. Für die Eroberung Genuas hielt man 1494 und auch 1510 ungefähr 2.000 Mann unter Hinzuziehung von mauerbrechender Artillerie für hinreichend. Allerdings hatte man beide Male keinen Erfolg.
Das Heer, mit dem Cesare Borgia zwischen 1499 und 1503 die Romagna eroberte und sicherte, kennt Zahlenangaben von mehreren tausend Fußsoldaten. Rechnet man im nächsten Schritt die Flächenausdehnung der Romagna auf die Maßstäbe der Spielwelt herunter, so verfügt das Liebliche Feld weder auf Reichsebene noch auf der Ebene der Territorien über Truppenstärken, die erschreckend weit jenseits der Zahlen des irdisch-historischen Italiens der Frühneuzeit lägen. Der einzige Aspekt, der regelmäßig vernachlässigt wird, ist die Dauerpräsenz der Truppen sowie - vor allem - die Verheerung eines Gebietes durch die schlichte Präsenz von Söldnerhaufen, die den Untertanen Nahrung und Gegenstände stehlen oder unerlaubt andere zivile Ressourcen in Anspruch nehmen. Man erinnere sich mit Schrecken an die Söldner unter Marco Colonna, die 1503 in der Toskana zwar keine Frauen schändeten, wohl aber dazu übergingen, zum Zwecke ihrer eigenen Versorgung die Ernte einzuholen ...
Städte
Die Größe der Söldnereinheiten des Horasreiches und die Aufgebote der Mittelstädte sowie ihrer Klein- und Mittelsignori überträfen in aller Regel nicht grob unverhältnismäßig die Größenordnungen, die für italienische Städte und Herren wie Perugia oder Piombino für die Zeit um 1500 ablesbar sind. Ein weiterer Vergleich: Bei den Parteikämpfen von Pistoia und dem nahen pistoiesischen Umland zwischen den Cancellieri und den Panciatichi lässt sich die Zahl der Bewaffneten für jede Seite nach vorhandenen Erwähnungen auf einige hundert Milizionäre bzw. Gefolgsleute aus der Bevölkerung veranschlagen.
Grenzen
Die Zahl der bedeutenden Grenzfestungen des Lieblichen Feldes sowie die Zahl der Hauptrouten lässt sich mit der der Toskana um 1500 vergleichen. Auch die Zahl der kleineren Burgen und festen Plätze - nach gefühlten zahlenmäßigen Nennungen, vor allem für den Bereich von Tälern - würde ungefähr übereinstimmen.
Politische Kultur
Nachdem 1478 die so genannte Verschwörung der Pazzi in Florenz gescheitert war und die Hauptverschwörer unter einem Fenster aufgehängt worden waren, malte der berühmte Botticelli mit einem öffentlichen Auftrag deren Abbilder an die dazugehörige Fassade.
Als Caterina Sforza, die Herrin von Imola und Forlì, sich Ende des 15. Jahrhunderts an den Mördern ihres zweiten Gemahls rächte, ließ sie deren Familien ohne Rücksicht auf Alter oder Geschlecht aus dem Fenster ihres Palazzo in aufgestellte Piken stürzen.
Als in Florenz die Parteiherrschaft um den Dominikaner Girolamo Savonarola 1498 gestürzt und die Häuser der entsprechenden Parteiführer gestürmt wurden, lynchte man den fliehenden Francesco Valori auf offener Straße. Einer seiner Gegner spie auf die Leiche, bevor sie einigen Mönchen ausgeliefert wurde.
Als Cesare Borgia Faenza belagerte und ein Überläufer aus der Stadt zu ihm kam, ließ er jenen als einen Brecher der fides vor den Toren aufhängen, um gegenüber den Belagerten seinen guten Willen zu bekunden. Als er selbst zwei Jahre später seine Herrschaft über die Romagna von Makel reinigen wollte, ließ er seinen Militärgouverneur auf dem Marktplatz von Cesena massakrieren und die zweigeteilte Leiche einige Stunden für das Volk sichtbar liegen.
Als 1514 in Genua angesichts der Frage nach einer Parteinahme für Ludwig XII. von Frankreich oder aber für die gegen jenen formierte italienische Liga Parteikämpfe aufkamen, wurde die Leiche eines Mitglieds der unterlegenen Familie durch die Straßen geschleift.
Als Leo X. nach 1516 die so genannte Kardinalsverschwörung um Alfonso Petrucci ausheben wollte, lud er jenen unter dem Vorwand nach Rom ein, er wolle den Dialog suchen. Sodann ließ er ihn inhaftieren und nach einigen Wochen in der Engelsburg strangulieren. Andere Verschwörer erhängte man zum Zwecke der Abschreckung an den Mauerzinnen eines Stadttores.
Diplomatie
- "Au nom a l'honneur e louenge de dieu le createur nostre salueur et redempteur de la glorieuse vierge Marie sa mere et de toute la court celestielle. A tous presens et auenir soit notoire et manifeste, comme treshaulx tresexcellens et trespuissans princes, Francois, par la grace de dieu treschrestien roy de France, et Charles, par la mesme grace roy catholicque des Espaignes et des deux Cecilles etc, (...) "
- "Im Namen und zur Ehre und ... Gottes des Schöpfers unseres Erlösers und Erlösers, der glorreichen Jungfrau Maria, seiner Mutter, und dem ganzen himmlichen Hofe. Allen gegenwärtig und für das Künftige bekannt und manifest machen wir, wie die höchsten, exzellentesten und höchst mächtigen Fürsten, Franz, von Gottes Gnaden Allerchristlichster König von Frankreich, und Karl, durch selbige Gnade Katholischer König von Spanien und der beiden Sizilien etc., (...)"
Beispiel Florenz
Um 1500 hatte Florenz ca. 61.000 Einwohner. Der umliegende Herrschaftsverband etwa 450.000. Die von Niccolò Machiavelli geplante Volksmiliz - nur aus dem Umland rekrutiert - hatte eine Soll-Stärke von 15.000 Mann, wobei es sich fast ausschließlich um Fußknechte handeln sollte. Die zu Spitzenzeiten im Krieg gegen Pisa (1495-1509) rekrutierten Söldnerscharen ließen sich auf eine Zahl zwischen stets mehr als 2.000 und stets unter 6.000 Mann beziffern. Eingeschlossen wären zumeist auch Schanzarbeiter o.ä.
- Gattungen:
- uomo d'arme (schwerer Reiter)
- cavallo leggero (leichter Reiter)
- stradiotto (albanischer oder griechischer leichter Reiter, in aller Regel im Dienst der Republik Venedig)
- balestriere a cavallo (Armbrustschütze zu Pferde)
- balestriere (Armbrustschütze)
- fante (Fußknecht)
- artiglieria (Artillerie)
- carriaggi (Tross)
- guastatore (Mischung aus Pionier und Mitglied eines Verwüstungskommandos)
- maraiuolo (Schanzarbeiter, in aller Regel aus der Untertanenschaft herangezogen)
Italiener kosten weniger, weil sie als schlechte Soldaten gelten und nicht in tauglichen Ordinanzen ausgebildet sind. Schweizer und Deutsche sind hingegen begehrt. Der König von Frankreich hat in der Gascogne sein bestes Rekrutierungsgebiet. Die zweite Wahl sind Leute aus der Picardie.
Belagerungstechniken
- Verwüstung der Ernte
- Abschneiden der Wasserversorgung
- Bresche schießen und stürmen (ggf. mit zusätzlichen Sturmleitern)
- Mine graben, Mauer sprengen und stürmen
- Angebot einer Übergabe bei Schonung von Personen und Habe, freier Abzug der feindlichen Besatzung nach ihrer Entwaffnung
Verteidigungstechniken
- Land unter Wasser setzen (in entsprechenden Gebieten)
- Während der Beschießung hinter dem betroffenen Mauerabschnitt eilends einen Graben anlegen und eine neue Schanze
- Bastionen und Mauerabschnitte mit Sprengladungen versehen und im Augenblick der feindlichen Einnahme zünden
- Rückzug auf die Stadtfestung (cittadella)
Für Söldner spricht
- dass sie professionelle Krieger sind
- dass die streitende Macht die eigene Untertanenschaft nicht belastet und sie nicht in die Versuchung politischer Forderungen bringt
- dass die Untertanenschaft unbewaffnet ist
- dass die politische Entscheidung zu einem Eroberungskrieg leichter herbeizuführen ist (Umstritten: Der Mann aus Ö. hatte ein Volksheer.)
- dass man bestimmte Elemente des Volkes einem Zweck zuführen kann
Gegen Söldner spricht
- dass die Truppe keine Erfahrung sammelt
- dass es sich hauptsächlich um verrohte Asoziale mit einem Hang zu Kriegsverbrechen handelt (Umstritten: Stellt sich situativ auch bei normalen Menschen ein. Außerdem hat es auch Vorteile.)
- dass sie sich in zugespitzten Situationen nicht mit der Sache identifizieren

